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50 Jahre auf einem Bild, das ist die große VW-Bully-Familie (v.l.): Bulli T1, T2, T3, T4, T5 und der neueste, das T6-Modell auf dem Campingplatz Isarhorn.

230 Fahrzeuge angerollt

Kultautos im Rampenlicht: „Bulliparade“ in Mittenwald

Es ist das Kultauto schlechthin: Die VW-Busse „Bullis“ gibt es bereits in sechs Generationen. Über 230 von ihnen sind nach Mittenwald gerollt.

Mittenwald – Vergangenes Jahr kamen sie zum ersten Mal zusammen: 180 VW-Busfreunde suchten sich für ihr 18. Internationales Südbayern-Treffen den Campingplatz am Mittenwalder Isarhorn aus. Jetzt sind sie wieder gekommen und Organisator Stefan Künkele aus Lenggries durfte sich diesmal über 230 Fahrzeuge freuen. „Das liegt auch an der traumhaften Lage an der Isar und den umgebenden Bergen“, glaubt Künkele. „Dies ist genau unser Lebenstil.“

Der Platz wimmelte regelrecht von VW-Bullis, die als Kleinbusse, Kasten- und Pritschenwagen gebaut werden. Künkele und seine Frau Immaculada (Macu) begrüßten jeden Teilnehmer persönlich. Ein Programm für die drei Tage braucht es gar nicht: „Unser Treffen ist zum Familien- und Wiedersehensfest geworden“, freut sich Künkele, „bei den vielen Schiebetür-Gesprächen werden Erfahrungen ausgetauscht und Freundschaften aufgefrischt.“

Bulliparade in Mittenwald: Busfahrer kühlen sich im mitgebrachten Pool ab

Ein kühles Bier im Pool gönnen sich die Bulli-Freunde am Isarhorn vor der mächtigen Kulisse des Karwendelsmassivs.

Für den Spaßfaktor sorgte bei den heißen Temperaturen ein Wellnessfass, in dem sich die Teilnehmer abkühlten. Auf dem großen Areal waren alle sechs der seit 1950 von VW herausgegebenen Baureihen T1 bis T6 vertreten. Alle von ihren Besitzern um- und ausgebaut und mit vielen Farben lackiert. „Die Serien T1 bis T3 wurden bis 1992 gebaut und haben einen Heckmotor“, erklärt Künkele. Bei den restlichen ist der Motor vorne. „Wir bezeichnen sie als Bulli mit sechs Rückwärtsgängen.“

Bulliparade in Mittenwald: Alle T-Generationen sind gekommen - das sagen die Besitzer

Der Organisator und seine Bulli-Freunde.

Die stolzen Besitzer ließen es sich nicht nehmen, ihre „Schätze“ für ein gemeinsames Foto aufzustellen. Martin Glassl aus Lenggries fährt einen gelben T 1 (1950 bis 1967/Baujahr 1964). „Den kennt man als Fensterbus. Ich habe ihn 2008 gekauft und von 44 auf 130 PS aufgepeppt. Er ist jetzt 65 000 Euro wert“. Gerhard Greif und Sohn Michi aus Freising kamen mit einem orangen T2 (1967 bis 1979/Baujahr 1977). „Vor fünf Jahren mit 50 PS-Original-Motor gekauft“, sagt er stolz. Anton Langassner aus Wasserburg besitzt einen roten T3 (1979 bis 1992/Baujahr 1990). „Seit sechs Jahren fahre ich damit schon zum Campen.“ Patrick Hierl und Vater Johann aus Roding stehen vor einem blauen T4 (1990 bis 2003/Baujahr 2000). „Vor sechs Jahren erworben, umgebaut und einen 260 PS-Motor installiert.“ Andreas Hofmann fuhr mit einem silbernen T5 (1990 bis 2003/ Baujahr 2004) aus Leverkusen vor. „2016 gekauft und zum Campingbus umgewandelt“. Erst seit zwei Wochen besitzt Edmund Tillschneider aus Coburg einen grün-weißen T6 mit Baujahr 2019, 150 PS und als Campingbus vorgesehen. 

Die „Bulliparade“ am Isarhorn hatte sich schnell herumgesprochen und wurde zum Fotomotiv aller Camper. „Die Busse haben mittlerweile einen Marktwert zwischen 20 000 bis 70 000 Euro. Deswegen haben wir mit Michael Schaller und Florian Eschrid aus Nürnberg auch zwei Kfz-Gutachter eingeladen“, erklärt Künkele. „Ihre Ergebnisse brauchen die Versicherungen zur Taxierung bei Unfall oder Totalschaden.“ Auf das besondere Fahrgefühl wollen die Bullifahrer nicht verzichten. „In so einem Bus mit einfacher Technik, Küche, Bett, Hund und Katze passt eine ganze Familie“, beschreibt Künkele das Faible der VW-Bus-Camper, „das ist genau unser Lebensstil“. VON WOLFGANG KUNZ

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