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Ein erster Entwurf: So oder so ähnlich könnte das künftige aja-Vier-Sterne-Hotel entlang der Mittenwalder Bahnhofstraße einmal aussehen. 

Überraschung unterm Karwendel

Hotel für Mittenwald - und ein öffentliches Schwimmbad gibt’s obendrein

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196 Zimmer, knapp 400 Betten, 50 Millionen Euro Investitionssumme -  das sind die Eckdaten des geplanten aja-Resorts in Mittenwald.

Mittenwald – Wer hätte gedacht, dass die Deutsche Seereederei einmal am Fuße des Karwendels tätig wird. Doch die Zeiten, in denen der ehemalige DDR-Staatsbetrieb in Schiffe investiert, sind längst vorbei. Immobilien lautet das Zauberwort. Und ein Filetgrundstück hat das Unternehmen vor einigen Monaten in Mittenwald ausgemacht. An der Bahnhofstraße, dort wo sich einst die Berliner Familie Berrendorf vergeblich im Luxus-Segment versuchte, möchte das norddeutsche Unternehmen laut Lutz Weller (Geschäftsführer DSR-Immobilien-GmbH) „weit über 50 Millionen Euro“ in die Hand nehmen.

Entstehen soll dort für die Hotelmarke und DSR-Tochter aja ein Vier-Sterne-Refugium mit 196 Zimmern und Suiten, Restaurants, Tiefgarage und – jetzt kommt’s – einem öffentlich nutzbaren Schwimmbad mit Sauna- und Behandlungsbereich. Mit anderen Worten: Diejenigen unter den Mittenwaldern, die seit drei Jahren ihr abgerissenes Karwendelbad schmerzlich vermissen, können voraussichtlich ab 2022 wieder in einem 10 mal 20 Meter großen Becken planschen. Einen Außenpool gibt’s obendrein. Das teilten am Mittwoch die DSR-Vertreter Weller, Torsten Vey (Projektentwickler) und Andreas Klee (Finanzen) sowie Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus mit.

„Eine sehr erfreuliche Entwicklung“

„Eine sehr erfreuliche Entwicklung“, findet der Rathauschef. Denn damit ist gut sechs Wochen vor der Kommunalwahl ein ganz heißes Thema scheinbar vom Tisch. Im Mai 2019 kam es zwischen der Marktgemeinde und der DSR zu einem ersten Kontakt. Hornsteiner spricht von „konstruktiven, aber kritischen Gesprächen“. Schnell kam es zu einer Annäherung. „Es ist kein Zufall, dass wir in Mittenwald gelandet sind“, betont DSR-Immobilien-Experte Weller. „Wir gehen in den Süden.“ Nach Ruhpolding und Garmisch-Partenkirchen (gerade im Bau) entsteht in den bayerischen Voralpen das dritte aja-Hotel. Über den Kaufpreis sind sich beide Seiten einig geworden, bewahren aber Stillschweigen. Nur soviel: Der Grund in Mittenwald ist Weller zufolge billiger als der im benachbarten Olympiaort. Noch Ende des Vorjahres hat der Marktgemeinderat laut Bürgermeister „mit überwältigender Mehrheit“ (eine Gegenstimme) in einem Grundsatzbeschluss Grünes Licht gegeben. Demnächst möchte die DSR das rund 11 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Rathaus und Bahnhof von der Kommune erwerben. „Wir stehen kurz vor der Investitionsentscheidung, die im Grunde nur mehr eine Formalie ist“, teilt Weller mit. Dann soll’s in gleichem Tempo weitergehen. Nach einer teilweisen Änderung des Bebauungsplans wollen die Investoren Ende 2020 den Bauantrag stellen. Die Fertigstellung des insgesamt achten aja-Hotels ist für Ende 2022 vorgesehen. Spätestens seit einem Besuch in Ruhpolding ist die Marktverwaltung von dem Konzept überzeugt – zumal 70 neue Arbeitsplätze in Mittenwald geschaffen werden sollen.

Schwimmbad für alle

„Wir gehen nur an entwickelte Standorte“, erläutert Torsten Vey. „Kernstück ist der Spa-Bereich“ – unter anderem mit einem sogenannten Nivea-Haus, in dem beispielsweise kosmetische Behandlungen angeboten werden. Daneben plant die DSR ein Buffet- und ein A-la-Carte-Restaurant. „Für jedermann offen“, versichert der Projektplaner. Im Gegensatz zu dem vor Jahren an selber Stelle anvisierten Komplex umfasst das aja-Hotel mit vier Etagen ein Stockwerk weniger, was gerade die unmittelbaren Nachbarn freuen dürfte.

Es sieht also tatsächlich danach aus, dass in Mittenwald mit dem Silva-Mountain-Sportresort auf dem Kaffeefeld (160 Betten), der Lifestyle-Garni-Herberge (272) Betten) an der Ladestraße Ost und dem aja-Hotel im Zentrum (400) binnen kurzer Zeit im unterschiedlichen Preissegment gut 800 neue Gästebetten hinzukommen. „Jede der drei Projekte verfolgt eine andere Zielgruppe“, betont Bürgermeister Hornsteiner. So kann der Bettenschwund von 30 Prozent in den vergangenen 25 Jahren um einiges kompensiert werden. 

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In der bayerischen Pfarrkirche St. Martin in Garmisch-Partenkirchen schweigen seit Mitte Januar nachts die Glocken. Der pikante Grund: Beschwerden von Touristen.

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