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„Boden raus“ heißt es in der Geigenbauschule.

Landratsamt will Thema abschließen

Noch Schadstoffe in der Luft: Arbeiten in der Geigenbauschule ruhen

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Stillstand in der Mittenwalder Geigenbauschule: Die Arbeiten, um das Gebäude von den belasteten Stoffen zu befreien, pausieren. Um sie fortzusetzen, muss erst die Raumluft im grünen Bereich sein.

Mittenwald – Kaum fällt das Wort Geigenbauschule, hakt irgendjemand in irgendeinem Gremium immer nach. Diesmal war’s Rolf Beuting (ÖDP) im Kreisausschuss des Kreistags. Murnaus Bürgermeister interessierte sich bei den Haushaltsberatungen nicht nur für Einnahmen und Ausgaben bei der Musikinstrumentenbauschule in Mittenwald. Er wollte den aktuellen Stand in Sachen belasteter Boden in Erfahrung bringen. Wie aus der Pistole geschossen folgte die Antwort von Kreisbaumeister Alkmar Zenger: „Wir sind in der Abklingphase.“

Bereits im Oktober haben die Arbeiten in dem Gebäude begonnen. Der Fußboden, Hölzer im Unterbau und die Kiesschüttungen bis zu den Rohdecken wurden ausgebaut. Untersuchungen hatten ergeben, dass diese Teile der 100 Jahre alten Unterkonstruktion kontaminiert sind. Die Gutachten ergaben zum Teil deutlich erhöhte PAK-Werte (Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe).

Derzeit herrscht Stillstand. Durch den Ausbau wurden Schadstoffe in der Raumluft freigesetzt. Vor etwa zwei Wochen hat das Landratsamt als Sachaufwandsträger neue Messungen veranlasst. Ergebnisse liegen Zenger zufolge noch nicht vor. Er betont aber: „Die Raumluft verbessert sich deutlich.“ Erst wenn ein Niveau ohne Schadstoffe erreicht ist, geht’s mit dem Bodenaufbau und Abdichtungen weiter.

In diesem Zuge erkundigte sich Thomas Schwarzenberger (CSU) nach den Grenzwerten. Ein sensibles Thema, das in der Vergangenheit für Zündstoff sorgte. Sogar „Vertuschung“ wurde dem Landratsamt vorgeworfen. Deshalb sagte Zenger in aller Deutlichkeit: „Die Grenzwerte wurden nie überschritten.“ Damals wie heute.

Die Behörde will die Akte Geigenbauschule nun endlich schließen. Rund 60 000 Euro investierte der Landkreis in die Arbeiten. Gut kalkuliert. „Dabei bleibt’s“, sagte Zenger. Für Tessy Lödermann (Bündnis 90/Grüne) stellte sich allerdings die Frage der Regressansprüche. Doch Zenger winkte gleich ab. Die Geigenbauschule stamme aus der Bauzeit von 1910, machte der Kreisbaumeister deutlich. „Da kann man keinen mehr derglangen.“ Trotzdem bemüht man sich, den Freistaat – der für das Personal zuständig ist – mit ins Boot zu holen und an den Kosten zu beteiligen. Verhandlungen laufen, sagte Zenger. „Aber eher zäh.“

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