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Besondere Idee: Toni Ostler stellt die Figuren zu seiner Installation auf.

Neues im Geigenbaumuseum 

Landesausstellung: Das Gefühl fürs Isartal

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„Mit künstlerischem Gespür“ heißt die neue Ausstellung im Mittenwalder Geigenbaumuseum. Im Rahmen der Landesausstellung in Ettal hat auch Toni Ostler (25) ein Kunstwerk der etwasanderen Art installiert.

Mittenwald – Wer kennt sie nicht, die herzergreifende Szene vom Brandner Kaspar und dem Boandlkramer, in welchem Kaspar klar wird, dass er bald sterben wird? „Was siech i denn do?“, fragt Kaspar etwas verzweifelt. „S’Paradies“, antwortet ihm der Tod. Für Kunststudent Toni Ostler eine ganz besondere Szene, die er nun im Geigenbaumuseum auf künstlerische Weise verewigt. Jeder Ausstellungsbesucher kann dort künftig selbst einen Blick ins Paradies werfen.

Denn, wer den großen Mathias-Klotz-Saal betritt, dem wird links ein Fernrohr auf einem Stativ auffallen. Es ist fixiert und auf eine ganz bestimmte Stelle im Raum gerichtet. Sieht man hindurch, kommen vier winzige Holzfiguren zum Vorschein: der Boandlkramer, Petrus, Erzengel Michael und natürlich der Brandner Kaspar. Sie werden von den Fenstern seitlich angeleuchtet. Der perfekte Lichteinfall, den Ostler braucht, um die besondere Szene wirken zu lassen. Sie ist Teil der Ausstellung „,Mit künstlerischem Gespür‘ – Natur und Kultur des Isartals“, die ab heute im Rahmenprogramm zur Landesausstellung in Ettal bis November im Geigenbaumuseum in Mittenwald zu sehen ist.

Schon einmal hatte Ostler bei seiner Installation das Fernrohr mit dabei. „Da war die Distanz aber viel länger“, erklärt er. „Die Ausstellung hatte 5000 Quadratmeter damals.“ Auch wenn der Raum in Mittenwald jetzt überschaubarer ist, bleibt der Wow-Effekt der gleiche.

Museumsleiterin Constanze Werner ist froh, somit auch einheimischen Künstlern eine Bühne bieten zu können. Und ihr gefällt, dass die Ausstellung viel weiter in die Vergangenheit zurückreicht. „Ostler ist lediglich der Brückenschlag dorthin“, erklärt Werner. Sie liebt den Kontrast zwischen dem Heute und der Vergangenheit. Denn das älteste Kunststück ist von 1820, ein fast 200 Jahre altes klassisches Gemälde.

„Es muss sich bei den Motiven allerdings um das Isartal handeln“, präzisiert Werner das Kriterium auf der Suche nach Exponaten. Dabei machte sie eine mehr als erstaunliche Entdeckung: Es geht dabei um das Leinwand-Ölgemälde „Zeitunglesen im Hotel Post“. Kein Geringerer als Fritz Prölß war hier am Werk. Das Bild zeigt eine für 1892 recht alltägliche Szene. Am Stammtisch des heutigen Hotel Post lesen mehrere Personen aus einer Zeitung vor.

Beim Einsammeln der Gemälde, von denen es sich bei den meisten um Leihgaben aus Privatbesitz handelt, fiel Werner dann ein wesentlich kleineres Werk auf, dass die gleiche Szenerie zeigt. Tatsächlich hat sich Fritz Prölß beim Anfertigen seines Gemäldes „Zeitungslesen im Hotel Post“ selbst gemalt. „Das war totaler Zufall, diese beiden Bilder zu finden“, sagt Werner erstaunt. Es zeigt die Dargestellten, wie sie das Foto von Prölß inspizieren. Dieser hingegen sitzt mit seiner Farbe am Tisch und beobachtet die drei. „Wir wissen, dass Prölß ein beliebter Stammgast in der Post war“, meint Werner. Dass es sich bei dem Gemälde um ihn handelt, steht für sie deshalb außer Frage.  Diese beiden Bilder hängen nun nebeneinander im Ausstellungsraum des Geigenbaumuseums. Natürlich sind noch wesentlich mehr Kunststücke zu entdecken.

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