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Hier ist Schluss: Am Grenzübergang bei Scharnitz geht nichts mehr.

Landesgrenze bleibt geschlossen

Lawinengefahr: Endstation Mittenwald

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Der Winter hat das Obere Isartal und das benachbarte Seefelder Plateau fest im Griff. Eigentlich ein Traum, wenn da nicht die latente Lawinengefahr wäre. Das letzte Schlupfloch nach Tirol – die Staatsstraße nach Leutasch – bleibt im Gegensatz zur Landesgrenze noch offen.

MittenwaldIm Tiroler Nachbarort Seefeld fiebert man der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft (20. Februar bis zum 3. März) entgegen. Noch 42 Tage, dann ist es so weit. Herrschen dann solche Wetterbedingungen wie jetzt, wird’s zäh. Allein schon die Schließung der Landesgrenze bei Scharnitz ist für Bürgermeister Werner Frießer der Horror. „Genau das, was wir nicht brauchen können“, meint der Rathauschef. Schließlich werden in der pulsierenden Plateau-Gemeinde tausende von Fans aus Deutschland erwartet. Viele reisen auch mit der Bahn an, mit der Seefeld laut Frießer ein „Super-Abkommen“ geschlossen hat. Dumm nur, wenn in knapp sechs Wochen ähnliche Wetterverhältnisse herrschen und der Bahnverkehr komplett eingestellt – und auch kein Schienenersatzverkehr angeboten wird.

Aktuell jedenfalls bleibt das Nadelöhr an der Porta dicht. Rund drei Meter Schnee türmen sich derzeit oberhalb der Landesgrenze an der Brunnsteinspitze. Keiner weiß aktuell, wann sich die Situation an der berüchtigten Marchklamm entspannt. Vorerst bleibt der Grenzübergang bei Scharnitz komplett geschlossen. Experten gehen von einer Sperrung bis mindestens Freitag aus – Endstation Mittenwald.

Video: Versinken die Alpen im Dauerschneefall bis Ende Februar?

„Sollte es regnen, wird’s richtig gefährlich“, warnt Mittenwalds Ordnungsamtschef Josef Stieglmeier. Ihm zufolge ist die Situation auf der Staatsstraße nach Leutasch wegen der Schneefälle „bedenklich“. Dort werde „stündlich beobachtet“.

Dienstagabend trafen sich die Lawinen-Kommissionen Leutasch und Mittenwald ein weiteres Mal auf der engen Passage. Wie der Mittenwalder Obmann Heinz Pfeffer gestern um 17.45 Uhr bestätigte, soll das letzte Schlupfloch nach Tirol vorerst offen bleiben. „Die Schneedecke dort ist noch relativ homogen und nicht durchfeuchtet.“ Fängt es aber wieder zu schneien an, könnte sich die Lage schlagartig ändern. Dann wird auch dieser letzte Übergang in die WM-Region dichtgemacht.

Am Dienstag spielten sich dort zum Teil grenzwertige Situationen ab. So landeten Urlauber aus den USA mit italienischem Leihauto samt Sommerreifen im Schnee.

Bis auf Weiteres bleibt zudem die Mautstraße Wallgau – Vorderriß wegen akuter Lawinengefahr in beiden Richtungen geschlossen.

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