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Schlicht und einfach: Die Gemeindestraße am Lautersee-Ufer ist nicht asphaltiert. 

Privat oder öffentlich?

Lautersee-Straße eine verzwickte Angelegenheit

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Privat oder öffentlich? Das ist an der Lautersee-Straße die spannende Frage. Die Marktgemeinde befindet sich deswegen in regem Austausch mit den Anwohnern. Erst Ende vergangener Woche fand eine weitere Gesprächsrunde statt.

Mittenwald – Wenn in einer Gemeinderatssitzung auffallend viele Zuschauer sitzen, dann geht es zumeist um ein emotionales Thema. Die Zuwegung hinauf zum Lautersee ist ein solches. Die rund dreieinhalb Kilometer lange Strecke verbindet Mittenwald mit der kleinen Siedlung mit drei Gast- und sechs Privathäusern. Dazu gibt es dort oben in dieser Idylle einne Badeanstalt. Wer dort oben lebt, genießt Natur pur, ist allerdings weit weg vom Schuss. Das einzige Bindeglied ist jene Privatstraße, die im unteren Teil (von der Gemeinde angepachtete Forststraße zwischen Burgberg und Abzweiger Lautersee) dem Freistaat und weiter oben der Gemeinde (ungeteerter Uferweg) gehört.

Nicht zuletzt wegen zahlreicher Naherholer mit Tiroler Kennzeichen, die im Sommer angeblich verbotenerweise die Strecke benutzen, ist der Status der Lautersee-Straße nun wieder Thema. Soll sie privat bleiben oder öffentlich werden – mit allen Konsequenzen? „Das hätte gravierende Folgen“, verdeutlicht Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Sprich: viel mehr Verkehr. Mit der Ruhe – zumindest in den Sommermonaten – wär’s dann vorbei. Ende vergangener Woche erörterte Hornsteiner ein weiteres Mal diese verzwickte Angelegenheit mit der Interessensgemeinschaft. „Die Gespräche waren sehr konstruktiv.“

Dabei geht es nicht zuletzt um Bares. Denn aufgrund explosionsartig angestiegener Kosten beim Unterhalt vor ungefähr acht Jahren wuchs auch der jährliche Anteil der Lauterseer von einem drei- auf einen vierstelligen Obolus. Der Ausbau der 2,5 Kilometer langen Forststraße im Vorfeld des G7-Gipfels – der bayerische Steuerzahler übernahm die kompletten Kosten – schaffte noch einmal Entspannung. „Alle waren zufrieden“, bestätigt der Bürgermeister. Doch schon bald kochte die Sache wieder auf. „Wir befinden uns auf einem Annäherungskurs“, beschreibt Hornsteiner den Status Quo.

Es läuft wohl darauf hinaus, dass die Lautersee-Straße eine Privatstrecke bleibt – ohne Schanken. „Momentan ist an keine Barriere gedacht“, informiert der Rathauschef. An weiteren Details – Sanktionen für Unberechtigte, Anteil der Anwohner – gilt es noch zu feilen.

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