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Einsatz in Mali: Am Wochenende geht‘s für das Kontingent aus Mittenwald nach Hause.

Familien wurden nicht informiert 

Bundeswehr-Panne in Mali: Mittenwalder Soldaten kommen verspätet heim

Seit Tagen warten 150 Soldaten in Mali auf ihren Rückflug in die Heimat. Am Wochenende soll‘s endlich klappen.

Bamako/Mittenwald – Das Warten hat offenbar ein Ende: Geschehen nicht weitere technische Pannen bei der Bundeswehr, können die Mittenwalder Gebirgsjäger, die seit Tagen in Bamako, der Hauptstadt von Mali, festsitzen, an diesem Samstag ausgeflogen werden.

Das bestätigte am Freitag Oberstleutnant Tilman von Plüskow, ein Sprecher im Bundesverteidigungsministerium, gegenüber dem Tagblatt. „Geplant ist, dass sie mit einer französischen Maschine nach Hause fliegen.“

Eigentlich sollten die rund 150 deutschen Soldaten des Mali-Kontingents mit dem Airbus 310 die Heimreise antreten. Doch das Flugzeug steht mit einem technischen Defekt in Dakar im Senegal. Klappt nun alles reibungslos, werden die Mittenwalder „Jager“, die seit Monaten in Mali im Krisen-Einsatz sind, an diesem Samstag über den Zwischenstopp Paris Köln erreichen. Von dort geht es per Bus in die Heimatgarnison und anschließend in den wohlverdienten Erholungsurlaub.

Umgang mit den Soldaten und den Familien sei eine Zumutung

Sehr zur Freude der Angehörigen in Mittenwald, die die jüngste Pannenserie der Bundeswehr inzwischen gar nicht lustig finden. „Wir haben schlechte Zeiten durchlebt, angsterfüllt, wie es sich niemand vorstellen kann“, sagt eine Betroffene, die namentlich nicht genannt werden möchte. Sie fragt sich: „Wie kann es sein, dass unsere Landesverteidigung – unser aller Schutz – so unorganisiert ist?“

Was die Frau besonders auf die Palme bringt: Sie weiß von zwei weiteren Mittenwalder Leidensgenossinnen, die am Donnerstag extra nach Köln gefahren sind, um ihre Lebensgefährten nach monatelanger Trennung am Flughafen zu empfangen. Sie warteten vergeblich. Die Maschine kam nicht – aus besagten Gründen. Informationen soll’s der Frau zufolge keine gegeben haben. Sie findet: „So wie die Bundeswehr mit zahlreichen Soldaten und deren Familien zu Hause umspringt, ist wirklich eine Zumutung.

Christof Schnürer

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