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Wer hat ab 2020 im Mittenwalder Rathaus das sagen? Noch halten sich potenzielle Aspiranten zurück.

Das Jahr der Vorentscheidung

Bürgermeister-Wahl im Isartal: Wer macht weiter, wer nicht?

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Der eine hat schon Ja gesagt, die anderen zwei halten sich noch zurück: Die Rede ist von den drei Isartaler Bürgermeistern und ihren Ambitionen bei den Kommunalwahlen 2020.

Oberes Isartal – Thomas Schwarzenberger (CSU) ist einmal mehr mit gutem Beispiel vorangegangen. Noch im alten Jahr verkündete der Krüner Bürgermeister:„Ich werde wieder kandidieren.“ Diese ungewohnt frühzeitige Offenbarung mag den einen oder anderen überrascht haben. Einigen Parteifreunden auf Kreisebene, die bei den Kommunalwahlen 2020 anderes mit ihm vor hatten, hat Schwarzenberger (48) damit einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn nicht wenige bei den Christsozialen sahen in dem Krün-Sanierer und G7-Rathauschef den potenziellen Herausforderer für Anton Speer (Freie Wähler), der den Schwarzen 2014 dreisterweise das Landratsamt nach einer gefühlten Ewigkeit entrissen hatte.

Der Stachel bei der CSU sitzt nach wie vor tief, die Pleite ihres Spitzenmannes Dr. Michael Rapp ist noch lange nicht vergessen. Doch der vermeintliche Hoffnungsträger Schwarzenberger hat den Braten offenbar gerochen und intensivem Werben mit seinem Vorpreschen Einhalt geboten.

Einer der drei Isartaler Platzhirsche hat sich also bereits klar positioniert. Nun warten im Jahr der Vorentscheidung alle auf ein Signal aus den anderen beiden Rathäusern, in denen mit Adolf Hornsteiner (Mittenwald) und Hansjörg Zahler (Wallgau) seit 2008 ebenfalls zwei Schwarze sitzen. Doch beide wollen sich nicht in die Karten schauen lassen. Hornsteiner (57) lächelt die lästige Fragerei einfach weg. Eines jedoch ist klar: Spielen Gesundheit und Familie mit, will’s der Mous’n-Adi noch mal wissen. Eine Entscheidung – „so bald wie möglich“ – wünscht sich CSU-Ortsvorsitzender Rudi Haller. „Das wäre nicht schlecht.“ Zumal nicht wenige in der Gemeinderatsfraktion ihre politische Arbeit vom Flaggschiff abhängig machen. Hört Hornsteiner auf, dann droht der personelle Aderlass bei der CSU, dann könnten auch Zweiter Bürgermeister Gerhard Schöner oder Fraktionschefin Regina Hornsteiner von Bord gehen. Eine dritte Kandidatur von Adolf Hornsteiner würde diesen politischen Domino-Effekt verhindern, glaubt Haller. Und bei ihm würde es zudem für „Tiefenentspannung“ sorgen, fügt er scherzhaft hinzu. Allerdings rechnet der altgediente Ortsvorsitzende 2020 mit einem Gegenkandidaten. „Wenn man sich so an den Stammtischen umhört, wird der Adi einen kriegen.“ Der Name Josef Schandl (Freie Wähler) hält sich dabei hartnäckig. Doch im Jahr der Vorentscheidung gilt für potenzielle Herausforderer: Nicht zu früh aus der Deckung gehen, dem Amtsinhaber den Vortritt lassen.

Das ist in Wallgau wie gesagt Hansjörg Zahler (54), der sich in der zurückliegenden Dekade nicht nur Freunde gemacht hat. Nicht wenige werfen dem Ettal-Gymnasiasten eine laxe Amtsführung vor. Das ficht Polit-Profi Zahler nicht an. Über seine Ambitionen schweigt er – noch.

Hans Baur (Junge Mitarbeiter), sozusagen der gefühlte Oppositionsführer im Gemeinderat, glaubt schon, dass es Zahler noch einmal macht. „Er zeigt sich wieder öfters.“ Weiter meint Baur: „Das ist doch ein schöner Posten für ihn.“ Ob dieser Hansjörg Zahler streitig gemacht wird, steht derzeit in den Sternen. Bestenfalls läuft es spontan auf einen Überraschungskandidaten hinaus. Baur, das politische Schlitzohr, drückt es folgendermaßen aus: „Man muss erst jemanden finden, der sich das antut.“

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