+
Der Spitzenkandidat und seine Mannschaft: Hoffnungsträger Georg Seitz (vorne Mitte) wird von (v. l.) Florian Lipp, Thomas Wunderer, Silvia Bader, Franz Jais und Josef Schandl flankiert. 

Der Herausforderer der Freien Wähler

Geheimnis gelüftet: Dieser Mann steigt gegen den Mittenwalder Bürgermeister in den Ring

Jetzt ist es raus: Georg Seitz wird der Bürgermeister-Kandidat der Freien Wähler. Er fordert im März 2020 Amtsinhaber Adolf Hornsteiner (CSU) heraus.

Mittenwald – Lange Zeit galten die beiden als beste Freunde. Dann brach die emotional aufgeladene Debatte um das Für und Wider eines neues Hallenbads über sie herein. Seitdem ist das Verhältnis zwischen Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) und – man muss es jetzt fast sagen – Oppositionsführer Georg Seitz getrübt. Im März 2020 steht dem Mous’n-Adi und dem Gratz’n-Schorsch eine weitere Belastungsprobe bevor: Seitz möchte den amtierenden Chef nach zwölf Jahren aus dem Amt kegeln. Das Geheimnis, wer bei den Freien Wählern Hornsteiner herausfordert, ist somit gelüftet.

Monatelang hielt sich die ehemalige Bürgermeister-Partei bedeckt. Kein Name drang nach draußen. Gemeinderat Josef Schandl (Freiberger) oder Vorstandsmitglied Thomas Wunderer handelte man in Mittenwald heiß. Den eigentlich starken Mann in der Fraktion hatte niemand so recht auf dem Plan. Dabei verfügt der Bauhof-Mitarbeiter über einschlägige kommunalpolitische Erfahrung – mit einer kurzen Unterbrechung sitzt Seitz seit 2002 im Gemeinderat. Daneben übte er viele Jahre das Amt des Ortsvorsitzenden bei den Freien Wählern aus. 

Lesen Sie auch: Im ständigen Streit zwischen dem Vorstand der Mittenwalder Karwendelbahn und dem Bürgermeister Adolf Hornsteiner ist es zu einem Gerichtsprozess um das Hausverbot für Hornsteiner gekommen. Karwendelbahn-Vorstand Wolfgang Reich rastete vor Gericht völlig aus.

Auf Augenhöhe

Jetzt tritt er nach Monaten der Spekulation und des Rätselratens aus dem Schatten heraus und bietet dem bisher unangefochten amtierenden Bürgermeister bei den nächsten Kommunalwahlen die Stirn. „Unser klares Ziel ist, dass in der nächsten Periode die absolute Mehrheit der CSU und damit deren Alleinherrschaft gebrochen wird“, schwor Seitz am Freitag bei einer Sitzung die Vorstandsmitglieder auf seinen Kurs ein. „Dazu ist ein starker Wahlvorschlag von Nöten. Der erfordert nicht nur zugkräftige Gemeinderatskandidaten, sondern auch einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt.“ Weiter meinte Seitz: „Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe wird angestrebt, und die Bürger sollen dabei eine Auswahl haben.“

Im Ort verwurzelt

In der Tat: Der 7300-Einwohnerort hatte weder 2008 – Hans Wörnle zog seinerzeit aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig zurück –, noch 2014 die Wahl im klassischen Sinne. Es gab nur Adolf Hornsteiner.

Dieser bekommt es nun also mit dem Oppositionsführer zu tun. Ein politisches Leichtgewicht stellt der im Ortsgeschehen verwurzelte Seitz jedenfalls nicht dar. Das Ehrenmitglied der Musikkapelle ist aktuell im Marktparlament Feuerwehrreferent und im Aufsichtsrat der Isartaler Tourismus-GmbH Alpenwelt Karwendel vertreten. Damit trägt der 51-Jährige für den Hauptwirtschaftszweig und dessen positive Weiterentwicklung Verantwortung. Als langjähriger Bediensteter des Marktes ist für ihn die kommunale Arbeit kein fremdes Wesen. Unaufgeregt stellt sich Seitz, der wie kein anderer den Wunsch nach einem neuen Hallenbad verkörpert, in den Dienst seiner Fraktion und schultert gleichzeitig die Hauptlast. Nach außen hin zumindest sieht er dem Wahlausgang in einem halben Jahr gelassen entgegen.

Führungsduo optimistisch

Zuversichtlich zeigte sich unisono das Führungsduo der Vereinigung der Freien Wähler Mittenwald (VFM) – Vorsitzender Josef Schandl und dessen Vize Florian Lipp. „Mit der Listenaufstellung sind wir diesmal schon viel weiter als vor sechs Jahren um die gleiche Zeit“, sagte Schandl. Auch die Qualität der bisher zugesagten Kandidaten könne sich sehen lassen. Namen werden noch keine genannt. Auch aus der Bevölkerung komme unerwartet viel Zuspruch, ergänzte Schandl. „Dass der auch von CSU-Mitgliedern und Ex-CSUlern kommt, freut uns natürlich besonders.“

Inzwischen kann sich die Gruppierung auf knapp 100 Gleichgesinnte verlassen. Dass der Zulauf keine leere Phrase ist, bewies Schriftführerin Silvia Bader, die an Kassier Franz Jais gleich drei neue Mitgliedsanträge weiterreichte. Dieser teilte seinerseits erfreut mit, dass die erste Spende auf dem Konto eingegangen sei.

Leonhard Habersetzer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tourist folgt blindlings seinem Navi - und landet mitten auf Skipiste
Da hätte er wohl lieber den Ortsbus genommen: Weil ein Tourist sich zu sehr auf sein Navi verließ, probierte er mit seinem Auto eine Skipiste hochzufahren. 
Tourist folgt blindlings seinem Navi - und landet mitten auf Skipiste
Alles andere als eine Fress- und Saufmeile: Christkindlmarkt in Mittenwald punktet durch Authentizität
Wieder einmal hat es der Christkindlmarkt unter die Top-Ten geschafft: Das GEO-Magazin zählt ihn erneut zu einem der schönsten in Deutschland. Woran das liegt? Am …
Alles andere als eine Fress- und Saufmeile: Christkindlmarkt in Mittenwald punktet durch Authentizität
Fehler in renommiertem Krankenhaus: Gesundheitswesen spricht von „unzureichender Qualität“  
Die Unfallklinik Murnau hat einen Fehler gemacht. Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen spricht von „unzureichender Qualität“.
Fehler in renommiertem Krankenhaus: Gesundheitswesen spricht von „unzureichender Qualität“  
Riesenärger nach Behörden-Irrtum: Frau parkt auf Wanderparkplatz - jetzt droht Strafverfahren
Eine Wanderin hat im Karwendelgebirge geparkt und trotz gültigem Ticket einen Strafzettel erhalten. Ihr wurde versichert, das Bußgeld sei nichtig. Doch dann kam Post von …
Riesenärger nach Behörden-Irrtum: Frau parkt auf Wanderparkplatz - jetzt droht Strafverfahren

Kommentare