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Großzügige Spende: 1000 Euro gibt es für (v.l.) Christiane Hertkorn von Carmen Trapp, Lisa Brandtner und Stephanie Giefer vom Förderverein „in.puncto Zukunft“.

Heilpädagogisches Kinderheim

Mauganest in Mittenwald feierlich eröffnet

Mittenwald - Schon gleich nach der Eröffnung des neuen heilpädagogischen Kinderheims Mauganest in Mittenwald haben sich fünf Kinder in den Räumen dem ehemaligen Gästehaus „eingenistet“. Das Jüngste ist erst vier Monate alt.

Christiane Hertkorn strahlt. Der kleine Saal des Mauganests ist an diesem Samstag brechend voll. Viele müssen geduldig im Gang warten, als die Leiterin ihre Grußworte an die Runde richtet. Überwältigt sei sie, angesichts der hohen Spendenfreudigkeit der Isartaler. Glücklich, dass alles trotz etwaiger Startschwierigkeiten so hervorragend funktioniert hat. „Eine Geburtsstunde“ nennt sie die Eröffnungsfeier des neuen heilpädagogischen Kinderheims in Mittenwald – eine einmalige Einrichtung im Landkreis.

Treffender hätte sie es wohl nicht bezeichnen können. Denn auch für die meisten Buben und Mädchen beginnt ab sofort in der Albert-Schott-Straße ein zweites, neues Leben. Ruhe, Geborgenheit, Frieden und Liebe ersetzen langsam das, was viele von ihnen als dramatische Erfahrungen in sich tragen. Erzieherinnen werden zu Müttern, aus zerbrochenen Schicksalen heile Welten. Zumindest wennn es die Mittel und Kräfte der momentan rund 15 Mitarbeiter des heilpädagogischen Kinderheims zulassen.

Nur wenige Tage geöffnet, ist die Kapazität schon fast wieder erreicht. Da die Fluchttreppe vorerst nur bis zum ersten Stock reicht, darf auch nur dieser besetzt werden. „Momentan haben wir fünf Kinder in unserer Obhut“, erläutert Heimleiterin Hertkorn. Das Älteste sei zehn, das jüngste erst vier Monate alt. „Kommende Woche werden weitere drei dazu kommen.“ Die meisten davon aus dem Münchner Raum.

Auch in den vergangenen Monaten hat die Spendenbereitschaft der Isartaler nicht nachgelassen. Von Kleidung über Spielzeug bis hin zu Geldbeträgen ist en masse der neuen Einrichtung gespendet worden. Carmen Trapp und Lisa Brandtner, ebenfalls überwältigt von den vielen Besuchern am Samstag, nutzten die Gelegenheit, um ihre 1000 Euro der Heimleiterin persönlich zu überreichen. „Wir haben kleine Überraschungs-Pakete im Wert von je zwei Euro verkauft“, erklärt Trapp schüchtern. „Schließlich bin auch ich mit Herz und Seele Mutter und will den Kindern helfen, wo es nur geht“.

Aus baulicher Sicht ist fast alles getan. In den nächsten Tagen und Wochen, je nach Witterung, wird dann auch die Feuertreppe bis in den zweiten Stock reichen. Tatkräftig helfen auch Freunde und Bekannte Hertkorns, beispielsweise beim Aufbau der gestifteten Kinderbetten. Winzig stehen diese in den frisch gestrichenen Räumen und warten auf Kinder, die künftig in diesen schlafen werden. „Ich weiß, dass nichts eine Familie ersetzen kann“, räumt zwar Stephan Märte als Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie im Landratsamt ein. Erfolgreich seien diese Einrichtungen dennoch. Er schwärmt vom neuen Mittenwalder Kinderheim. „Hier wurden die Qualitätsstandards überfüllt.“

Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) schwelgt gleich in Erinnerungen, als er in dem ehemaligen Gastraum steht. „Genau hier hab’ ich als Jugendlicher schon beim Preis-Schafkopfen mitgespielt“, sinniert er. Für ihn hätte es „keine bessere Räumlichkeit in Mittenwald“ geben können, als die ehemalige Isarlust. „Es war schon immer ein Haus der Begegnung, der Geselligkeit und Gemütlichkeit.“ Hornsteiner erinnert sich an feuchtfröhliche Faschingsbälle und später dann an glückliche Gäste im Ferienhaus. „Jetzt bekommen es jene, die es am meisten verdient haben, betreut zu werden“. Die Kinder.

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