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Steht in der Präambel: die alte TSV-Halle.

Debatte im Marktgemeinderat Mittenwald 

Etappen-Erfolg für Sporthallen-Freunde

Zwei Drittel dafür, ein Drittel dagegen – mit 14:7 Stimmen segnete der Marktgemeinderat das Eckpunktepapier zwischen Kommune und dem TSV Mittenwald ab. Damit sind die Grundlagen für eine künftige Zusammenarbeit in puncto Sporthallen-Neubau auf den Weg gebracht.

Mittenwald – „Kein Kommentar“ – Georg Hornsteiner, der Vorsitzende des TSV Mittenwald, möchte sich zum Thema Sporthallen-Neubau derzeit wohlweislich nicht äußern. Der Raiffeisenbank-Vorstand verweist lieber auf seinen Verhandlungspartner Adolf Hornsteiner (CSU), seines Zeichens Bürgermeister. Warum sich der TSV-Chef beim Zukunftsprojekt seines Klubs merklich zurückhält, mag vielleicht auch an der jüngsten Gemeinderatssitzung liegen.

Zwar segneten die Volksvertreter mehrheitlich (14:7) das sogenannte Eckpunktepapier zwischen Kommune und TSV ab. Doch auch bei diesem Vorhaben kristallisierte sich die Front der Befürworter (CSU und Bürgervereinigung) und der Bedenkenträger (Freie Wähler und SPD) deutlich heraus.

„Macht das Sinn, über dieses Papier abzustimmen?“, fragte schon eingangs Florian Lipp (Freie Wähler) in die Runde. Denn nach der Präferierung eines Schwimmbad-Neubaus erscheint eine Realisierung einer Mehrfach-Turnhalle zumindest in den kommenden drei Jahren als nicht realistisch. „Wir tun gut daran, uns darüber zu unterhalten“, entgegnete ihm der Bürgermeister, der mit TSV-Vorsitzendem Hornsteiner und dessen Vize Andreas Knilling das 16 Punkte umfassende Schriftstück ausgehandelt hatte. Bei der Jahresversammlung des Turnvereins wurde es am 8. April mit überwältigender Mehrheit (76 Ja-Stimmen, eine Gegenstimme, eine Enthaltung) von den Mitgliedern auf den Weg gebracht.

Doch der Inhalt behagt nicht jedem Gemeinderat. „Wir sind auch für die Turnhalle“, meinte Rudi Rauch (SPD), „aber das ist ein Paket“. Was ihm Kopfzerbrechen bereitet, steht beispielsweise in der Präambel. Darin ist nicht nur von der Realisierung dieser Sportstätte die Rede, sondern „zur Förderung des Tourismus“ auch die bestehende, alte Turnhalle an der Klammstraße „zu erwerben und als zeitgemäßen Veranstaltungssaal weiter zu entwickeln“. Umso erstaunlicher die Sichtweise des Rathauschefs. Zu den Bedenken Rauchs sagte Adolf Hornsteiner: „Da steht kein Wort drin vom Veranstaltungssaal.“ Tut es doch, findet Rauch – und das, obwohl dieser „erst vor zwei Monaten im Bürgerentscheid von den Mittenwalder Wählern knapp abgelehnt wurde“, heißt es in einer Presse-Mitteilung der SPD. „Unserer Ansicht nach ein klarer Verstoß gegen den mehrheitlichen Bürgerwillen.“

Auch Georg Seitz’ (Freie Wähler) Begeisterung hält sich in Grenzen, zumal er das Papier erstmals bei der TSV-Versammlung zu Gesicht bekam. „Jeder hätte es vorher einsehen können“, konterte Bürgermeister Hornsteiner. „Ich verstehe die ganze Diskussion nicht“, wunderte sich Dieter Schermak (CSU). „Wir sollten schon anstandshalber über das Papier abstimmen.“

Das tat der Gemeinderat dann auch. Ein weiterer Beschluss wurde allerdings wieder von der Tagesordnung genommen. Darin sollte die Verwaltung in puncto Sporthallen-Neubau mit weiteren Schritten beauftragt werden. „Das war so nicht ausgemacht“, kritisierte Seitz. „Das können wir nicht bringen.“ Nachdem auch einige CSU-Vertreter (Hannes Ostler und Gerhard Schöner) mit dieser Formulierung ihre Schwierigkeiten hatten, kippte das Gremium die strittige Beschlussvorlage mit 21:0. Es gibt sie also doch noch in Mittenwald – einhellige Abstimmungsergebnisse.

Christof Schnürer

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