+
Die Farbenspiele am Himmel sind nicht bei jedem beliebt: Gemeinden warnen vor Brandgefahr, der Tierschutzverein Mittenwald bittet um freiwilligen Verzicht. 

Silvester beschäftigt die Gemeinden

Kritische Knallerei: In Krün gibt‘s jetzt eine Feuerwerk-Verbotszone

Die einen lieben sie, die anderen würden sie gerne komplett abschaffen: Feuerwerke an Silvester sind durchaus umstritten. Die Isartaler Orte gehen darauf ein.

Oberes Isartal– Silvester steht vor der Tür, und viele Bürger wollen das Neue Jahr mit einem Feuerwerk samt Raketen und Böllern begrüßen. Der Gemeinderat Krün steht der Knallerei jedoch kritisch gegenüber. Einstimmig hatte das Gremium schon im Oktober beschlossen, einen Appell an alle Haushalte des Ortes zu richten, darauf zu verzichten. Zudem gibt es nun einen Verbotsbereich.

Thomas Schwarzenberger (CSU) gab bekannt, eine entsprechende Verfügung für die besonders geschützen Bereiche zu erlassen. „Von der Kirche bis zum Eingang Krottenkopfstraße ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten“, verkündete der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung. Zugleich musste er einräumen, dass es wohl schwierig sein werde, diejenigen, die sich nicht daran halten, zu kontrollieren. Das Verbot für die Silvesternacht gilt für „alle anliegenden Grundstücke links und rechts“ im genannten Areal im Ortskern, ergänzte Schwarzenberger.

Generelles Verbot geht nicht

In der Woche vor Weihnachten wurde darüber hinaus allen Bewohnern ein Schreiben per Post zugestellt. „Wir fordern einen freiwilligen Verzicht von Feuerwerkskörpern“, bekräftigte der Bürgermeister. Außerdem, fuhr er fort, sei der Aufruf dazu auch auf einigen Plakaten im Ort angeschlagen.

Lesen Sich auchRevolution in Deutschland? Böllerverbot auf dem Vormarsch

„Ein generelles Verbot für die ganze Gemeinde geht nicht“, stellte der Rathauschef klar. Aufgrund einiger Vorfälle ist der Gemeinderat jedoch tätig geworden: Zum einen sei beim Silvesterfeuerwerk am Dorfplatz in Krün ein Bewohner von einer Rakete verletzt worden. Zum anderen sei es mittlerweile in Mode gekommen, dass die Raketen nicht in Flaschen gezündet werden, sondern aus der Hand, sagte der Gemeindechef. Die Geschosse fliegen dann unkontrolliert durch die Gegend und werden zur Gefahr für Bewohner und deren Häuser. Auch die landwirtschaftlich genutzten Gebäude seien so vor Schaden nicht geschützt.

In Mittenwald bittet der Tierschutzverein darum, zum Wohl der Haustiere, das Feuerwerk zu unterlassen. „Wann wird diese sinnlose Knallerei endlich mal aufhören?“, fragt der Verein auf seiner Facebook-Seite. Dazu hat er ein Video geteilt, der die Folgen der Böllerei erläutert. Wildtiere würden in Angst und Panik versetzt, in der Nacht kopflos fliehen und aus ihrer gewohnten Umgebung vertrieben werden. Ausgerechnet in der kalten Jahreszeit raubt das überlebenswichtige Energie.

Das könnte Sie auch interessieren:  Aus Angst vor Feuerwerk: Hund stirbt in den Armen seines Herrchens - Fotos gehen viral

Waldbrandrisiko wegen niederschlagarmen Monats

Mittenwalds Ordnungsamt-Chef Josef Stieglmeier erinnert an das Verbot, im Wald oder in Waldnähe Feuerwerkskörper zu zünden. Eine innerörtliche Verbotszone wie in Krün soll aber nicht entstehen. Ob die Gemeinde noch eine offizielle Warnung vor dem Jahreswechsel ausrufen wird, macht Stieglmeier kurzfristig vom Wetter abhängig.

In Wallgau hingegen wurden schon jetzt die Bürger öffentlich darauf hingewiesen, dass „aufgrund der bisher schnee- und niederschlagsarmen Zeit im Dezember in der Silvesternacht ein erhöhtes Wald- und Flächenbrandrisiko“ besteht. Zudem sollte auf trockenen Wiesenflächen aufs Feuerwerk verzichtet sowie im innerörtlichen Bereich ein Sicherheitsabstand von 100 Metern zu den Waldflächen eingehalten werden.

Ausdrücklich geht die Kommune auf das Verbot der Knallerei in Waldnähe, insbesondere am Krepelschroffen, ein. Aus leidvoller Erfahrung: An Silvester vor drei Jahren waren dort 5000 Quadratmeter Wald zerstört worden, nachdem Wanderer mit Fackeln ein Inferno verursacht hatten. Mehr als 220 Einsatzkräfte verhinderten Schlimmeres. Der Schaden belief sich dennoch auf über 15 000 Euro.


Alexander Kraus und Josef Hornsteiner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lawinenschutz in Mittenwald: Mit jedem Jahr wird’s teurer
Seit 17 Jahren wird in puncto Lawinenschutz an der Landesgrenze diskutiert. Bis heute ist beim Thema Marchklamm nichts passiert.
Lawinenschutz in Mittenwald: Mit jedem Jahr wird’s teurer
Vierjährige von Geländewagen erfasst - Mädchen hat unfassbares Glück
Sie sah ihre Schwester und lief über die Straße. Die Kollision mit dem Auto in Garmisch-Partenkirchen überlebt die Vierjährige wie durch ein Wunder.
Vierjährige von Geländewagen erfasst - Mädchen hat unfassbares Glück
Murnauer Nordumfahrung in der Anfangsplanung - doch ist sie überhaupt sinnvoll?
Murnau steuert auf einen Verkehrskollaps zu. Als Heilsbringer wird der seit vielen Jahren ersehnte Bau einer Nordumfahrung gehandelt. Doch die Planungen dazu stehen erst …
Murnauer Nordumfahrung in der Anfangsplanung - doch ist sie überhaupt sinnvoll?
„No Racism“: Täter besprüht Schulcontainer und Tonnenhaus mit Schriftzügen 
Seine Botschaft ist angekommen. Doch der Sprayer hat mit seinen Schriftzügen an  Schulen in Garmisch-Partenkirchen vor allem Schäden hinterlassen. 
„No Racism“: Täter besprüht Schulcontainer und Tonnenhaus mit Schriftzügen 

Kommentare