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Jetzt wird gearbeitet am und im alten Postgebäude.

150 hochwertige Werke

Kunstmuseum Mittenwald: Bauarbeiten haben begonnen

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Unmittelbar nach Fasching sind die Bagger angerollt. Mit anderen Worten: Die Umwandlung des Mittenwalder Postgebäudes in ein Museum hat begonnen.

Mittenwald – Seit elf Jahren ist es im alten Postgebäude am Mittenwalder Bahnhofsplatz gespenstisch leer. Doch seit dieser Woche herrscht in und an dem 1914 errichteten Solitär-Komplex reges Treiben. Bagger haben den Hof regelrecht umgepflügt, im entkernten Inneren weist auch nur noch wenig darauf hin, dass hier einmal Briefe sortiert wurden. Mit anderen Worten: Die Arbeiten für das Projekt „Kunstmuseum Alte Post“ haben begonnen.

Weiterer Mosaikstein

„Ein weiterer Mosaikstein“, sagt Bürgermeister Adolf Hornsteiner. Erst der Bahnhof, dann das Ärztehaus und das Info-Gebäude, jetzt das Museum. In das einst schmucklose Viertel rund um den „Schraubenzieher“ kehrt mehr und mehr das Leben zurück. „Jetzt wäre schön, wenn wir noch das letzte große Stück realisieren dürften.“ Womit der Rathauschef auf das brachliegende 11 000-Quadratmeter-Areal anspielt, auf dem bis vor einigen Jahren das Karwendelbad stand. Für Hornsteiner bekanntlich der ideale Standort für das umstrittene aja-Hotel. Die Lücke zwischen Zentrum und Bahnhof wäre dann zumindest geschlossen.

Zukunftsmusik, jetzt richten die Verantwortlichen ihr Augenmerk auf das noch schlafende Juwel mit dem signifikant gelben Anstrich. Unter der Federführung des Münchner Architekturbüros PoolLeberArch sollen demnächst die Rohbauarbeiten starten. „Damit wird nun die Wiederbelebung des alten Postgebäudes als Treff- und Kommunikationspunkt in die Wege geleitet und die Verbindung zwischen Bahnhof und Marktzentrum wieder hergestellt“, heißt es in einer Presse-Erklärung der Bauherrin Natalie Schorr.

Die Münchner Künstlerin hatte das verwaiste Gebäude 2015 erworben. Seitdem liefen die Planungen für ihr Kunstmuseum, in dem etwa 150 hochwertige Werke der klassischen Moderne sowie Arbeiten aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt werden sollen. „Hierzu soll auch ein reger Austausch mit den anderen Museen in der Umgebung wie zum Beispiel Murnau, Kochel und Bernried stattfinden“, lässt die medienscheue Schorr, eine gebürtige Hamburgerin, mitteilen.

Sonderausstellungen

Was soll entstehen? Das Post- und das Nebengebäude werden durch einen Empfangstrakt verbunden. Während im Haupthaus auf 450 Quadratmetern und auf drei Ebenen Ausstellungsräume vorgesehen sind, warten im Bereich der Fahrzeughalle ein Café sowie ein Mehrzweckraum auf die Besucher. Erschlossen wird das Areal von der Bahnhofstraße im Süden mittels einer behindertengerechten Rampe sowie einer großzügigen Treppenanlage im Osten. Beide Eingänge, einer vorne, einer seitlich, treffen sich im Zentrum des Grundstücks. Doch auch ein sogenannter Tiefhof unter dem zentralen Plateau soll entstehen – als Raum für Sonderausstellungen.

Für Schorr geht ein Traum in Erfüllung. Ein Jahr lang hatte sie nach einem geeigneten Objekt für ein Museum gesucht. Die Frau eines von ihr beauftragten Raumausstatters hatte das Postgebäude im Internet gefunden. Die Münchnerin, die Mittenwald aus Kindheitstagen kennt, fuhr in die Marktgemeinde, besichtigte das historische Haus und verliebte sich. Kurz vor Heiligabend 2018 machte ihr der Marktgemeinderat das schönste Weihnachtsgeschenk – und erteilte die Baugenehmigung.

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