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Empfang in München: Staatsministerin Michaela Kaniber nimmt sich Zeit für die Vertreter des Almwirtschaftlichen Vereins: (v. l.) Josef Glatz (Vorsitzender), Nikolaus Schreyer (Dritter Vorsitzender), Jakob Müller (Zweiter Vorsitzender), Christian Neuner (Kassier) und Geschäftsführer Hans Stöckl.

Besuch bei Michaela Kaniber

Almbauern erfreut: Ministerin „ganz auf Linie“

  • vonChristof Schnürer
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Freizeitsportler, Naherholer, Beutegreifer – die Almbauern kämpfen derzeit an vielen Fronten. Rückendeckung erhalten sie von Michaela Kaniber (CSU). Das ist der Tenor einesBesuchs beim Kabinettsmitglied in München.

München/Landkreis – Seit bald 30 Jahren gehört Christian Neuner („Hackl“) dem Vorstand des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO) an. Der nimmermüde Kassier aus dem Oberen Isartal ist im Auftrag der Bergbauern schon oft bei bayerischen Regierungsmitgliedern in München vorstellig geworden. Nun stand für die neugewählte AVO-Führung der Antrittsbesuch bei Landwirtschaftsministerin Michael Kaniber (CSU) auf der Agenda.

„Sie ist ganz auf unserer Linie“, berichtet Neuner – zumindest was das Streitthema Wolf betrifft. „Ich glaube schon, dass sie unsere Sache vertritt“, ergänzt Josef Glatz. Der „Hoariger“ aus Garmisch steht seit Oktober 2019 bei den oberbayerischen Almbauern an der Spitze. In einem längeren Vortrag sprach Glatz vor Kaniber das an, was seinen Vereinsmitgliedern auf der Seele brennt. Und das ist bei Weitem nicht nur die Rückkehr des Beutegreifers, der andernorts bereits ganze Schafherden gerissen hat.

„Es gibt so viele Themen“, meint Neuner. Schließlich lebt man in Zeiten, in denen im Internet eine besonders fragwürdige „Challenge“ die Runde macht: Kühe erschrecken. „Blöder geht’s nimmer“, fällt dazu Vorsitzendem Glatz ein. In vielerlei Hinsicht lassen inzwischen viele Freizeitsportler und Erholungssuchende auf den Almen und Bergwiesen jegliches Gespür missen. „Die Leute sind zum Teil sehr egoistisch geworden“, findet Glatz. „Eigentum wird nicht mehr wahrgenommen.“ Und damit meint der AVO-Vorsitzende nicht nur Wald und Wiesen, sondern auch das Vieh. Deshalb braucht es ein Mehr an Sensibilität. Glatz und Co. haben daher der Staatsministerin vorgeschlagen, eine Aufklärungskampagne zu starten. Diese soll eine Art Wegweiser sein, wie man sich beispielsweise im Berggebiet verhält. Daneben möchten Almbauern im Verbund mit den Fachstellen Lösungen entwickeln, wie Touristenströme im Gebirge gelenkt werden.

Für Neuner liegt der Fall auf der Hand: „Die Gesellschaft braucht den Landwirt, und der Landwirt braucht das Vieh.“ Lebt dieses aber in Gefahr vor wild gewordenen Bergsteigern oder Raubtieren, dann droht das Ende der Almwirtschaft. Allein in Mittenwald haben laut Neuner in den zurückliegenden 30 Jahren 25 Prozent der Familienbetriebe, die die heimische Kulturlandschaft pflegen, das Handtuch geworfen. „Und wenns die nicht machen, wer soll’s dann machen?“

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