Angst vor der Zukunft: Manuela und Stefan Brumbach stecken in der Bredouille. Die Zirkussaison hätte schon im März begonnen.
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Angst vor der Zukunft: Manuela und Stefan Brumbach stecken in der Bredouille. Die Zirkussaison hätte schon im März begonnen.

Keine Auftritte wegen Corona

Zirkus Brumbach geht langsam das Geld aus

Die Artistenfamilie Brumbach macht sich Sorgen. Ihr Zirkus ist in Mittenwald gestrandet. Auftritte gibt es wegen Corona keine. Das Geld wird knapp. Nun brauchen sie Spenden. 

Mittenwald – So langsam wird es eng bei der Artistenfamilie Brumbach. Ihr vor einem Monat aus Tirol „herausbeorderter“ Zirkus und das befreundete Puppentheater – insgesamt elf Betroffene mit fünf Kindern  – leben in Mittenwald mittlerweile am Rande des Existenzminimums. „Wir haben bisher nur Sachspenden wie Lebensmittel, Gaskartuschen und Kinderbekleidung erhalten“, erklärt Chefin Manuela Brumbach. „Jetzt geht uns langsam das Geld aus. In zwei Wochen werden wir unsere Steuerbescheide, Versicherungsforderungen und die Reparatur unserer in Stams in Tirol stehenden Zugmaschine einschließlich Standgebühr der noch dort stehenden Zirkuswagen nicht mehr bezahlen können.“

Existenzangst macht sich breit

Wie soll es weitergehen, wann können wir wieder arbeiten? Diese Fragen beschäftigen Stefan und Manuela Brumbach Tag und Nacht. „Wir haben echt Existenzangst.“ Die Gemeinde Kochel als Heimatquartier der Artisten gewährt eine kleine finanzielle Hilfe als Unterstützung zum Lebensunterhalt. „Weil wir vorwiegend in Tirol, Südtirol, Luxemburg und nur zwischendurch in Deutschland auftreten und hier wenig Steuern zahlen, bekommen wir auch kein Geld aus dem Regierungsfond“, erklärt die Chefin.

18 Vorstellungen waren in Haiming geplant

Eigentlich hätte – ohne Corona – die Zirkussaison schon im März begonnen. „Geplant waren alleine bis zum letzten Wochenende in Haiming/Tirol insgesamt 18 Vorstellungen“, erzählt der Zirkuschef. „Dadurch fehlen uns alleine 8000 Euro, die wir jetzt gut gebrauchen könnten.“

Isartaler gewähren Unterstützung

Die Menschen aus dem Isartal haben den Zirkus aber nicht ganz vergessen. „Jeden Freitag bringt eine Bürgerin ein paar Wasserflaschen, und der Franz aus Mittenwald tauscht uns die leeren gegen volle Gaskartuschen“, freut sich Manuela Brumbach. „Daneben bekommen wir von der Bäckerei Zunterer alias Fasl-Bäck ab und zu Gebäck, Brezen, Semmeln und belegte Brote.“ Einen Wasseranschluss und eine Duschmöglichkeit für das „Notquartier“ an der Ladestraße West gibt es nicht. „Das Fitnessstudio Easyfit und die Möglichkeit im Gebäude des Deutschen Zoll-Ski-Team am Bahnhof können wir wegen der durch das Corona-Virus bedingten Schließung auch nicht mehr benutzen“, teilt Manuela Brumbach mit. „Wir holen unser Wasser jetzt aus der öffentlichen Toilette gegenüber dem Bahnhof.“ Was bleibt und nervt ist die eintönige Warterei. „Wir würden so gerne auftreten und wieder Geld verdienen“, betont der Zirkuschef, und seine Frau ergänzt, „dass wir nur warten und hier alles sauber halten können“.

Zirkus freut sich über jede Hilfe

Täglich schreibt das Ehepaar E-Mails und versucht, die nächsten Auftritte zu planen. Doch ohne finanzielle Spenden wird bald „Schmalhans Küchenmeister“ das Kommando übernehmen. „Wir haben bis jetzt alle im Winter anfallenden Unkosten aus den Einnahmen der Sommerauftritte decken können“, betont die Zirkusmutter. „Jetzt würden wir uns über jedes noch so kleine Hilf- und Unterstützungsangebot freuen.“     Wer den unverschuldet in Not geratenen Zirkusleuten helfen will, kann sich unter der Telefonnummer 01 60/91 92 42 88 mit Manuela Brumbach in Verbindung setzen.

Wolfgang Kunz

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Wegen eines Feuers in einem Chemielabor in Mittenwald ging kürzlich außerdem ein Notruf ein. Ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten rückte aus, um die Flammen zu löschen.

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