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Drei Mann, ein Ziel: (v. l.) Bauarbeiter Josef Neuner, Bürgermeister Adolf Hornsteiner und Polier Egon Kleinlechner freuen sich auf den Schlussabschnitt.

Endphase bei der Lainbach-Verbauung 

Großes Finale beim Mittenwalder Hochwasserschutz

Seit gestern geht’s wieder rund auf der Mittenwalder Großbaustelle. Doch der letzte Abschnitt beim Lainbach-Hochwasserschutz zwischen dem historischen Ortsteil Gries und dem Viertel am Anger hat es in sich.

Mittenwald – Wenn Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) von der Lainbachverbauung spricht, geht ihm das Herz auf. Besser hätte es nämlich auf der Mammut-Baustelle nicht laufen können. Terminlich wurden alle Ziele pünktlich umgesetzt. Die Kosten steuern auf die veranschlagten 8,5 Millionen Euro zu. „Es ist bisher alles glatt gelaufen“, zieht der Rathauschef ein erfreuliches Zwischenfazit.

Doch jetzt zum großen Finale, das seit Dienstag läuft, erwarten den Bautrupp die heikelsten 500 Meter. Denn entlang der südlichen Goethestraße wurde nicht nur neben, sondern gleich über den Lainbach gebaut. Zudem ist dieser Sektor an einigen Stellen nur wenige Meter breit. Für die Experten der beauftragten Tiroler Firma Porr eine echte Herausforderung.

Auch für die Anwohner werden es harte Monate. Die Zufahrt in den hinteren Teil des Gries’ muss voraussichtlich bis zum 30. Juni gesperrt werden. „Die Anlieger zeigen Verständnis dafür“, versichert Hornsteiner. Mit ihnen steht die Marktgemeinde schon seit längerem in engen Kontakt – sei es bei Versammlungen oder Vor-Ort-Gesprächen. Die größeren Betriebe wie die Gröbl-Alm müssen während der nächsten Monate über die Staatsstraße angefahren werden. „Die Vollsperrung ist leider unumgänglich“, bedauert Hornsteiner. Lediglich Fußgänger und Radfahrer können die Trasse passieren.

Vergangene Woche wurde mit den Sicherungsarbeiten an den Häusern im Gries begonnen. Gestern startete man mit der Bach-Freilegung. Die Firma Porr, die mit etwa 15 Arbeitern vor Ort ist, hat dank ihrer über die zurückliegenden zwei Jahre erworbenen Ortskenntnis einen ganz besonderen Draht zu den Einheimischen, unterstreicht Polier Egon Kleinlechner. Die Firma mit Sitz in Österreich braucht nur mehr auf einen wohlgesonnenen Wettergott hoffen. Bisher war er ihnen hold: „Wir waren glücklicherweise von Hochwasser-Ereignissen verschont geblieben“, bestätigt der Bürgermeister.

Dank der guten Witterung konnten seit 2016 die Baumaßnahmen ohne Verzögerung voranschreiten. Man liegt in puncto Zeitplan sogar noch vor dem geplanten Fertigstellungstermin im Herbst 2018. Auch die Kosten dürften nach jetzigem Stand die kalkulierten 8,5 Millionen Euro nicht überschreiten. „Dreiviertel sind ja bereits verbaut worden“, teilt Hornsteiner mit.

Ist der Lainbach gezähmt, geht es im Anschluss nahtlos weiter mit den Straßenarbeiten. „Hier werden wir nicht erst bis zum Ergebnis der momentanen Strabs-Debatte warten“, versichert Hornsteiner. Wie berichtet, wird aktuell im Bayerischen Landtag kontrovers die Abschaffung der sogenannten Straßenausbaubeiträge für Anlieger diskutiert. In Mittenwald soll nun die Gemeinde das Geld vorstrecken, bis klar ist, wer künftig den Ausbau der Straßen bezahlen muss. Komplett abgeschlossen soll die Großbaustelle dann im kommenden Jahr sein.

Josef Hornsteiner

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