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Machen den Weg frei: (v. l.) Christian Brauer und Hans Brennauer arbeiten sich unterhalb der Sulzleklammspitz durch den Schnee. 

Startklar zu den Pfingstferien

Alles vorbereitet im Oberen Isartal für den großen Berg-Ansturm

  • vonChristof Schnürer
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Die Wege sind geräumt, die Gondeln und Wirtsstuben herausgeputzt. Jetzt können die Bergwanderer zu den Unterkünften im Karwendel kommen.

Mittenwald – Das Bild hat sozusagen symbolischen Charakter: Am Mittwoch schaufelte Brunnsteinhüttenwirt Hans-Peter Gallenberger mit seinen Helfern Peppi Fütterer, Hans Brennauer und Christian Brauer auf gut 2000 Höhenmetern unterhalb der Sulzleklammspitz den Klettersteig auf dem Karwendel frei. Eine kräftezehrende Arbeit Jahr für Jahr. Doch die schweißtreibende Schufterei hat sich rentiert: Der hochalpine Weg vom Brunnstein hinüber zur Karwendelbahn-Bergstation ist pünktlich zum Beginn der Pfingstferien durchgängig passierbar.

Laut Stefan Adam, dem zuständigen Wege-Referenten der Mittenwalder Alpenvereinssektion, soll Mitte der kommenden Woche auch der Klettersteig hinauf zur Westlichen Karwendelspitz (2365 Meter) geöffnet werden. Gleichzeitig nimmt am morgigen Samstag nach längerer Corona-Pause die Karwendelbahn wieder ihren Betrieb auf – natürlich unter strengen Hygiene-Vorschriften.

Da die Grenze nach Österreich nach wie vor geschlossen ist, gehen Tourismus-Experten davon aus, dass auch in der Region zwischen Simetsberg und Wetterstein ein Ansturm von Erholungssuchenden einsetzen wird. In den Berghütten ist man darauf, so gut es geht, vorbereitet. „Schau ma mal“, übt sich Hüttenwirt Gallenberger in Zweckoptimismus. Gestern gab’s für ihn und seine Kollegen per Video-Konferenz letzte Instruktionen vom Deutschen Alpenverein.

Inzwischen herrscht nicht nur auf dem Brunnstein, sondern auch in der Mittenwalder und Dammkar-Hütte wieder – eingeschränkter Betrieb. Am morgigen Pfingstsamstag starten zudem Birgit und Stefan Müller in der Hochlandhütte in eine außergewöhnliche Bergsaison. Ein wenig gemischte Gefühle hat der Wallgauer schon: „Ich hoffe, dass sich die Gäste an die Regeln halten.“ Wegen der Enge in den Lagern können allerdings die strengen Auflagen in der DAV-Unterkunft nicht eingehalten werden. „Daher wird es bis auf weiteres keine Nächtigungsmöglichkeiten geben“, bedauert Stefan Müller. „Wir bitten deshalb von Reservierungsanfragen abzusehen.“

Komplett geschlossen – und zwar den ganzen Juni – bleiben Rolf Graich von der Mittenwalder Alpenvereinssektion zufolge zudem die Krinner-Kofler-Hütte und die Wirtschaft in der Vereiner-Almhütte. Bis voraussichtlich Ende Juni hat auch das Soiernhaus geschlossen.  

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