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So soll das Hotel an der Ladestraße Ost in Mittenwald einmal aussehen.

Geheimnis gelüftet

Geplantes Hotel in Mittenwald: So wird es aussehen

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Ein neues Hotel mit einem Supermarkt im Erdgeschoss soll an der Mittenwalder Ladestraße Ost entstehen. Allerdings wird es keine billige Budget-Unterkunft, sondern „ein modernes Hotel für die Gäste von morgen“.

Mittenwald – Es passiert nicht oft, dass der Ägidius-Jais-Sitzungssaal im Mittenwalder Rathaus zu klein für seine Zuhörerschaft ist. Am Dienstag platzte er jedoch fast aus allen Nähten. Besonderes Augenmerk legten die zahlreichen Bürger auf jene Personen, die sich neben Marktbaumeister Ralf Bues und Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) platzierten: Unter anderem Andreas Kern, Prokurist der Ten-Brinke-Projektentwicklungs-GmbH und Architekt Frank Zech. Was sie in der nächsten Stunde vorstellen, darf getrost als Meilenstein für das Isartal bezeichnet werden.

Bereits im Vorfeld wurde ordentlich getuschelt und gerätselt. Was ist das für ein Projekt, das östlich des Mittenwalder Bahnhofs entstehen wird? Ein Hostel? Ein billiges Low-Budget-Hotel? Weder noch, kritisiert Rathaus-Chef Hornsteiner die seiner Ansicht nach „hochspekulativen Vorberichte“. Frank Zech, Geschäftsführer von Z-Plan-Architekten, lüftete schließlich das Geheimnis.

Neues Hotel in Mittenwald: 272 Betten in 136 Räume

Auf dem Areal an der Ladestraße Ost soll ein „Lifestyle-Hotel in dem Segment zwei Sterne Superior bis drei Sterne Garni Hotel entstehen“. Die 136 Räume mit 272 Betten werden im ersten und zweiten Obergeschoss „ein Mix aus Familien-, Zweibett- und Kingsize-Zimmern“. Damit soll die geplante Herberge dem anhaltenden Bettenschwund in Mittenwald entgegenwirken. Fast 50 Prozent der Hotelbetten hat die Marktgemeinde laut Hornsteiner in den vergangenen 25 Jahren verloren.

Im Dachgeschoss ist auf 500 Quadratmetern ein Konferenzbereich für etwa 160 bis 180 Personen vorgesehen. „Der Bereich kann in vier größere Räume aufgeteilt werden, die durch Verschieben der flexiblen Trennwände zu einem großen Raum erweitert werden kann“, beschreibt Zech. Drei kleinere „Break out Rooms“, quasi Separees, sollen beispielsweise kleine Gruppenarbeiten ermöglichen. „Uns war wichtig, für alle Konferenz-Teilnehmer eine Unterbringung unter einem Dach zu ermöglichen“, sagt Zech weiter. „Für ein Hotel dieser Größe schon eine relativ große Konferenzfläche.“

Neues Hotel in Mittenwald: Wellness-, Sauna und Fitnessbereich auch für die Öffentlichkeit nutzbar

So soll das Hotel an der Ladestraße Ost in Mittenwald einmal aussehen.

Der Wellness-, Sauna- und Fitnessbereich mit Dachterrasse im obersten Stockwerk soll nach jetzigem Sachstand auch „der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen“. Im Vorfeld der Planungen habe man sich ganz bewusst gegen eine Gastronomie in der Hotelanlage entschieden, teilt Rathauschef Hornsteiner mit. Gäste sollen zum Essen und für Veranstaltungen ins Ortszentrum gelockt werden.

Auch der geplante Vollsortimenter, wie ein Supermarkt im Fachdeutsch bezeichnet wird, ist ganz bewusst an diesem Standort ausgesucht worden. „Wir folgen nicht dem Trend, alle Grundversorgungseinrichtungen an den Rand von Ortschaften zu bauen“, sagt Hornsteiner. „Wir wollen sie wieder in Zentrumsnähe rücken.“ Dadurch soll „Leben und Frequentierung entstehen“.

Auch die Versorgungslücke für die im Osten lebenden Mittenwalder wird damit nach Jahren geschlossen. Zur Erinnerung: 2015 haben die Edeka-Filiale und deren Metzgerei-Untermieter Vinzenzmurr ihre Zelte am Mühlenweg abgebrochen. Nun soll lediglich einen Steinwurf entfernt ein neuer Vollsortimenter entstehen. Wer genau die Grundversorgung dort gewährleistet, ist noch offen. Insgesamt werden auf dem Areal 113 Stellplätze für Fahrzeuge entstehen.

Neues Hotel in Mittenwald: „Wollen etwas anbieten, was so in der Gegend noch nicht vorhanden ist“

Der Gemeinderat segnete den Einleitungsbeschluss für den Bebauungsplan 46 Ladestraße Ost einstimmig ab und sprach damit der Ten- Brinke- Projektentwicklungs-GmbH sowie Frank Zech sein Vertrauen aus. Mit ihm wurde ein erfahrener Architekt mit an Bord geholt. „Von einem Stern bis fünf Sterne war schon alles dabei“, beschreibt Zech seine bisherige Erfahrung. Von einem billigen Budget-Hotel will auch er nichts wissen.

„Wir wollen etwas anbieten, was so in der Gegend noch nicht vorhanden ist“, sagt er. Und tatsächlich: Ein Hotel dieser Art „gibt es im gesamten Isartal nicht“, präzisiert Hornsteiner. „Hier werden die Gäste von morgen kommen.“

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