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Soll nicht nur im Winter Touristen anlocken: das Kranzberg-Gebiet.

Es gibt viel zu tun für die Gemeinde

Kraftakt für den Kranzberg: Bürgermeister spricht von „spannenden Wochen“

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Mittenwald bleibt am Ball: Die Gemeinde schafft Voraussetzungen für das Kranzberg-Projekt – und muss dabei Herausforderungen meistern. 

Mittenwald – Der Startschuss ist gefallen: Der Gemeinderat Mittenwald hat den Grundsatzbeschluss für das Mammut-Vorhaben am Kranzberg gefasst. Das war vor fast exakt einem halben Jahr. Die Energie-Akkus des Marktes sind noch immer voll geladen. Dabei kosteten die ersten Schritte bereits Kraft. Die Kommune befindet sich mitten in einem Hürdenwettkampf, muss Hindernisse bewältigen, um mit anderen Fremdenverkehrs-Destinationen konkurrieren zu können.

Das knapp 25-Millionen-Euro-Projekt soll bei Staatszuschüssen in Höhe von 15 Prozent komplett fremd finanziert werden. Die Landesmittel sind aber nicht ewig abzugreifen. Die Frist läuft am 31. Dezember 2019 ab. Bis spätestens dahin besteht für die Gemeinde die Möglichkeit, einen Förderantrag in München einzureichen. „Das muss gelingen“, betonte Adolf Hornsteiner (CSU) bei der Bürgerversammlung. Die Modernisierung wäre ihm zufolge ein großer Mosaikbaustein zur Weiterentwicklung des Tourismus’. Der Markt ist gefordert. Und zwar auf Dauer. „Wir haben noch einen langen Weg zu gehen“, sagte der Rathauschef. „Es gibt noch viel abzuklären.“

Zu Krün und Wallgau wurde bereits Kontakt aufgenommen. In einer gemeinsamen Informationsveranstaltung bekamen Gemeinderäte und Bürgermeister die Pläne vorgestellt. Dialog und Diskussion inklusive. Schließlich, findet Hornsteiner, betrifft das Fit-für-die-Zukunft-Konzept für den Kranzberg die ganze Alpenwelt Karwendel. Deshalb hofft er, dass sich die Nachbarn „in irgendeiner Weise verpflichtet fühlen“. Er fuhr mit einem guten Eindruck nach Hause. Beide Kollegen – Thomas Schwarzenberger (Krün) und Hansjörg Zahler (Wallgau) – hätten zum Ausdruck gebracht, dass es eine Notwendigkeit sei, den Kranzberg zu modernisieren.

Gespräche mit Eigentümern laufen

Derzeit geht’s darum, Gespräche und Verhandlungen mit den betroffenen Grundstückseigentümern zu führen. 60 an der Zahl. Mit den gewerblichen darunter, also mit den Gastronomen, Liftbetreibern, der Bundeswehr und dem Forst, fanden bereits Unterredungen statt. Die einzelnen Betroffenen kommen noch dran. „Wir wollen niemanden zurückstellen.“

Hornsteiner und Co. dürfen Überzeugungsarbeit leisten. Auch in München. Vor gut einer Woche präsentierte man die Pläne bei der Förderstelle der Regierung von Oberbayern. Die Meinung der Verantwortlichen dort bestätigt Hornsteiner in seiner eigenen: „Das Projekt wurde als zielführend bezeichnet.“ Jetzt steht die nähere Prüfung an.

Kranzberg als FFH-Gebiet eingeordnet

Das erste positive Signal freut den Gemeindechef natürlich. Seine Stimmung trübt dagegen ein anderer Punkt: Der Kranzberg fällt in den Natura-2000-Schutzstatus Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH). Dort gilt das Verschlechterungsgebot. Dieses bedeutet für die Praxis: Es dürfen keine negativen Auswirkungen für Lebensraumtypen sowie erhebliche Störungen für die Arten erfolgen. Viel Spielraum bleibt nicht, wie Hornsteiner an einem Beispiel verdeutlichte. „Eine Verschlechterung ist schon das Abtragen eines kleinen Buckels.“

Der Bürgermeister spricht sich damit nicht gegen den Naturschutz aus. Nur – und vor diesem Problem stehen auch andere Gemeinden im Landkreis – benötigt Mittenwald Spielraum, um sich zu entwickeln. „Wenn uns nicht die Luft zum Atmen gelassen wird“, betonte Hornsteiner, „dann werden wir mal ein Reservat.“

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