1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Mittenwald

Lästige Rückstaus an der Grenze: Dobrindt am Brennpunkt

Erstellt:

Von: Christof Schnürer

Kommentare

Prominenz aus Berlin: Gerne ist CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (r.) dem Ruf seiner Parteifreunde (v. l.) Benedikt Zunterer, Matthias Haller, Peter Wimmer und Gerhard Schöner gefolgt. An der Tankstelle an der Landesgrenze besprechen sie das immer wiederkehrende Rückstauproblem.
Prominenz aus Berlin: Gerne ist CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (r.) dem Ruf seiner Parteifreunde (v. l.) Benedikt Zunterer, Matthias Haller, Peter Wimmer und Gerhard Schöner gefolgt. An der Tankstelle an der Landesgrenze besprechen sie das immer wiederkehrende Rückstauproblem. © csu Facebook

Mittenwald – Vor einigen Jahren hätten die Einheimischen dieses Problem für undenkbar gehalten: Eine kilometerlange Autoschlange, die sich auf der Bundesstraße 2 von der Landesgrenze teilweise bis zum Verteiler Süd in Mittenwald zurückstaut. „Das passiert immer öfters da draußen, dafür müssen wir eine Lösung finden“, verdeutlicht Matthias Haller, der stellvertretende Ortsvorsitzende der CSU.

Mittenwald - Ein wesentlicher Grund für dieses neuartige Verkehrsphänomen ist die letzte deutsche Tankstelle an der Porta Claudia. Wollen vornehmlich zu Stoßzeiten zu viele Autofahrer dort gleichzeitig an die Zapfsäulen, ihren Reiseproviant auffüllen oder eine Autobahn-Vignette für Österreich kaufen, wird’s an der Station unter dem Brunnstein ganz schnell eng mit dem Platz.

Doch anstatt dass Reisende einfach weiter aufs Seefelder Plateau steuern und dort eine Tankstelle aufsuchen, drücken sie in das Areal der Station mit der gelben Muschel hinein – und falls das nicht reicht, bleibt man eben auf der B 2 stehen. Schon reiht sich darauf Pkw an Pkw. Und keiner, der irgendwo im Ried in der Reihe Richtung Süden steht, weiß im Grunde das Warum. „Der Verkehrsabfluss ins benachbarte Tirol muss sichergestellt werden“, lässt die CSU Mittenwald in einem Facebook-Post verlautbaren. Doch die Christsozialen wollen es nicht beim Reden belassen. Kurzerhand funkten sie ihren Parteifreund und Wahlkreisabgeordneten im Deutschen Bundestag, Alexander Dobrindt, an. Der CSU-Landesgruppenchef – immerhin zwischen 2013 und 2017 Bundesverkehrsminister – ließ sich nicht zweimal bitten. Gemeinsam hat Haller, dem CSU-Ortsvorsitzenden Peter Wimmer sowie den beiden Marktgemeinderäten Benedikt Zunterer und Gerhard Schöner machte sich der einflussreiche Bundespolitiker aus Peißenberg vor Ort mit Nadine Heiß vom zuständigen Staatlichen Bauamt Weilheim ein Bild. „Wir haben mit ihm verschiedene Lösungen diskutiert“, verrät Haller.

Eine allseits glücklich machende gibt es indes nicht. Diese Illusion nimmt einem Bauamts-Sachverständiger Werner Hüntelmann sogleich. „Das Problem kann man nicht auf der Straße lösen“, verdeutlicht er mit Verweis auf den Nadelöhr-Charakter unmittelbar vor dem Tiroler Grenzort Scharnitz.

So sind auf der einen Seite Berge und Bahngleis und vis à vis Häuser und Isar. An eine Abbiegespur zur Tankstelle sei deshalb nicht zu denken. Hüntelmanns Vorschlag: „Schilder wegnehmen.“ Beispielsweise den Hinweis auf die letzte Tankstelle vor der Landesgrenze. Das mag zwar werbetechnisch clever sein, könnte aber womöglich zu einem Abbiege-Reflex führen.

Hubert Hohenleitner, Chef der geplagten Mittenwalder Polizei-Dienstelle, sieht es übrigens genauso. „Ein schwieriges Problem.“ Denn einerseits möchte man unnötige Staus verhindern, andererseits einem Tankstellenbetreiber nicht die Geschäftsgrundlage entziehen.

So wird es für seine Kollegen gerade bei schönem Wetter, Reisewellen oder Bettenwechsel zur unbequemen Regelmäßigkeit werden, den Pfropfen bei Scharnitz zu lösen. „Wir könnten dort schon bald einen Dauerposten hinmachen“, scherzt Hohenleitner. Der eines sicher weiß: „Das war früher nie ein Problem dort.“

Doch wie beurteilt er die Tatsache, dass Autofahrer, die partout in die Tankstelle wollen, einfach auf einer Bundesstraße stehen bleiben und somit den Stau erst möglich machen? „Ein Graubereich“, sagt der Inspektionschef. „Da müsste man einen Richter fragen.“

Auch interessant

Kommentare