Ein Baum liegt auf einem Auto
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Alle Hände voll zu tun haben die Einsatzkräfte der Mittenwalder Feuerwehr. Der Föhnsturm vom Wochenende hat ganze Arbeit geleistet. Zahlreiche umgefallene Bäume müssen beseitigt werden. Foto: Hans schmid/Fotoschmid

Feuerwehr 24 Stunden im Dauereinsatz

Föhnsturm wütet: Bäume fallen reihenweise um - einer kracht mit voller Wucht auf fahrendes Auto

  • vonChristof Schnürer
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Ein Föhnsturm hat Wochenende im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gewütet. Für eine Autofahrerin endete dies beinahe mit einer Tragödie.

  • Ein Föhnsturm hat über dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen gewütet.
  • Die Schäden sind beträchtlich.
  • Ein Baum krachte auf ein fahrendes Auto.

Mittenwald – Der Föhnsturm hat am Wochenende beinahe zu einer Tragödie geführt. Reihenweise stürzten Bäume auf die Straßen. Einer von ihnen krachte in der Nacht auf Samstag direkt auf das fahrende Auto einer Ohlstädterin. Die 52-Jährige kam laut Polizeisprecher Thomas Rappensberger „wie durch ein Wunder“ unverletzt mit dem Schrecken davon. „Sie hatte wirklich großes Glück“, sagt auch Hermann Baier, der Einsatzleiter der Feuerwehr, die am Freitag und Samstag rund 24 Stunden rund um die Uhr ausrücken musste.

Beinahe-Tragödie wegen Föhnsturm: Baum trifft fahrendes Auto

Der Vorfall mit der Frau aus Ohlstadt spielte sich gegen 23.45 Uhr auf der Staatsstraße 2542 auf Höhe der Kasernen-Ausfahrt ab. Baier zufolge kappte der Föhnsturm dort vier Buchen und eine Fichte. Einer von diesen Bäumen traf den Pkw voll. „Die Frau konnte selbst aus dem Wagen steigen“, bestätigt Baier und beruft sich auf ein kurzes Gespräch, das er mit der Ohlstädterin führte, die am Straßenrand auf die Rettungskräfte wartete. Ihr Auto wies einige Dellen am Dach und eine leicht zerkratzte Windschutzscheibe auf – der Gesamtschaden liegt bei ungefähr 2000 Euro.

Föhnsturm wütet im Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Reihenweise Bäume fallen um

Nur mehr Schrottwert hat hingegen der geparkte Pkw am Unteren Rain, auf den am Freitag gegen 22.30 Uhr ebenfalls ein entwurzelter Baum mit voller Wucht knallte.

Insgesamt registriert die Polizei Mittenwald während dieser stürmischen Phase von Freitag, 13. 40 Uhr, bis Samstag, 12.25 Uhr, 17 Vorfälle. Los ging’s mit einer umgefallenen Baustellen-Ampel auf der Bundesstraße 2 am Verteiler Mittenwald Süd. Daraufhin kam es laut Polizei „aufgrund der unklaren Verkehrssituation“ zu Behinderungen, da die B 2 in diesem Bereich wegen Bauarbeiten aktuell nur einspurig befahrbar ist. Dann fielen reihenweise die Bäume – freitags um 20.17 Uhr an der Gebirgspionierstraße, um 23.16 an der Ferchenseestraße, samstags um 2.16 Uhr am Schmalensee, um 2.35 Uhr an der Ausfahrt Karwendelbahn, um 3.45 Uhr entlang der Bundeswehr-Kasernen, um 7.40 Uhr am Unteren Rain, wo eine Telefonleitung beschädigt wurde, um 11 Uhr neuerdings an der Gebirgspionierstraße (ein Baum drohte, auf ein Auto zu stürzen), um 11.20 Uhr auf der B 2 (halbstündige Straßensperre) und um 12.25 Uhr erneut am Schmalensee.

Föhnsturm bei Mittenwald: Glascontainer rollt davon

In Windeseile war die Feuerwehr mit Motorsägen und sonstigem Gerät bei orkanartigen Böen vor Ort. Auch einige kuriose Geschichten schrieben diese stürmischen Stunden: So wurde am Freitag kurz vor Mitternacht am Waudl ein Dixi-Klo auf die Straße geblasen. Baier und Co. transportierten es weg. Im Schwarzenfeld wiederum landete ein Kajak auf einem Fußweg. Eine Polizeistreife sicherte das Boot. Am Dekan-Karl-Platz blies der Föhnsturm samstags gegen 9.30 Uhr so kräftig, dass ein Glascontainer wegrollte.

Bei diesen zahlreichen Vorfällen grenzt es regelrecht an ein Wunder, dass sich der Sachschaden in Grenzen hielt. Und ein Schutzengel war bei dem Unglück der Frau aus Ohlstadt ebenfalls mit von der Partie. Grundsätzlich kommt Einsatzleiter Baier zu dem Fazit: „Der Wind ist intensiver geworden, zumindest was die Böenstärke betrifft.“

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