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Hotel-Pläne in Mittenwald: Bürgermeister geht in die Offensive

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Von: Josef Hornsteiner

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Klarer Standpunkt: Adolf Hornsteiner wirbt für das aja-Hotel. © Peter Kornatz

Der Wahlkampf gewinnt an Fahrt. Das merkt auch der Bürgermeister. Beim Informationsabend der Mittenwalder CSU bemüht sich Adolf Hornsteiner nach Kräften, Bedenken und Gerüchte wegen des geplanten Hotelneubaus an der Bahnhofstraße zu zerstreuen.

Mittenwald Eigentlich hätte am Donnerstag ein Termin im Mittenwalder Rathaus stattfinden sollen. Besorgte Vermieter, die inzwischen sogar eine Interessengemeinschaft ins Leben gerufen haben, wollten mit Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) über das geplante Hotelprojekt auf dem Areal des ehemaligen Karwendelbads diskutieren. Der Meinungsaustausch mit den vermeintlichen Projektgegnern fiel ins Wasser. „Die Gegenseite hat abgesagt“, berichtete Hornsteiner am Freitagabend bei einer Wahlveranstaltung seiner CSU im Gasthof Postkeller.

Die Christsozialen stellten dort ihr Programm für die bald anbrechende neue Legislaturperiode vor. Da derzeit aber die Gerüchteküche wegen des aja-Refugiums mächtig brodelt, sah sich die Speerspitze der Mittenwalder Schwarzen im gut gefüllten Saal zu einer ausführlichen Stellungnahme veranlasst.

„Unterschrieben ist noch nichts“

Nicht zuletzt deshalb, weil bei diesem Thema in puncto Kommunikation einiges hätte anders laufen sollen. „Die Öffentlichkeitsarbeit im Sinne einer Bürgerinformationsversammlung ist noch nicht gemacht worden“, räumt Hornsteiner ein. Dazu soll die Zeit gefehlt haben. Ihm war klar, dass das Mammutprojekt nicht lange geheim bleiben wird. „Je länger Gespräche geführt werden, desto mehr Informationen dringen nach draußen.“ Deshalb nutzte er den Neujahrsempfang von Marktgemeinde und Bundeswehr, um die Öffentlichkeit frühestmöglich über das Vorhaben aufzuklären. In Kürze sollen nun bei einem Bürgerforum weitere Details folgen. So geschah es vor einigen Jahren mehrfach bei Hotel-Versuch Nummer eins auf dem Karwendelbad-Areal. Die Fünf-Sterne-Vision platzte damals bekanntlich wie eine Seifenblase.

Hornsteiner zufolge werden demnächst die Verantwortlichen der Deutschen Seereederei, die das 50-Millionen-Euro-Projekt realisieren möchte, Klartext reden. „Unterschrieben ist noch nichts“, beteuert der Bürgermeister. Ebenso unterstreicht er: „Das Hotel ist nachgewiesen im Vier-Sterne-Bereich angesiedelt.“ Es soll mit seinen 400 Betten mit 196 Zimmern dem seit langem anhaltenden Bettenschwund in Mittenwald entgegenwirken. In den zurückliegenden 24 Jahren sind dort 1900 Nachtquartiere weggebrochen. „Ein erschreckender Rückgang“, konstatiert Hornsteiner. Hotelbetten machen ihm zufolge nur einen Bruchteil der Übernachtungsmöglichkeiten aus. Über die Hälfte fänden sich in Ferienwohnungen, wie Zahlen der Touristinformation belegen. Pro Doppelzimmer verlangen Betreiber zwischen 140 bis 280 Euro.

Hornsteiner: Keine Gefahr für Bestandshotellerie

Des Weiteren betont der Rathauschef: „Dieses Projekt richtet sich nicht gegen die Bestandshotellerie.“ Mit der aja-Herberge werde eine andere, neue Zielgruppe angesprochen. „Menschen, die sich sportlich in der Natur betätigen und danach in einem Schwimmbad mit Sauna und Spa-Bereich zur Ruhe kommen wollen.“ Dieses Angebot soll laut Hornsteiner öffentlich nutzbar sein. Ebenso weiß er, dass dies „kein Ersatz für ein großflächiges, gemeindeeigenes Schwimmbad“ sein könne. Allerdings ist der Bürgermeister nach wie vor davon überzeugt, dass in Mittenwald „der Bedarf nicht gegeben ist“. Die Zahl der Beschwerden über das fehlende Schwimmbad „sind handverlesen“.

Gleichzeitig hofft Hornsteiner durch die Zusammenarbeit mit den norddeutschen Partnern auf einen höheren Bekanntheitsgrad für Mittenwald. Die aja-Hotel-Betreiber wollen angeblich einen siebenstelligen Betrag in Werbe-Maßnahmen investieren. Zum Vergleich: Das Volumen für Marketing der gesamten Alpenwelt Karwendel beträgt 350 000 Euro. „Da steckt Zugkraft dahinter.“

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