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Die Mittenwalder Trachtler erwartet eine Geldstrafe.

Bußgelder könnten saftig ausfallen

Trotz Corona: Mittenwalder Trachtler treffen sich in Vereinsheim - Polizei rückt an

  • vonChristof Schnürer
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Die Mittenwalder Trachtler wollten nur kurz die Fahnenweihe besprechen. Doch in Corona-Zeiten ist das untersagt. Jetzt müssen sie mit einer saftigen Geldstrafe rechnen.

  • In der Corona-Pandemie sind Vereinstreffen laut Infektionsschutzgesetz nicht erlaubt.
  • Der Vorstand des Mittenwalder Gebirgstrachtenverein traf sich trotzdem - um eine Fahnenweihe zu besprechen.
  • Jetzt haben die Mittenwalder ein Bußgeldverfahren am Hals.
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Mittenwald – Gedrückte Stimmung beim Mittenwalder Gebirgstrachtenverein: Denn die Ausschussmitglieder erwartet ein Bußgeldverfahren, weil sie sich verbotenerweise zu einer Sitzung getroffen haben. Was aufgrund der aktuellen Corona-Auflagen streng untersagt ist. 

Mittenwalder Trachtler treffen sich trotz Corona - Vorsitzender will nicht viel dazu sagen

Der Vorsitzende findet das natürlich überhaupt nicht lustig. Zu den Konsequenzen befragt, meint Franz Lipp kurz und knapp: „Wir wissen noch nichts.“ Mehr möchte der „Dauberweiß“ in dieser ebenso pikanten wie ärgerlichen Angelegenheit nicht sagen.

Indiz für verbotene Corona-Zusammenkunft: zu viele Autos vor der Türe

Franz Lipp wartet auf den Bescheid.

Vor einiger Zeit wollte Lipp mit acht Vorstandsmitgliedern über das Thema Fahnenweihe diskutieren. Doch soweit kam es erst gar nicht. Noch bevor sich die Trachtler kurz zusammensetzen konnten, wurden sie von einer Polizeistreife vor dem Vereinsheim im Schwarzenfeld abgefangen. 

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Verbotenes Treffen der Trachtler in Coronavirus-Zeit: Anwohner haben sie nicht hingehängt

Entgegen anders lautender Gerüchte sollen Lipp und Co. nicht von Anwohnern oder Passanten hingehängt worden sein. „Es standen einfach zu viele Autos vor der Türe“, teilt Inspektionschef Thomas Holzer mit. Für seine Kollegen ein eindeutiges Indiz, in Zeiten von Versammlungsverboten einmal genauer nachzufassen.

Die Beamten haben von allen Beteiligten die Personalien aufgenommen. Jetzt liegt der Fall beim Landratsamt. Dieses strebt nun ein Bußgeldverfahren an. „Da kommen wir nicht drumherum“, sagt Pressesprecher Stephan Scharf.

Video: Coronavirus - soviel kosten Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen

Trachtler treffen sich: Sie erwarten saftige Corona-Geldstrafen 

Den Mitwirkenden dieser unerlaubten Zusammenkunft drohen saftige Geldstrafen. Diese können laut Bußgeldkatalog im schlimmsten Fall 5000 Euro für den Veranstaltungsleiter und jeweils 500 Euro pro weiteren Teilnehmer betragen. „Da gibt es natürlich einen Ermessensspielraum“, betont Scharf. 

Anderer Fall in Corona-Zeiten: Gnade für Wählerverein Wallgau

Doch eines ist auch klar: Eine Einstellung des Verfahrens wie neulich beim Wallgauer Wählerverein wird es bei den Mittenwalder Gebirgstrachtlern definitiv nicht geben.

Die Gemeinderäte des Wählervereins hatten sich vor kurzem zur Vorbesprechung der Konstituierenden Sitzung getroffen. Als plötzlich die Polizei anrückte, sollen dem Vernehmen nach deutliche Worte gefallen sein. Das war aber nicht der Grund, warum das Landratsamt den Fall Wallgau zu den Akten legte. Vielmehr handelte sich bei der Versammlung des Wählervereins um ein Treffen mit politischem Charakter.

Für einen anderen Bewohner des Landkreises Garmisch-Partenkirchen gelten in der Corona-Pandemie offenbar andere Regeln: Der Thai-König Maha Vajiralongkorn wohnt trotz Coronavirus-Krise aktuell in einem Luxushotel in Garmisch-Partenkirchen - und lässt sich auch vom Reisen nicht abhalten.

Mittenwald kommt nicht zur Ruhe. Am Dienstag (12. Mai) wurden 20 Einschusslöcher im Mittenwalder Kirchturm entdeckt.

„Viele aus München und dem Umland“: Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen zieht Bilanz zu den Corona-Verstößen - nur wenige kommen von Einheimischen. 

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