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Halbe Holzgeige: Der Hals liegt auf der Straße.

Passanten dachten an Vandalismus

Bekanntes Mittenwalder Wahrzeichen ist Fall für Sanierung: Erneuerung wird teuer

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Zehn Jahre schmückte sie den Mittenwalder Ortsteil Gries. Jetzt ist ein Teil der signifikanten Holzgeige kaputt. Vandalismus ist allerdings nicht die Ursache.

Mittenwald – Wer am Wochenende im Mittenwalder Gries einen Sonntagsspaziergang gemacht hat, dem wird vielleicht ein wichtiges Detail aufgefallen sein. Das Oberteil der dortigen Holzgeige ist abgebrochen. Seit der windigen Samstagnacht fehlt dem überdimensional großen Instrument der Hals – das Grieser Wahrzeichen ist nur mehr eine halbe Sache.

Paradoxerweise haben das viele Passanten gar nicht gemerkt. Erst als sie konkret darauf hingewiesen wurden, machte es bei ihnen klick. Sofort dachten viele an einen feigen Anschlag. Mitnichten, heißt es von Seiten der örtlichen Polizei. Ihr zufolge liegt kein Vandalismus vor. Der Zahn der Zeit nagte an dem guten Stück. „Der Baum ist total hin“, bringt es Bernhard Adam (56), der das Kunstwerk mit seinem Bruder Stefan (58) 2009 geschaffen hatte, auf den Punkt.

Mittenwald: Bekanntes Wahrzeichen ist sogar via Patent geschützt 

Die beiden Mittenwalder haben das Design der Grieser Geige via Patent sogar schützen lassen. Als vor zehn Jahren die Ortskernsanierung im ältesten Viertel der Karwendelgemeinde mit einem Fest begossen wurde, war die Enthüllung der etwa drei Tonnen schweren Skulptur durch Biathlon-Weltmeisterin Martina Beck der dramaturgische Höhepunkt.

Mit finanzieller Unterstützung der Geschäftsleute und Anwohner, die das Material und den Transport der Zwillingsbaum-Fichte aus dem Kleinwalsertal bezahlt hatten, schufen die Gebrüder Adam mit der Motorsäge in über 250 Arbeitsstunden diese Riesengeige der Extraklasse – und praktisch für Gottes Lohn. „Purer Idealismus“, wie Bernhard Adam betont. „Das macht keiner zweimal ehrenamtlich.“

Erneuerung des Mittenwalder Wahrzeichens wird kostspielige Angelegenheit

Seit langem ist auch im Rathaus bekannt, dass das Grieser Wahrzeichen, das oft und gerne als Fotomotiv herhalten muss, faulig und ein Sanierungsfall ist. Eine stürmische Novembernacht hat dem guten Stück nun den Rest gegeben. Was der Bürgermeister bedauert. Denn auch Adolf Hornsteiner, der unweit von dem Kunstwerk wohnt, hat die kleine Sehenswürdigkeit schon längst in sein Herz geschlossen. Zumal die Idee der Adams auch die Bewohner anderer Ortsteile inspiriert hat – beispielsweise die Anwohner des Fritz-Prölß-Platzes, die dort ein Floß verwirklichten.

Hornsteiner zufolge soll’s eine neue Geige geben. Details müssten noch mit den kreativen Brüdern abgesprochen werden. Dazu zählt auch das leidige Thema Geld. Im Raum steht eine vierstellige Summe. Hornsteiner spricht von 5000 bis 10 000 Euro. „Zumal wir es noch dauerhafter machen sollten.“ Adam sieht das ähnlich. Daher präferiert er Lärchenholz. Demnächst will man sich mit Gemeindevertretern an einen Tisch setzen. Denn im Frühjahr 2020 soll das neue Wahrzeichen das Gries wieder schmücken.

In Mittenwald ist außerdem eine labile Böschung ins Rutschen geraten. Die Straße ist deshalb in diesem Bereich vollgesperrt. Mit dem Thema Winterwetter hat sich außerdem ein Mittenwalder Experte beschäftigt. Er warnt vor einem erneuten Katastrophen-Winter.

Ärger nach Behörden-Irrtum: Auf einem Wanderparkplatz bei Mittenwald erhielt eine Frau trotz gültigen Parkticket einen Strafzettel - doch damit gingen die Probleme erst richtig los.

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