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Jetzt geht’s los: Im großen Stil soll binnen der kommenden drei Jahre der Bundeswehr-Standort Mittenwald attraktiver gemacht werden. 

Einiges wird modernisiert

30 Millionen Euro für den Bundeswehr-Standort Mittenwald

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In der Garnison Mittenwald startet der Staat eine millionenträchtige Modernisierungs-Offensive.

Mittenwald – Der Staat lässt sich den Bundeswehr-Standort Mittenwald einiges kosten: Rund 30 Millionen Euro an Steuermitteln fließen in den kommenden drei Jahren in den Ausbau und die Modernisierung der Edelweiß- beziehungsweise der Karwendel-Kaserne.

Der Alltag bei den Gebirgsjägern – sowohl beim Bataillon 233 als auch in der Gebirgs- und Winterkampfschule – ist bislang nicht sonderlich eingeschränkt. „Bis jetzt hält sich alles in Grenzen“, informiert Oberleutnant Niklas Bayer, der Presse-Offizier des Ausbildungsstützpunkts Gebirgs-

und Winterkampf (Karwendel-Kaserne). Einzige Einschränkung aktuell: In Sachen Fitness muss nach Garmisch-Partenkirchen ausgewichen werden. Denn seit einigen Wochen laufen die Arbeiten auf dem ehemaligen Sportgelände vor der Edelweiß-Kaserne auf Hochtouren. „Der Baubeginn für die neue Sporthalle wurde bereits Ende 2018 vollzogen, mit dem Bau des dazugehörenden Sportplatzes wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 begonnen“, teilt eine Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) mit.

Anlagen sind während der Nazi-Zeit in den 1930er teils kolossal gebaut worden

Die rund 1500 Soldaten der Garnison können die Eröffnung der neuen Halle kaum erwarten. „Denn die alte ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, findet Bayer. In der Tat: Schließlich wurden die Anlagen im Norden Mittenwalds während der Nazi-Zeit in den 1930ern teils kolossal verwirklicht.

Doch die Sportstätten – kalkulierte Kosten rund sechs Millionen Euro – sind erst der Anfang einer investiven Modernisierungsoffensive. Eine zentrale Sparte ist dabei die Energie- und Wasserversorgung. So sollen in beiden Kasernen die Wasserleitungen, das Kanalnetz und das komplette Wärmeverteilnetz generalüberholt werden. Der Bau eines Blockheizkraftwerks bildet bei der Sanierung das Prunkstück. Der Startschuss ist für Herbst 2020 geplant. „Insgesamt werden in die Schaffung moderner und energieeffizienter Anlagen in den Liegenschaften am Standort Mittenwald in den kommenden Jahren über fünf Millionen Euro investiert“, heißt es in der Stellungnahme des zuständigen Bundesamtes.

Künftige Wohnstätten werden komfortabler - mit Einzelzimmer samt Nasszellen

Einen großen Batzen Geld – alles in allem 13 Millionen Euro – steckt der Bund zudem in die zeitgemäße Ausstattung der ebenfalls altbackenen Unterkunftsgebäude beispielsweise mit WLAN. Zudem sollen die künftigen Wohnstätten der Soldaten deutlich komfortabler ausfallen – mit Einzelzimmern samt Nasszellen. Die Zeiten, in denen Rekruten in Sechsergruppen im Stockbett hausen mussten, gehören offenbar der Vergangenheit an. Möglicherweise hat die latente Personalnot bei der Truppe, die seit Aussetzen der Wehrpflicht besteht, ein Ende – getreu dem Motto „Mehr Komfort, mehr Nachfrage“.

2020 werden die ersten Gebäude fertiggestellt

Aktuell sind die Handwerker in der Edelweiß-Kaserne im Gebäude 14 zu Gange. Die Fertigstellung ist für das erste Halbjahr 2020 avisiert. „Bis zu diesem Zeitpunkt ist auch die Bereitstellung mit WLAN für alle Unterkünfte und Betreuungsbereiche geplant“, teilt die BAIUDBw-Sprecherin ferner mit. Überdies soll das Gebäude 17 zum reinen Büro- und Funktionskomplex „moderner Bauart“ umgewandelt werden. Loslegen möchte man „voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2020“. „Weitere Gebäude werden in den kommenden Jahren Schritt für Schritt folgen, um damit die Einschränkungen für die Nutzer in der Liegenschaft während der jeweiligen Bauphase zu minimieren“, sagt die Pressesprecherin aus Bonn, die abschließend noch auf „Maßnahmen der Gebäudeautomation“ verweist. Was sich hinter diesem Wortungetüm verbirgt, konnte auf Nachfrage nicht geklärt werden. Für die „technischen Anpassungen“, wie es weiter heißt, sollen nochmals ab Mitte 2022 über sechs Millionen Euro fließen.

Eine Charme-Offensive im wahrlich großen Stil.

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