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Auf mehreren Schultern ruht nun das Firmen-Schicksal – und zwar auf denen von (v. l.) Wolfgang Schwind, Andreas Hoyer und Michael Schwind. 

Mittenwalder Geschäftsleben

Der dritte Mann im Hause Schwind

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In dem renommierten Ingenieurbüro Schwind in Mittenwald gibt es personelle Veränderungen: Andreas Hoyer ist zum Jahreswechsel in leitender Funktion in den Familienbetrieb eingestiegen. „Damit ist die Zukunft gesichert“, verdeutlicht Seniorchef Wolfgang Schwind.

Mittenwald – Beerdigen die Schwinds ihr Ingenieurbüro? Diese brisante Frage geistert seit Wochen hartnäckig durch Mittenwald. Natürlich erreichte dieses Gerücht auch den Firmensitz der viel diskutierten Familie an der Kreidemühle. Dort wird natürlich nach Kräften dementiert. Von einem Ende der 43-jährigen Firmengeschichte könne überhaupt nicht die Rede sein, stellt Juniorchef Michael Schwind (42) klar, schränkt aber gleichzeitig ein: „Wir haben im vergangenen Jahr erkennen müssen, dass die seit 1977 aufgebaute Firmenstruktur so nicht mehr zukunftsfähig ist.“ Zuviel Verantwortung auf zuwenig Schultern. „Wir konnten überlegen, wie wir wollten: Uns fehlte einfach der dritte Mann“, erläutert Seniorchef Wolfgang Schwind (72).

Der ist mit Andreas Hoyer (45) gefunden. Seit 2. Januar bildet der Eschenloher mit den beiden Schwinds das Führungstrio. „Ich möchte die Arbeit fortsetzen und neue Akzente reinbringen“, sagt der Diplom-Ingenieur, der ab sofort Geschäftsführer der Schwind-Bauingenieure-GmbH (zwölf Mitarbeiter) ist.

Projektentwickler

Der Firmengründer und sein Sohn werden sich wiederum in der Schwind-Ingenieure-GmbH & Co. KG engagieren. „Wir arbeiten drei bis fünf Jahre parallel“, erklärt Schwind senior. „Wir können die Firma nicht wie einen Staffelstab übergeben, denn da hängt einfach zuviel Fachwissen dran“, ergänzt Michael Schwind. Dieser wiederum möchte sich künftig federführend um die Immobilien der Familie kümmern. Dazu zählen allein in Mittenwald das Bahnhofs- und ehemalige Zollgebäude, das Ärztehaus und das Marktrestaurant. Der Diplom-Ingenieur (FH) sieht sein Engagement nicht nur als bloßer Immobilienverwalter, sondern als Projektentwickler in seinem Heimatort. „Aber das hängt von den Rahmenbedingungen ab“, ergänzt sein Vater. Womit er zweifellos auf die politischen Gegebenheiten abzielt.

Aus dem klassischen Ingenieurs-Segment werden sich die Schwinds also peu à peu verabschieden und das Feld Andreas Hoyer, dem dritten Mann, überlassen. Dieser kam erstmals 1997 als Praktikant und Werkstudent mit der Firma an der Kreidemühle in Verbindung. Nach seinem Studium an der Technischen Universität München (TU) arbeitete er über 20 Jahre in München für die Suess-Staller-Schmitt-GmbH. Mit eben diesem Unternehmen will der Eschenloher die Zusammenarbeit forcieren.

Überall Schwind-Spuren

Somit wird es das Ingenieurbüro Schwind – wenn auch unter anderen Vorzeichen als in den vergangenen Jahrzehnten – weiter in Mittenwald geben. Spuren dieser Tätigkeit sind überall sichtbar – auf dem Karwendel (Fernrohr/Natur-Informationszentrum), bei Schloss Elmau (Retreat) oder demnächst im Mittenwalder Kaffeefeld, wo das Silva-Mountain-Sporthotel entsteht.

Über den eingeschlagenen Weg zeigt sich Wolfgang Schwind zufrieden und erleichtert. „Damit ist die Zukunft gesichert.“ Gleichzeitig betont er: „Ich habe das Recht, das Ganze auslaufen zu lassen.“ Dann sind auch mal 14 Tage Urlaub mit seiner Frau möglich. „Ich bin meinem Sohn, der ein Top-Ingenieur ist, dankbar, dass er mir die Augen geöffnet hat.“ Denn der Impuls zu einer Umstrukturierung kam vor gut einem Jahr vom Juniorchef – gespeist aus der Erkenntnis, dass die Ressourcen auch bei den Schwind-Ingenieuren irgendwann mal aufgebraucht sind – bei 60 bis 70 Projekten pro Jahr.

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