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Stück für Stück in Sicherheit: Ein Bergwachtmann bringt den Mann in Not Richtung Tunnelfenster.

Rettungsaktion in Mittenwald

Großeinsatz: Urlauber stecken im Karwendel fest - wegen zu viel Schnee

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Diese Tour zur Westlichen Karwendelspitze werden die beiden Urlauber nicht so schnell vergessen. In felsigem und ausgesetztem Gelände war für sie plötzlich Endstation.

Mittenwald – Trotz Sommer-Temperaturen türmen sich in höheren Lagen noch die Schneemassen. Einem Urlauber-Paar wären sie auf ihrer Tour hinauf zur Westlichen Karwendelspitze (2385 Meter) am Dienstagnachmittag beinahe zur tödlichen Falle geworden. Dank des beherzten Eingreifens der Mittenwalder Bergwacht schafften sie in felsigem und steilem Gelände den sicheren Abstieg.

Ihr Fehler: Auf ihrem Weg von der Mittenwalder Hütte zum Gipfel wichen die Norddeutsche und der Rumäne immer wieder den noch üppigen Schneefeldern aus. „Das ist ihnen zum Verhängnis geworden“, verdeutlicht Einsatzleiter Matthias Wurmer. Irgendwann landeten die beiden auf etwa 2100 Metern unterhalb des Karwendelkopfs in einer Sackgasse. „Da haben sie sich nicht mehr weiter getraut.“

Urlauber unterschätzen Schneelage im Karwendel - Bergwacht im Großeinsatz bei Mittenwald

Den Notruf setzten die Bergsteiger um 14.10 Uhr ab. Das Dumme: Sie wussten ihren Standort nicht. „Mit Hilfe des Karwendelbahn-Personals konnten wir sie lokalisieren“, berichtet Wurmer. Zudem sorgten die Sturmböen für gefährliche Fallwinde. So dass die Rettung per Hubschrauber abgeblasen werden musste.

Mit einem Spezialseil konnten die Bergwachtmänner die ausgelaugten und geschockten Urlauber Stück für Stück zum Dammkar-Tunnelfenster und von dort zur Karwendelbahn-Bergstation bringen. Vier Stunden dauerte die anspruchsvolle Operation im schroffen und ausgesetzten Gelände. Die Geretteten hatten ihre Lektion gelernt und bedankten sich erschöpft aber glücklich bei den Bereitschaftsmitgliedern.

„Da oben liegt einfach noch verdammt viel Schnee“, schildert Wurmer die Verhältnisse gerade in schattigen, hochalpinen Lagen. In manchen Gruben beträgt die Schneedecke noch bis zu 2,5 Meter. Obendrein ist sie hart und kompakt. Ein Ausrutschen ist deshalb jederzeit möglich. „Das Handy sollte immer am Mann sein“, empfiehlt Wurmer – keinesfalls im Rucksack. Denn dieser könnte bei einem Sturz verloren gehen.

Wurmer zufolge soll derzeit keinesfalls der Mittenwalder Höhenweg passiert werden. Auch dort türmt sich noch die weiße Pracht. Dem Vernehmen nach wollen Brunnsteinhütten-Wirt Hans-Peter Gallenberger und einige Helfer Mitte kommender Woche den Steig frei schaufeln.

Erst vor Kurzem hatte es an der Zugspitze einen ähnlichen Einsatz gegeben - auch hier unterschätzten die Bergsteiger den Schnee - mit Folgen.

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