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Betroffenes Gebiet: das Kranzberg-Skigebiet mit dem Luttenseelift (l.), dem Lauterseehof der Familie Seitz (M.) sowie die Straße und der Parkplatz (r.) .

Nicht alle sind davon begeistert 

Kranzberg-Millionen-Projekt sorgt für gemischte Gefühle 

Knapp 25 Millionen Euro soll es kosten, das ehrgeizige Kranzberg-Projekt. Für das Konzept gab es in den vergangenen Wochen Lob, Kritik und Anregungen. Die Meinungen der direkt Betroffenen gehen teilweise auseinander.

Mittenwald – Die Skepsis kann Josef Seitz (Bifle) nicht verbergen. Er und seine Tochter Christine stehen vor dem Stadl, der – zumindest nach dem vorgestellten Konzept zum Kranzberg – einer neuen Straße weichen müsste. „Solche Nachrichten muss man erst einmal sacken lassen“, sagt der Eigentümer des Luttenseehofs. Er fühlt sich seitens der Marktgemeinde überrumpelt, die Ende September mit deutlicher Mehrheit einen Grundsatzbeschluss gefasst hatte.

Seitz’ Vorwurf: Seine Familie sei zu spät über die Pläne unterrichtet worden. Das, was sie vorab erfahren hatte, sei der Tragweite des vorgestellten Konzepts nicht gerecht geworden. „Uns wurde nur gesagt, es ginge in Sachen Kranzberg rein um den Klimaschutz“, betont er. „Mehr nicht.“ Mit dieser kurzen Vorab-Information wurden sie damals zur Gemeinderatssitzung in den Pfarrsaal eingeladen.

Umso kritischer stehen die Seitz’ nun dem Rohentwurf der möglichen Variante der Kranzberg-Sanierung gegenüber. Als direkte Anlieger am Luttensee-Parkplatz ist ihr Grundstück betroffen. Die Fläche wäre für Seitz künftig wertlos, er sieht seine landwirtschaftliche Existenz bedroht, sollten die Pläne in der beschlossenen Form umgesetzt werden.

Ein bisschen zurüchhaltender gibt sich derweil Josef Brummer, der die Gäste in seinem Wirtshaus St. Anton im Herzen des Kranzberg-Gebietes bewirtet. Vielmehr erinnert er sich an eine Studie zurück, die bereits vor Jahrzehnten angefertigt worden war. „Es muss immer erst abgewartet werden, was letztlich wirklich realisiert wird“, sagt er. Grundsätzlich ist er froh darüber, dass etwas passiert. Über Details will sich Brummer allerdings nicht äußern.

Ähnlich sieht das auch Wildensee-Wirt Christian Witting: „Passieren muss etwas.“ Er erwartet daher mit Spannung, wie viele Gastronomie-Betriebe in der Tal,- Mittel- und Bergstation angesiedelt werden. Schließlich könnte sich das negativ auf die Berggasthäuser auswirken.

Als „positive Entwicklung“ bezeichnet Liftbetreiber Klaus Wurmer das vorgestellte Konzept. Hauptsache, „es geht was weiter“. Er wurde schon früh in die Pläne eingebunden, sei oft mit Professor Thomas Bausch und Christian Weiler vom beauftragten Innsbrucker Büro Klenkhart & Partner in dem Gebiet unterwegs gewesen. Anregungen hat Wurmer dennoch parat, deshalb will er sich in die Projektplanung einbringen.

Josef Hornsteiner

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