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Kämpfen um jede Stimme: Bürgermeister-Kandidat Enrico Corongiu (vorne 2.v.r) inmitten seiner Mannschaft: (vorne v.l.) Ralf Obst, Barbara Rauch, Magdalena Corongiu, (hinten v.l.) Ursula Seydel, Kerstin Corongiu, Hubert Seidel und Arne Kielgas. Es gratuliert Wahlleiter Robert Moosburger (r.). 

Kommunalwahl in Mittenwald

Klares Votum für Hoffnungsträger Corongiu

Enrico Corongiu ist es jetzt hochoffiziell: Der 41-Jährige wurde vom SPD-Ortsverein Mittenwald zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020 gekürt.

Mittenwald – Enrico Corongiu führt den Mittenwalder SPD-Ortsverein als Bürgermeisterkandidat in die Kommunalwahl 2020. Der 41-jährige Notfall-Sanitäter steht an der Spitze einer neunköpfigen Liste. Das ergaben am Donnerstagabend die Wahlen bei der Aufstellungsversammlung im Hotel Alpenrose.

Auf seinen bisherigen Gemeinderatskollegen Rudi Rauch (78) muss Corongiu allerdings künftig verzichten. „Ich habe es mir lange überlegt“, sagt der pensionierte Bundeswehrsoldat, der seit 2008 im Gemeinderat sitzt. Letztlich entschied sich Rauch – nicht zuletzt mit Hinweis auf sein Alter – gegen eine erneute Kandidatur.

Dafür hat sich seine Ehefrau Barbara wieder auf die Liste setzen lassen. „Bei der derzeitigen CSU-Mehrheit können andere Parteien noch so gute Ideen haben“, moniert die pensionierte Gymnasiallehrerin, die für die Roten von 1990 bis 2000 im Gemeinderat und von 1984 bis 1990 im Kreistag Sitz und Stimme hatte. Doch das letzte Wort habe immer die „Regierung“. „Daher freue ich mich über unseren Bürgermeisterkandidaten, den ich unterstützen möchte.“ Bei seiner Kür erklärte Corongiu – seit sechs Jahren Gemeinde- und Kreisrat –, warum er sich nach langem Überlegen für eine Kandidatur entschieden hat. „So eine Bewerbung muss gut durchdacht sein und von der Familie mitgetragen werden.“

Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

Der einst in Bayern jüngste Chef der Rettungsleitstellen Weilheim und Garmisch-Partenkirchen glaubt, genügend berufliche Kompetenz für eine solche Führungsposition zu besitzen. „Das Amt traue ich mir zu. Zudem bin ich seit zwei Jahren Bundesdelegierter meiner Partei.“ Corongiu, dessen Ehefrau Kerstin und Mutter Magdalena sich ebenfalls unter den SPD-Bewerbern finden, erinnerte die 14 anwesenden Wahlberechtigten daran, dass das schwarze Bayern durchaus rote Züge habe. So stellt die SPD 240 Bürger- und Oberbürgermeister und 800 Kreisräte. „Ich werde immer nach dem Motto handeln, was moralisch falsch ist, kann politisch nicht richtig sein.“

Alle Kandidaten im Überblick

Bei den vom Farchanter SPD-Ortsvorsitzenden Robert Moosburger geleiteten Wahlen wurde allen neun Kandidaten – davon fünf Frauen – einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. „Dieser paritätische und von der Partei gewollte Frauenanteil ist gut und sinnvoll für die Kommunalpolitik“, versicherte Corongiu, „alle unsere Kandidaten stehen für eine große Bandbreite am Themen“. Aber auch mit 60 Jahren für ein hohes Durchschnittsalter.

Corongiu, der Hoffnungsträger, erscheint dagegen geradezu jugendlich. Forsch verkündet er: „Unser Ziel ist, die Mehrheiten im Gemeinderat zu durchbrechen. Wer in Mittenwald SPD wählt, braucht keine Angst zu haben, dass deshalb gleich eine rote Faust aus dem Lautersee wächst.“

Wolfgang Kunz

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