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Zum Mäusemelken: Angesichts der Wahlpannen ist Josef Schandl inzwischen ins Grübeln geraten. 

Kampf ums Rathaus

Erneute Panne in Mittenwald: Freie Wähler müssen wieder nachsitzen

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Alle guten Dinge sind drei: Kaum zu glauben, aber die Freien Wähler in Mittenwald müssen neuerdings ihre Aufstellungsversammlung wiederholen. Jetzt drängt die Zeit.

Mittenwald – Angesichts der jüngsten Pannenserie gibt sich Ortsvorsitzender Josef Schandl keinen falschen Illusionen hin. „Da werden wir an Fasching wohl drankommen.“ Dem „Freiberger-Sepp“ schwant Übles. Mit „wir“ meint er die Vereinigung der Freien Wähler Mittenwald (VFM). Diese darf am 29. Januar nach einem weiteren Verfahrensfehler zum dritten Mal zur Aufstellungsversammlung laden. Also: Nachsitzen – die zweite. Was im Vorfeld von Kommunalwahlen in der Region eher Seltenheitswert hat.

„Dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen ist seit 1993 kein Fall bekannt, in dem eine Versammlung mehrfach wiederholt werden musste“, teilt Pressesprecherin Maria Kiefersauer mit. Aber gerade dann, wenn Verfahrensfehler bereits bei der Aufstellungsversammlung gemacht werden, zum Beispiel eine Bewerber-Wahl per Akklamation, führe dies zur „vollständigen Ungültigkeit“ des Wahlvorschlags. „Dann bleibt keine andere Möglichkeit, als die Aufstellung der Bewerber zu wiederholen, gegebenenfalls mehrfach.“

Die Freien Wähler in Mittenwald können davon ein Lied singen. „Ein ganz schöner Sch..“, entfährt es Georg Seitz. Ende November ist er von seiner Gruppierung zum Bürgermeisterkandidaten gekürt worden – per Akklamation. Erster Fehler. Dieser Fauxpas wurde still und heimlich bei einem weiteren Treffen einige Wochen später ausgebügelt.

Nun kam heraus, dass die VFM alle Gemeinderatskandidaten geheim gewählt hatte – nicht aber den gesetzten Spitzenmann Seitz – zweiter Fehler. Pikant dabei: Mit Dr. Hasso von Zychlinski verfügte man über einen Wahlleiter, der es eigentlich hätte wissen müssen. Schließlich fungierte dieser 24 Jahren in Mittenwald als Gemeinderat. So richtig lautstark dagegen interveniert hatte auch ein anderer nicht: Landrat Anton Speer (Freie Wähler), der für sich jedoch in Anspruch nimmt: „Ich habe sie darauf aufmerksam gemacht.“

Nun also müssen es die VFM-Vertreter ein drittes Mal probieren. Die vergangenen Tage seien geprägt gewesen von einer „intensiven Kommunikation mit den verantwortlichen Wahlleitern vor Ort und des Landkreises“, wie es Schandl in einer Pressemitteilung formuliert. Einer dieser angeführten Gesprächspartner ist der Mittenwalder Ordnungsamtschef Josef Stieglmeier gewesen.

Er hat den Freien Wählern eine Fristverlängerung bis 3. Februar gewährt. „Das ist der letzte Zeitpunkt“, mahnt der Wahlleiter. Denn im Grunde sollten alle Vorschläge bis morgen eingereicht worden sein. Bei der VFM wird nun ein Auge zugedrückt. „Aber jetzt leid’s koane Fehler mehr“, fügt Stieglmeier in bestem Bairisch hinzu.

Wie brisant und nervenaufreibend die leidige Geschichte inzwischen für die Verantwortlichen ist, belegt die gestrige Fahrt von Spitzenkandidat Seitz ins Landratsamt. Dort holte sich der Hoffnungsträger der Freien Wähler letzte Instruktionen von Kreiswahlleiter Thomas Reindl-Rieger. Denn jetzt geht man auf Nummer sicher.

Hinweis:

Die erneute Wiederholung der Aufstellungsversammlung der Vereinigung der Freien Wähler Mittenwald (VFM) findet am Mittwoch, 29. Januar, statt. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Hotel Alpenrose.

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