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Aus Alt wird Neu: Investor Ulrich Franzky hält das Modell des künftigen Mountain-Resorts in der Hand. Bürgermeister Adolf Hornsteiner (l.) freut sich über das Projekt Latscheneck.

Das letzte Stündlein hat geschlagen

Hotel Latscheneck und Karwendelbad sind bald Geschichte

Kommende Woche verschwindet In Mittenwald ein Stück Ortsgeschichte – und zwar in doppelter Hinsicht. Denn eine Firma aus Starnberg reißt nicht nur das stillgelegte Karwendelbad ab, sondern auch das ehemalige Hotel Latscheneck.

Mittenwald – In „vier bis sechs Wochen“ soll’s erledigt sein. „Dann ist das alte Latscheneck Geschichte“, sagt Investor Ulrich Franzky. Ist der seit vielen Jahren verwaiste und heruntergekommene Komplex erst mal dem Erdboden gleich gemacht, kann auf dem Kaffeefeld etwas Neues entstehen: das Vier-Sterne-Superior-Hotel der Mountain-Resort-Mittenwald-GmbH mit einer Investitionssumme von rund 15 Millionen Euro.

Die beauftragte Starnberger Firma Sauer Bau und Projektentwicklung GmbH macht aber nicht nur ein Stück Mittenwalder Gastronomie-Historie platt. Zeitgleich beginnt das Unternehmen am Montag mit dem Abriss des Karwendelbads, das exakt am 6. November 2016 für immer geschlossen wurde. Erste Vorarbeiten wie die Errichtung des Bauzauns wurden bereits getätigt. Bis Januar soll die Demontage der 1972 errichteten Anlage dauern.

Zeit, um Abschied zu nehmen: Am Montag beginnen beim Karwendelbad die Abrissarbeiten.

Marktbaumeister Ralf Bues zufolge sei ein „geringes Altlasten-Problem“ aufgetaucht. Heißt konkret: Der Fliesenkleber ist asbesthaltig. Daher muss das Abriss-Kommando beim Herausbrechen dieser Bauteile mit Vollschutz-Anzügen operieren, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass dann krebserregende Stoffe freigesetzt werden. 500 000 Euro hatte der Marktgemeinderat für den Abbruch des Karwendelbads im Haushalt bereitgestellt. „Wir sind guter Dinge, diesen Ansatz auch einhalten zu können“, verdeutlicht Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Wichtig in diesem Zusammenhang: Der komplette Lkw-Verkehr – und es werden viele Schwerlaster-Fahrten notwendig sein – soll über die Dammkarstraße Richtung Westen (Bahnhof) erfolgen. Der Ortskern bleibt also von Lärm und Dreck verschont.

Zurück zum Latscheneck: Auch in dem – noch – vor sich hinschlummernden Komplex, der 1919 von Gertraud und Johann Haller zunächst als Almhütte errichtet wurde, gibt es kleinere Problemfälle. So müssen laut Eigentümer Franzky etwa ein Öl- und Gastank entsorgt werden. Ansonsten sollen die Vorarbeiten reibungslos verlaufen sein – weder eine Kampfmittel-Untersuchung noch eine Naturschutz-Begehung bescherten irgendwelche Beanstandungen.

Am Montag schlägt übrigend zuerst für das dahinter liegende Badehaus das letzte Stündlein. In der Folge wird sich der Abrissbagger peu à peu nach vorne arbeiten. Alte Balken von anno dazumal sollen allerdings unbedingt gerettet werden. „Wir wollen die Geschichte des Latschenecks nicht zur Seite räumen“, betont Franzky. An selber Stelle solle ja ein neues Berghotel entstehen. „Der selbe Geist wird also in die Zukunft getragen.“ Was Franzky und sein Südtiroler Architekt Lorenz Pobitzer hoch über Mittenwald vor haben, wollen sie der Bevölkerung demnächst verraten – an einem Extra-Stand beim Christkindlmarkt.

Die Eckdaten indes stehen schon seit längerem: Auf dem 1,8 Hektar großen Areal sind vier von Holz und Glas dominierte Einzelbauwerke geplant, die teilweise viergeschossig aus dem Boden ragen. 80 Zimmer, Wellness- und Gastro-Räume sollen in exponierter Lage vor allem zahlungskräftiges und sportives Publikum anlocken, versorgt von etwa 50 Vollzeit-Arbeitskräften.

Das Frage nach dem Spatenstich wollen der Bürgermeister und sein Marktbaumeister lieber nicht beantworten. Die beiden haben in puncto Zeitpläne für Hotelprojekte zuletzt ja eher schlechte Erfahrungen gemacht.

Christof Schnürer

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