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Im Gleichschritt marschiert das Mittenwalder Mali-Kontingent durch die Hochstraße zur Puit.

Abschiedsappell

Mittenwalder Gebirgsjäger erhalten Marschbefehl nach Mali

Die Mittenwalder Gebirgsjäger stehen vor einer weiteren Mali-Mission. Nun wurden sie in der Heimatgarnison verabschiedet.

Mittenwald Militärpfarrer Norbert Sauer hat ihn hinter sich, 252 Mittenwalder Soldaten steht er noch bevor: Die Rede ist vom Auslandseinsatz in Mali. Die Mission in Nordafrika startet zwar erst im September, doch aus Termingründen (Urlaub, Lehrgänge) nahm die Heimatgarnison am Donnerstag bei einem öffentlichen Appell in der Puit Abschied von ihren „Jagern“.

Zuvor marschierte das Mali-Kontingent der 2. Kompanie und des Stabs des Gebirgsjäger-Bataillons 233 im Tarnanzug vom Bahnhof durch Mittenwald zur Kuranlage – begleitet von sechs Gefechtsfahrzeugen. Da dröhnte es in der Hochstraße nicht schlecht, als die Wiesel, der Eagle, der Transportpanzer oder der Dingo auf der Hochstraße ihr Ziel ansteuerten.

„Seit 25 Jahren gehen unsere Jager schon in Auslandseinsätze. Jeder Abschied von Frauen, Männern und Familien ist etwas Besonderes“, zollte Bürgermeister Adolf Hornsteiner der angetretenen Truppe Respekt. „Hoffentlich sorgt Ihr Einsatz dafür, dass der Friede in Mali ein Stück näher rückt und ich sie alle gesund wieder sehe.“

Zusammen mit Kommandeur Jakob Klötzner und dessen vorübergehenden Stellvertreter Rudolf Harrach hatte Hornsteiner zuvor traditionell die Front der Soldaten abgeschritten, die mit dem Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen, einem Ehrenzug, den Fahnenabordnungen und den im Standort verbleibenden Soldaten in Reih und Glied standen.

„An dieser Mission sind mehr als 50 Nationen mit rund 11 000 Blauhelm-Soldaten beteiligt – davon 1100 aus Deutschland“, informierte Oberstleutnant Klötzner. Auftrag der Mittenwalder sind Aufklärung und die Wahrnehmung von Schutz- und Sicherheitsaufgaben für das im nördlichen Gao eingesetzte Aufklärungsbataillon 8 aus Freyung. Die Einsätze sind allerdings kein Kampfauftrag. „Gleichwohl sind wir darauf vorbereitet, denn unser Bataillon hat bei vielen Gefechtsübungen bewiesen, wozu wir fähig sind“, hob Klötzner hervor. „Daran ändern auch die Diskussionen um die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr nichts.“ Seine Soldaten schickt Klötzner mit besonderer Wertschätzung nach Mali. „Der Geist der Gebirgsjäger in Einsätzen ist durch Disziplin, Präzision und Kameradschaft hochgeschätzt.“ Im Vorfeld haben sich die Einheiten mit der politischen Lage eingehend befasst. „Trotzdem ist dieser Einsatz nicht einfach. Aber Sie sind ein Team mit Schlagkraft, das gemeinsam alle Herausforderungen bestehen kann. Sie sind 233’er mit einer großen Bandbreite an Wissen, Können, Erfahrung, Flexibilität und Leistungsbereitschaft in einem ganz besonderen Bataillon.“ Klötzner wünschte seiner Mali-Truppe Kraft und Zusammenhalt und eine erfolgreiche Bewältigung ihres Einsatzes und Gottes Segen. „Es gilt unser Leitspruch: Wenn es einfach wäre, könnte es jeder.“

Als Zeichen der Verbundenheit zur 2. Kompanie, für die die Gemeinde Wallgau die Patenschaft übernommen hat, überreichte Bürgermeister Hansjörg Zahler dem Kompaniechef Jonas Lengemann das obligatorische Ortsschild. „Bringen Sie es gesund aus Mali wieder zurück“, gab Zahler dem Hauptmann mit auf den Weg. „Wir sind in Gedanken bei Ihnen“. 

Wolfgang Kunz

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