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Am unteren Niveau: Die Polizei-Inspektion Mittenwald könnte im Personalbereich eine moderate Aufstockung vertragen. 

Personalmangel in der Inspektion

Polizei Mittenwald: Nichts vom Kuchen abbekommen

  • vonChristof Schnürer
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Die Personaldecke ist dünn in der überalterten Polizei-Inspektion Mittenwald. Ein Problem, dass der Dienststellenleiter nun dem Gemeinderat erläutert hat.

Mittenwald – Vergleichsweise wenig Straftaten, geschweige denn Kapitalverbrechen: Für Thomas Holzer ist die Polizei-Inspektion Mittenwald „die schönste Dienststelle im ganzen Oberland“. Dennoch drückt den Polizeichef ein kleinwenig der Schuh: „Die Personalstärke ist einfach zu niedrig“, teilte Holzer dem Mittenwalder Marktgemeinderat am Rande seines Jahresberichts mit.

Gemeinderat Josef Schandl (Freie Wähler) hatte mit seiner Frage den Stein ins Rollen gebracht. Er wollte vom Dienststellenleiter wissen, ob die kleine Inspektion im Oberen Isartal von der bayernweiten Aufstockung der Sicherheitskräfte profitiere. Das musste Holzer ganz klar verneinen. „Der Kuchen ist woanders verteilt.“

Aktuell versehen 26 Beamte ihren Dienst in Mittenwald. Früher, als man noch Grenzpolizeiposten war, sollen es zu Spitzenzeiten einmal um die 70 gewesen sein. Lange ist’s her. Von den derzeit 26 Polizisten, die für Recht und Ordnung sorgen, fallen zudem sechs für den Nachtdienst aus. Was wiederum zu einer nicht unerheblichen Belastung des restlichen Personals führt. „Trotzdem ist es möglich, den Dienstbetrieb aufrecht zu erhalten“, versichert Holzer gegenüber dem Tagblatt.

Problem nicht nur in Mittenwald

Waren vor einiger Zeit ein Dienstgruppenleiter und zwei Streifenpolizisten in den Abendstunden im Einsatz, so ist es jetzt nach 19.30 Uhr noch eine Zwei-Mann-Besatzung. Muss diese ausrücken, wird die Inspektion abgesperrt und das Telefon nach Rosenheim umgeleitet. Eine Praxis, die sich im Großen und Ganzen bewährt hat. Von einem sprunghaften Anstieg der Kriminalität kann jedenfalls nicht die Rede sein. Dennoch würde es Holzer begrüßen, wenn die Dienststärke wieder angehoben werden könnte. Im selben Atemzug betont der Inspektionschef, dass Mittenwald in puncto Personal keineswegs allein auf weiter Flur sei. Doch mehr Polizeikräfte gibt es eben in Brennpunkten und nicht in der schönsten Dienststelle des ganzen Oberlands.

Diese steht noch vor einer weiteren Herausforderung: Mit einem Durchschnittsalter von 50 plus ist die ausgedünnte Inspektion definitiv überaltert. Im Laufe der kommenden fünf bis sechs Jahre verabschiedet sich die Hälfte in die wohlverdiente Pension. „Dann wird’s schwierig“, erläuterte Holzer den versammelten Gemeinderäten.

Auf der Zielgeraden

Grundsätzlich gilt die Regel, dass jede Stelle eins zu eins nachbesetzt wird. Nur könnten sich in der Praxis Verzögerungen ergeben. Soll heißen: Es müssen immer wieder mal Phasen überbrückt werden, in denen der eine schon weg, der andere aber noch nicht da ist.

Noch im Laufe dieses Jahres beenden zwei Beamte ihre Dienstzeit. Dann wird man sehen, wie lange deren Stellen vakant bleiben. Auf der Zielgeraden befindet sich übrigens auch Inspektionschef Holzer. Vor einigen Wochen ist der 61-jährige Krüner in die Verlängerung gegangen, hat ein halbes Jahr drangehängt. Wann auch immer er sich in die Pension verabschiedet, den personellen Umbruch in der Dienststelle wird Holzer auf alle Fälle als Ruheständler erleben.

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