Winterschlaf: Im ehemaligen Hotel Latscheneck herrscht seit einigen Jahren Betriebsruhe. Foto: kunz

Der Millionen-Coup von Mittenwald

Mittenwald - Das lange verwaiste Hotel Latscheneck hat einen neuen Eigentümer: die Kaffeefeld Objekt Verwaltungs GmbH.

Das Hotel Latscheneck am Fuße des Kranzbergs mit seinem herrlichen Panoramablick auf Wetterstein, Karwendel und Tiroler Berge übte jahrzehntelang magische Anziehungskraft aus. Selbst die Fußball-Stars des FC Bayern schlugen dort im Sommer 1978 ihr Trainingslager auf.

In darauffolgender Zeit ging’s mit der Herberge in Top-Lage bergab. Auch die Pläne von Dr. Otfried Kaizik und seiner Frau Wilhelmine, dort eine Kurklinik zu realisieren, scheiterten - an der Gesundheitsreform. Das Ehepaar hatte das rund 6000 Quadratmeter große Areal 1988 erwarben. Nun haben sich die beiden Iffeldorfer „aus Vernunftsgründen“, wie Wilhelmine Kaizik betont, von der Immobilie getrennt.

Die Kaiziks haben das Hotel Latscheneck, das sie selbst noch zwölf Jahre als Gästehaus mit Halbpension geführt hatten, Mitte Dezember an die Kaffeefeld Objekt Verwaltungs GmbH verkauft. Im Raum steht eine siebenstellige Summe. Hierzu möchte sich der neue Eigentümer allerdings nicht äußern. Der Investor aus Oberhausen (Landkreis Weilheim-Schongau), der namentlich nicht genannt werden möchte, hält sich auch mit seinen Plänen - noch - zurück. „Letztlich solle aus dem „Latscheneck“ ein „kleines, feines und modernes Hotel“ werden - „im Vier-Sterne-Plus-Bereich“. Schon lange, so der neue Eigentümer, habe er aufgrund „der tollen Lage“ mit dem Erwerb dieser Spitzen-Immobilie „geliebäugelt“. Spätestens in einem Vierteljahr will das Familienunternehmen mit seinem Konzept an die Öffentlichkeit gehen.

Das Ganze soll in enger Abstimmung mit der Marktgemeinde Mittenwald, die das Kaffeefeld im Oktober 2008 in einem Grundsatzbeschluss zur „touristischen Sonderzone“ erhob, über die Bühne gehen. Was natürlich ganz im Sinne von Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) ist. Nach „losen Kontakten“ vor über einem Jahr „zeichnet sich nun eine Lösung ab“, teilt der Rathauschef mit. In einem ersten Schritt soll der „restaurierungswürdige Zustand“ des 1910 erbauten und mittlerweile verwaisten 50-Betten-Hotels behoben werden. In Phase zwei könnte dann laut Bürgermeister an die „Reaktivierung“ der Herberge gedacht werden. Ein florierender Betrieb hätte Hornsteiner zufolge positive Auswirkungen sowohl auf die Übernachtungszahlen als auch den Tagestourismus.

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