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Die CSU blieb im schwarzen Oberen Isartal über der 50 Prozent-Marke.

Landtagswahl: Blaues Auge für CSU

Schwarze Bastion im Isartal bröckelt, hält aber

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Ein Waterloo im stockkonservativen Oberen Isartal ist bei den Landtagswahlen für die CSU ausgeblieben. Die Einbußen bei den Zweitstimmen sind zwar beträchtlich, dennoch grüßen die Christsozialen von jenseits der 50-Prozent-Marke. Von ihrem Traumergebnis von 2003 trennen sie dagegen Lichtjahre.

Oberes Isartal – Im Januar 2004 war das Wallgauer Haus des Gastes zum Bersten voll. Rund 500 Neugierige warteten auf den Einmarsch des Matadors. Und Edmund Stoiber, der der CSU im September 2003 bei den Landtagswahlen als Spitzenkandidat 60,7 Prozent und damit die Zweidrittel-Mehrheit der Mandate beschert hatte, kam seinerzeit auch fast pünktlich. „Irgendwie muss ich in diese Gemeinde“, hatte der strahlende Wahlsieger nach seinem Triumph gesagt.

Denn nach diesem historischen Urnengang lautete das geflügelte Motto: schwarz, schwärzer, Wallgau. 87,4 Prozent der Zweitstimmen – das schafften nicht mal die benachbarten Jachenauer. Von solchen Jahrhundert-Resultaten sind die drei CSU-Ortsverbände im Oberen Isartal diesmal meilenweit, um nicht zu sagen Lichtjahre, entfernt. Immerhin: Bei den Zweitstimmen steht sowohl in Krün und Wallgau als auch in Mittenwald noch die 50 vor dem Komma.

Sieht sich Bernhard Neuner junior, CSU-Chef im sonst so schwarzgesinnten Wallgau, die Zahlen an, stellt er eine deutliche Tendenz fest: „Die Stimmen, die uns im Gegensatz zu 2003 fehlen, sind jetzt bei der AfD und den Freien Wählern.“ Den Schwenk zu letzteren kann sich der „Posthalter“ erklären. „Viele Landwirte hatten Angst vor den Grünen.“ Deshalb hätten sie sich diesmal für die Freien Wähler statt für die Christsozialen entschieden, um ein bürgerliches Bündnis zu ermöglichen. „Für die Bauern war doch die Hauptsache, dass die Grünen nicht an die Macht kommen.“ Der zweistellige Erfolg der AfD in Wallgau – 10,0 bei der Erst- und 11,2 Prozent bei der Zweitstimme – liegt Neuner dagegen richtig schwer im Magen. Da findet er auch deutliche Worte: „Das ist einfach nur beschämend.“

Neuner vermutet, dass sich vor allem jüngere Wähler von den Christsozialen abgewendet haben. Der Altersdurchschnitt der Wallgauer CSU liegt momentan bei 62 Jahren (wir berichteten). „Das sind treue Wähler, die nicht mehr sprunghaft sind.“ Nichtsdestoweniger ist er – mit Blick auf die Nachbarorte – trotzdem zufrieden mit den 49, 3 Prozent Erststimmen sowie 56,5 Prozent Zweitstimmen. Damit bleibt Wallgau im Verhältnis die stärkste schwarze Bastion im Isartal.

Für Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) waren die Streitereien zwischen CSU und CDU – in persona Innenminister Horst Seehofer und Kanzlerin Angela Merkel – der Hauptauslöser für das Debakel. „Wir präsentieren keine Geschlossenheit mehr. Das war früher aber unsere Stärke.“ Gleiches gelte für die SPD.

Die gravierendsten Einbußen hatten die Mittenwalder Christsozialen. Sie rutschten bei den Erststimmen von 57,11 Prozent im Jahr 2013 auf nur mehr 41,9 Prozent ab. Bei den Zweitstimmen ist der Sturz noch tiefer. Waren es vor fünf Jahren 71,3 Prozent, sprachen jetzt nur mehr 52,8 Prozent der Wahlberechtigten der CSU ihr Vertrauen aus. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, meint Rudi Haller, Vorsitzender des Mittenwalder Ortsverbandes. „Sehr enttäuscht“ sei er aber, dass viele Wähler „die Arbeit von Thomas Schwarzenberger und Martin Bachhuber (CSU) nicht honoriert“ haben. Das hätten sie nicht verdient. Zumal viele Bürger, die in Mittenwald den Schwarzen den Rücken kehrten, wegen bundespolitischer Probleme unzufrieden seien. „Wenn etwas schief läuft, dann ist immer die Regierungspartei schuld.“ Das sei mit ein Grund für die Wählerwanderung Richtung AfD. Die Flüchtlingspolitik beschäftigt die Bürger nach wie vor. „Das ist aber auch das einzige, was die AfD zu bieten hat.“ Haller erinnert sich dabei an ein Gespräch am CSU-Infostand mit einer bekennenden AfD-Wählerin. Als er sie nach weiteren Konzepten fragte – eines für die Altersvorsorge zum Beispiel – habe diese nur gemeint: „Da wir noch eine junge Partei sind, haben wir da noch keine Konzepte.“

der CSU bei der Landtagswahl:

Mittenwald Erststimme: 41,9 (2013: 57,11 Prozent), Zweitstimme: 52,8 (71,3) – Krün: Erststimme 48,8 (60,5), Zweitstimme: 55,4 (69,9) – Wallgau – Erststimme: 49,3 (61,2), Zweitstimme: 56,5 (75,1).

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