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Wieder vereint: der verängstige „Kalli“ (l.) und „Bozley“. 

„Kalli“ war komplett durch den Wind

Nach schwerem Unfall auf B2: Hund läuft verängstigt davon - und wird mit einem Trick gerettet

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Auf und davon: Der Schreck steckte auch ihm in den Knochen. Hund „Kalli“ lief weg. Erst am nächsten Tag konnte er eingefangen werden. Einer hat ganz besonders dabei geholfen. 

Gerold/Mittenwald– Frühmorgens, am Donnerstag gegen 7 Uhr, klingelte bei Christine Sprenger das Telefon. Es war ein Anruf von der Polizei. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Mittenwald setzte sich sofort ins Auto, fuhr zur B2, zur Ausfahrt Gerold. Dorthin, wo es am späten Mittwochnachmittag zu einem schweren Unfall gekommen war. Der zweite Hund einer leichtverletzten Frau wurde dort gesichtet. „Völlig verstört und durch den Wind“, sagt Sprenger. Während der schwarze Mischling „Bozley“ durch einen Polizeihundeführer nach der Kollision gefangen werden konnte, war der schwarz-weiße „Kalli“ entwischt, in den Wald abgehauen.

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Doch alle Versuche, das Tier ebenfalls zu fangen, scheiterten. „Er schlüpfte wieder durch den Zaun und war weg.“ Sprenger kam eine Idee. Um „Bozley“ hatten sich Tierarzt Dr. Peter Saur und dessen Assistentin Kathleen Kuhndt aus Garmisch-Partenkirchen gekümmert und ihn in Verwahrung genommen. Die Vereinschefin bat Kuhndt, mit dem anderen Hund zur Unfallstelle zu kommen, um den verängstigten „Kalli“ mit seinem Kumpel anlocken. „Es war die einzige Möglichkeit, ihn zutraulicher zu machen“, sagt Sprenger. Der Plan ging auf.

„Bozley“ und „Kalli“ sind ein Herz und eine Seele

Kaum sprang „Bozley“ aus dem Auto, näherte sich „Kalli“. Kein Wunder, die zwei sind ein Herz und eine Seele. Beim Spaziergang auf einer Wiese folgte er seinem tierischen Kameraden. Im passenden Moment gelang es Kuhndt schließlich, den Hund anzuleinen. Er hechelte zwar heftig, ließ sich aber in Gegenwart seines Kumpels beruhigen. „Das war rührend.“

Gemeinsam ging’s zu einem Brunnen, der sich zufällig in der Nähe befand. Anwohner brachten Schüsseln und Futter vorbei. „Kalli“ verschlang das Futter und genoss das frische Wasser, erzählt Sprenger. Auch streicheln ließ er sich. Danach nahm Kuhndt die zwei Vierbeiner mit ins Tierheim nach Garmisch-Partenkirchen, wo beide von Dr. Saur untersucht wurden. Sie sind wohlauf.

Diese guten Nachrichten überbrachte der Tierarzt den Hundebesitzern, die noch im Krankenhaus liegen und und sich Sprenger zufolge „wahnsinnige Sorgen um ihre zwei Lieblinge gemacht haben“. Die gut zweistündige Mission war geglückt, und eine Odyssee nahm nach ein tierisch-gutes Ende.


Wolfgang Kunz

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