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Glaubt an die Zukunft seiner Gipfelbahn: Dr. Christian Edlhuber möchte Teil des Projekts sein. 

Modernisierung auf dem Mittenwalder Kranzberg 

Jetzt schaltet sich Dr. Edlhuber ein

Bei der Modernisierungsoffensive auf dem Mittenwalder Kranzberg bringt sich der Eigentümer der stillgelegten Gipfelbahn ins Spiel. Er träumt von einer Wiedergeburt seiner Anlage mit Hilfe von Solarstrom.

Mittenwald –Nach dem Kranzberg-Hammer am vergangenen Dienstag, als der Mittenwalder Marktgemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Modernisierung der Infrastruktur in dem Ski- und Wandergebiet traf, trudeln Kritik und Ideen im Rathaus ein.

Nun schaltet sich auch Dr. Christian Edlhuber in die Diskussion ein. Der Zahnarzt schlägt in seinem Memorandum vor, seine stillgelegte Kranzberg-Gipfelbahn aus den 1950er Jahren aufzurüsten und in die jüngsten Pläne zu integrieren. Ihm schwebt dabei eine neue Solarseilbahn vor, die künftig als Alleinstellungsmerkmal für Mittenwald punkten soll.

Wenn er die dunkle Holztüre mit der verblassten Aufschrift „Eingang“ aufschließt, ist Edlhuber in seiner Welt. Die der Seilbahnen und deren Technik, die er schon als junger Student absolut faszinierend fand. „Letztes Jahr gab es hier einen Rundgang“, erzählt der Mittenwalder Zahnarzt, als er den ehemaligen Warteraum durchschreitet und auf die Infotafeln an der Wand zeigt. Bei der großen Wanderveranstaltung „24 Stunden von Bayern“ war auch die Kranzberg-Gipfelbahn eine der vielen Stationen. „2005 lief sie das letzte Mal“, erinnert sich Edlhuber wehmütig, als er sich im Herzstück der kleinen Talstation nahe des Gasthauses St. Anton befindet.

Nur für wenige Monate hatte die Bahn bei ihrem 50-jährigen Jubiläum 2005 geöffnet. Ein persönlicher Schicksalsschlag sowie eine neue Seilbahnverordnung machten dem Traum von einem dauerhaften Betrieb rasch ein Ende.

Doch Edlhuber hofft nun im Zuge der geplanten Großprojekte am Kranzberg, die einst stolze Bahn reaktivieren zu können. Mit seinem Memorandum richtete er sich schriftlich an die Gemeinde. „Es ist mein Anliegen, die Zukunft des Kranzbergs mit einer modernen, kleineren Seilbahn so zu gestalten, dass sich Mittenwald nicht finanziell übernimmt.“

In seinen Ausführungen schlägt er vor, eine „neue Kombibahn mit Kabinen und Sessel“ vom Luttensee-Parkplatz zur Gaststätte St. Anton zu führen und „analog zur Master-Studie eine Zwischenstation oberhalb der Korbinianhütte“ zu errichten. Dabei soll auch der Aspekt Klimawandel im Vordergrund stehen. Seine Vision deshalb: „Anschließend könnten die Gäste in der ersten Solarseilbahn der Welt zum Gipfel schweben.“ Damit hätte Mittenwald „ein Alleinstellungsmerkmal, das dem ökologischen Anspruch im Klimawandel eher gerecht wird, als künstliche Beschneiung in der niedrigen Höhenlage des Luttenseegebiets“.

Laut Edlhuber wäre damit ein wesentliches Strukturproblem am Kranzberg gelöst: „Damit könnten wir den langwierigen Zieher zwischen St. Anton und dem Sonnenhang überbrücken“, meint der Zahnarzt. Die Durststrecke ist flach und wird an manchen Stellen sogar ansteigend. Skifahrer könnten vom Gipfel zu St. Anton fahren, dort in den Lift einsteigen und bei der Zwischenstation wieder aussteigen – „ohne Anschieben weiter den Kranzberg hinab fahren“.

In seinen Ausarbeitungen hat Edlhuber zudem Ideen für „wesentliche Kosteneinsparungen“ durch den „Verzicht eines Knickes in der Trasse“. Dieser würde „immer zwei Anlagen erfordern, bei der entkuppelten Fahrbetriebsmittel von der ersten zur zweiten in die neue Richtung befördert werden“. Damit bräuchte „die Bundeswehrstraße nicht verlegt zu werden, weil die Talstation einer kleineren Seilbahnvariante auch auf der Südseite der Straße Platz fände“. Seine Ausführungen schildert er im Internet (kranzberg-info.de).

Schon vor der Sitzung am Dienstag hatte er seine Denkschrift nicht nur der Marktverwaltung, sondern auch den Gemeinderäten geschickt. Direkt thematisiert wurde sein Memorandum allerdings noch nicht. Zu kurzfristig sei das Schreiben eingegangen, wie Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) eingangs betonte. Momentan würde Edlhubers Vorschlag geprüft werden und „in die Vorplanungen mit einfließen“, teilte der Rathauschef am Freitag gegenüber dem Tagblatt mit.

Josef Hornsteiner

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