Top-Lage für das geplante Hotel: das so genannte Kaffeefeld.

Mittenwalder Gemeinderat beschäftigt sich mit Bebauungsplan

Latscheneck: Berghotel-Projekt auf der Zielgeraden

Jetzt wird es ernst:  In einer Sondersitzung des Mittenwalder Gemeinderats wurde der überarbeitete Bebauungsplan für das neue „Silva Mountain – Berghotel“ vorgestellt. Im Großen und Ganzen steht dem Großprojekt nichts mehr im Wege.

Mittenwald – Ruhig und zufrieden saß Ulrich Franzky neben Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Die Sondersitzung um sein geplantes „Silva Mountain Berghotel“ auf dem Areal des ehemaligen Latscheneck-Hotels war nur mehr eine formelle Abhandlung. Die Träger öffentlicher Belange sowie die Öffentlichkeit hatten die Gelegenheit, Stellungnahmen zu dem ehrgeizigen Projekt einzureichen. Die meisten Punkte konnte der Gemeinderat schon nach wenigen Minuten einhellig absegnen. Die Bedenken und Anregungen etwa vom Landratsamt und der höheren Landesplanungsbehörde hielten sich in Grenzen und zogen nur kleinere Nachbesserungen nach sich.

So empfahl beispielsweise das Landratsamt, das gleich eine mehrseitige Stellungnahme bei der Marktgemeinde eingereicht hatte, auf Solar- und Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach des neuen Hotels zu verzichten. Gemeinderat Klaus Zwerger (Bürgervereinigung Mittenwald) verwunderte das doch sehr, warum gerade auf dem neuen Gebäude Solaranlagen dem Landschaftsbild ästhetisch schaden sollten. „Da seh ich doch auf den Dächern in Mittenwald viel mehr“, sagte er. Zwar wurde der Passus „Photovoltaik- und Solaranlagen sind nicht zulässig“ mitaufgenommen und vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet. Man lässt sich allerdings ein kleines Hintertürchen offen: „In Ausnahmefällen können blendfreie Solaranlagen begrenzt und schlecht einsehbar installiert werden“, erklärte Marktbaumeister Ralf Bues. Diese Entscheidung obliegt künftig dem Marktgemeinderat. Auch wenn im aktuellen Bebauungsplan noch keine Anlagen vorgesehen sind, will sich Franzky diese Möglichkeit offenhalten. „Noch wollen wir keine“, bestätigte er. Allerdings liegt seine Betonung auf „noch“. Für Bürgermeister Hornsteiner, der aus der Energie-Branche kommt, ein durchaus gelungener Passus. „Wir dürfen uns in Zeiten der Energiewende diese Möglichkeit nicht verbauen“, meinte er – zumal das neue Bergresort künftig viel Strom und Warmwasser benötigen wird.

Das Wasserwirtschaftsamt hatte Bedenken bezüglich des Niederschlags. Da die Immobilie in Top-Lage über Mittenwald thront, wäre aufgrund des Gefälles mit wilden Bächen zu rechnen. „Das anfallende Niederschlagswasser wird über eine Rückhalte-Einrichtung in einen neuen Regenwasserkanal abgeleitet“, heißt es daher in dem Regelwerk. Zudem wird das häusliche Schmutzabwasser in einem neuen Abwasserkanalsystem vom Hotelneubau bis zum Kranzbergparkplatz entsorgt. „Dort wird an die öffentliche Kanalisation angeschlossen“, erläuterte Bues. Auch die Nachbar-Eigentümer des ehemaligen Latschenecks hätten bereits signalisiert, sich daran zu beteiligen, um die neuen Abwasserkanäle nutzen zu können.

Die restlichen Punkte waren lediglich „redaktionelle Änderungen“, wie Marktbaumeister Bues gegenüber dem Tagblatt erklärte. So wurde nachträglich festgelegt, „für die Fassaden der auf den Sockelgeschossen stehenden Gebäude als Material ausschließlich Holz und Glas“ zu zulassen. Auch die Stützmauern sind nur aus Natursteinen oder aus „mit kleinformatigen Bruchsteinen aus Naturstein verblendete Betonmauern zulässig“. Sollte sich der Bauherr nicht an diese Vorgaben halten, können Bußgelder in Höhe von 500 000 Euro fällig werden.

Seitens der Mittenwalder Bürger waren keine Anregungen, Bedenken oder sonstige Stellungnahmen eingegangen. So steht nun dem neuen Beherbergungsbetrieb mit maximal 80 Gästezimmern und 160 Betten nichts mehr im Weg, sofern in den nächsten vier Wochen, in denen der Plan aushängt, nichts mehr bei der Gemeinde eingereicht wird.

Josef Hornsteiner

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