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Ein Experiment: Die Hochstraße soll noch bis Ende des Monats tagsüber eine Fußgängerzone sein. 

Unterschriftenaktion in Mittenwald

Sperrung der Hochstraße: Schon über 400 Gegner

  • vonChristof Schnürer
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Über 400 Unterschriften haben die Gegner der Hochstraßen-Sperrung schon gesammelt. Der Druck aufs Rathaus Mittenwald wird größer.

Mittenwald – Die Verwandlung der Hochstraße von einer wichtigen Verkehrsader zur Fußgängerzone ist noch keine Woche her, schon erhält der Mittenwalder Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) Besuch. Steffen Wolfram (Gasthof Gries), Karl Seitz (Haushaltswaren Seitz) und Wilhelmine Wörnle (Schuhhaus Wörnle) sowie ein paar Begleiter baten am Donnerstagvormittag ums Gespräch. Sie bezeichnen sich als die Initiatoren der Unterschriftenliste „Gegen die Vollsperrung der Hochstraße“. Laut Wolfram sollen sich darauf bereits 415 Unterstützer eingetragen haben, „um ein Zeichen zu setzen“ gegen einen „übers Knie gebrochenen“ Gemeinderatsbeschluss.

Weiter heißt es in der Presse-Mitteilung von Wolfram und Co., dass bereits 23 Gewerbetreibende, „die von der Vollsperrung betroffen sind und ebenso durch die Corona-Krise arg gebeutelt wurden, mit ihrer Unterschrift ihren Unmut zum Ausdruck gebracht“ haben.

Gastwirt Wolfram zufolge ist die Fülle an Gleichgesinnten, die binnen weniger Tage zustande gekommen ist, ein klares Indiz dafür, „dass es sowohl einen Aufschrei der Bevölkerung gibt“, als auch dass diese „Hauruck-Aktion schnellstmöglich rückgängig gemacht werden muss“. Abschließend wird in der Stellungnahme verlautbart: „Die betroffenen Geschäftsleute und Anwohner fühlen sich bei dieser Entscheidung nicht mitgenommen und wurden einfach übergangen.“ Die Unterschriften-Aktion soll bis zur nächsten Gemeinderatssitzung (30. Juni) fortgesetzt werden.

Dann muss der Gemeinderat Farbe bekennen: Abbrechen oder weitermachen – um nichts anderes geht es in der Causa Hochstraße. Auf Initiative von Gemeinderat Florian Lipp (Freie Wähler) beschloss das Gremium am 26. Mai, diese Verbindung in den Ortsteil Gries vorübergehend zu kappen. 11:10 endete die Abstimmung. Die Minderheit – die CSU-Fraktion und der SPD-Bürgermeister – hatte die temporäre Einbahn-Regelung präferiert, nicht zuletzt um corona-geschädigten Wirtsleuten auf die Beine zu helfen (wir berichteten).

Doch ob dafür oder dagegen: Alle waren sich einig, dass die Sperrung der Hochstraße probeweise erfolgen solle. Um fünf Wochen später mit neuen Erkenntnissen zu arbeiten. Die Unterschriftenliste, die ihm gestern in die Hand gedrückt wurde, bezeichnet Corongiu als „substanzielle Rückmeldung“. Er spricht zudem von einem „guten, ruhigen und sachlichen Gespräch“ mit Wolfram und Co. Der Bürgermeister möchte in 25 Tagen eine „vernünftige Lösung – wie immer die auch aussieht“.

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