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Langsam nimmt die Großbaustelle am Fuße des Karwendels Konturen an.

Lawinenverbauung in Mittenwald

Richtfest an der Rainlähne

Mittenwald - Zwei Wochen früher als geplant ist an der berüchtigten Karwendelrinne der erste Lawinendamm entlang der B2 fertiggestellt geworden. Eine erfreuliche Zwischenbilanz.

Politisch gesehen hat Mittenwalds Bürgermeister momentan wenig Grund zur Freude: Hotel, Schwimmbad, Karwendelbahn – nichts will so recht nach seinen Vorstellungen klappen. Mit einer großen Ausnahme: Die Großbaustelle am Fuße der Rainlähne, jener berüchtigten Karwendelrinne, entwickelt sich prächtig. Grund genug für den Rathauschef, ein weiteres Mal bei den fleißigen Arbeitern auf dem riesigen Geröllfeld entlang der Bundesstraße 2 vorbeizuschauen.

„Mir ist es ein Bedürfnis, allen Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit ein Lob auszusprechen“, verdeutlichte Hornsteiner. „Wenn ich sehe, was sich alleine in den vergangenen fünf Tagen hier getan hat, dann kann ich nur ein herzliches Vergelt’s Gott sagen. Ich hoffe, dass wir uns alle im Juli 2017 bei der nächsten Einweihungsfeier wiedersehen.“

Jetzt stand erst mal ein kleines Richtfest auf dem Programm. Zwei Wochen früher als geplant konnte nämlich die Bodenplatte für die untere Stütze der Materialseilbahn der Mittenwalder Hütte und der kleine Lawinenschutzdamm parallel zur B 2 fertiggestellt werden.

Zusammen mit dem verantwortlichen Bauleiter Diplom-Ingenieur Bernhard Quehenberger, Polier Alois Rottensteiner, Vorarbeiter Klaus Fischer und den restlichen 13 Arbeitern der Firma Habau aus Perg/Oberösterreich spazierte Hornsteiner auf den 135 Meter langen und 13,4 Meter hohen unteren Schutzwall.

Dieser wurde nun durch einen Richtspruch Quehenbergers seiner Bestimmung übergeben. Die Zahlen, die er dabei nannte, sind durchaus imponierend. „Bei einem Gesamtvolumen von 150 000 Kubikmeter Erd- und Gesteinsabtrag haben wir bis heute rund ein Drittel geschafft.“ Allein für den jetzt fertiggestellten kleinen Lawinendamm bewegten die Oberösterreicher 25 000 Kubikmeter. „Wir haben ihn mit dem hier in der Baustelle abgetragenen Geröll gebaut und dann mit einem Geotextilgitter als Stützkonstruktion ummantelt“, erklärt Vermessungschef Günther Salaböck.

Im Einsatz bei dem 3,5-Millionen-Euro-Projekt sind lediglich 16 Arbeiter mit drei Baggern, zwei Planierraupen, einer Walze und zwei Muldenkippern. Ende November/Anfang Dezember stehen noch Sprengungen an. Dann soll hinter dem bereits fertigen Damm an der bergseitigen Böschung weiteres Gestein entfernt werden, um mehr Raum für die bei einem Lawinenabgang zu erwartenden Schneemassen zu haben. „Wir arbeiten heuer solange weiter, wie es die Witterung zulässt“, versichert Quehenberger.

Im kommenden Jahr soll dann der höhere Schutzwall (312 Meter lang, 24 Meter hoch) realisiert werden. Alles in allem hofft der Bauleiter, „dass wir auch schon vor Februar 2018, dem geplanten Ende, mit der Baumaßnahme fertig sind“.

Somit könnte hinter einer scheinbar unendlichen Geschichte doch schneller als gedacht ein Haken gemacht werden. Denn seit dem Aufsehen erregenden Lawinenabgang im Frühjahr 1999, der auch Anwesen im Schwarzenfeld tangiert hatte, gingen sage und schreibe 17 Jahre ins Land, ehe das bürokratische Gerangel um Geld und Zuständigkeiten für Mittenwald ein gutes Ende fand.

Wolfgang Kunz

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