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Langzeit-Baustelle an den Isarauen.

alma-senioren-Domizil  in Mittenwald

Wunsch und Wirklichkeit

Auf dieser Baustelle wird seit bald zwei Jahren geschuftet. Immer wieder gerieten die Arbeiten am künftigen „alma-Senioren-Domizil an den Isarauen“ ins Stocken. Nach nervenaufreibenden Monaten zeigt sich Projektsteuerer Mario Nowak aber zuversichtlich. Geht es nach ihm, wird am 1. Februar 2018 im ehemaligen Gewa-Firmengebäude Eröffnung gefeiert.

Mittenwald – Als Mario Nowak am 20. August 2014 gemeinsam mit Investor Günter Klockner im Zimmer von Bürgermeister Adolf Hornsteiner sein ehrgeiziges Projekt der Öffentlichkeit vorstellte, hätte sich der Projektsteuerer wohl nicht träumen lassen, welche Hürden er in den nächsten drei Jahren überwinden muss. Wunsch und Wirklichkeit – meilenweit voneinander entfernt.

Heute steht er im Innenhof des ehemaligen Gewa-Gebäudes und befindet sich nach wie vor auf einer Baustelle. Doch endlich ist auf dem langen Weg, der gepflastert mit Stolpersteinen war, ein Ende in Sicht.

Aber zurück: Nach der Projekt-Präsentation im Sommer 2014 machte sich Nowak mit seiner Projekt-Entwicklungs-Management GmbH SPM zügig an die Arbeit, um dem seit 2010 verwaisten Anwesen des ehemaligen Musikinstrumenten-Herstellers wieder in Form eines Senioren-Domizils Leben einzuhauchen. Doch schon vor dem Spatenstich im September 2015 geriet die Planung in Verzug. Bis die Baugenehmigung eingetrudelt war, ging mehr Zeit ins Land, als Nowak einkalkuliert hatte.

Als endlich die Bewilligungen unter Dach und Fach waren, wurden die verlorenen Monate vorerst aufgrund des schneearmen Winters 2015/16 wieder aufgeholt. Der Rohbau des neuen Trakts konnte schneller hochgezogen werden als geplant, das Bestandsgebäude wurde zügig entkernt.

Alles schien soweit zu laufen, bis es zur nächsten bösen Überraschung kam: Die Decke des Dachgeschosses musste aufgrund der Statik nun doch komplett erneuert werden. Größtes Problem: Zwar bescherte der Winter wenig Schnee, dafür machte der Regen der Baustelle ohne Dach zu schaffen. „1,50 Meter hoch stand das Wasser im Aufzugschacht“, erinnert sich Nowak ungern. Der Bau „verzögerte sich somit wieder um drei bis vier Monate“, bis das Wasser abgepumpt und die Böden wieder getrocknet waren. Der Fertigstellungstermin wurde nun vorsichtig auf Herbst 2016 anvisiert.

Als diese Hürden endlich genommen waren, trat plötzlich eine ganz andere Schwierigkeit auf: Aufgrund des momentanen Bau-Booms und der enormen Auslastung größerer Betriebe tat sich der Betreiber unvorhergesehen schwer, Firmen zu finden, die den Bau weiter vorantreiben.

Das war leider nötig, denn einige der Betriebe, die vorerst eingeplant waren, sind spontan abgesprungen, da sie nicht mehr genügend leitende Mitarbeiter auf die Baustelle brachten. „Wir haben jetzt sogar Firmen aus Rheinland-Pfalz herkommen lassen müssen“, berichtet Bauleiter Uwe Daub. „Die Marktsituation ist gerade sehr schwierig.“ Nun werkeln wieder rund 30 Mitarbeiter auf der Baustelle.

Doch auch er weiß, „was rum ist, ist rum“. Jetzt wird nämlich nur mehr der Blick nach vorne gerichtet und in die Zukunft geblickt. Das Gröbste scheint nun geschafft für den Komplex mit 3400 Quadratmetern Fläche, in welchen nächstes Jahr 60 Senioren in Vollpflege wohnen und von 40 Mitarbeitern betreut werden sollen. „Offizieller Eröffnungstermin ist nun am 1. Februar 2018“, verkündet Nowak feierlich. Die Bauarbeiten sollen bereits am 31. Dezember abgeschlossen sein. Der Januar wird nur mehr für „die Beseitigung kleiner Mängel und für die Abnahme“ genutzt.

Dank des Fixtermins kann die künftige Betreiber-Firma alma-Senioren-Domizile mit den konkreten Innenplanungen beginnen. „Wir bestellen gerade die Einrichtung“, erzählt Sonja Nowak, Heimleiterin der alma-Senioren-Residenz in Garmisch-Partenkirchen und künftige Geschäftsführerin in der Mittenwalder Einrichtung. Ihr zur Seite steht bei den Vorbereitungen Michele Richter, Pflegedienstleiterin in Garmisch-Partenkirchen. Auch das Personal kann jetzt gezielt gesucht werden. Vorerst aber nur leitende Kräfte, wie Sonja Nowak erklärt. Sie sollen nämlich in die Vorbereitungen der Eröffnung am 1. Februar 2018 eingebunden werden.

Josef Hornsteiner

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