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Blicken zurück: Hermann Giefer und Conny Glogger werden sich bestimmt noch an die „D’ Liab gegen d’Lumperei“ von 2004 erinnern. 

25 Jahre Kundschelamant

Giefer und Co. Zurück an alter Wirkungsstätte

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Eine nostalgische Reise machen der bekannte Schauspieler Hermann Giefer und sein Kundschelamant-Ensemble. Vor 25 Jahren feierten sie mit ihrer Freilicht-Inszenierung in der Puit eine unvergessene Premiere.

Mittenwald – Die Wetteraussichten: prächtig – die Vorfreude: riesig. Vor allem beim beim Initiator. Wobei Hermann Giefer (72) betont: „Das wird keine Inszenierung, sondern ein Wiedersehensfest.“ Und zwar der Kundschelamant-Spielleut, die vor 25 Jahren in Mittenwald mit ihrem Freilufttheater erstmals für Furore gesorgt hatten. Ein Vierteljahrhundert später kehren die Ensemble-Mitglieder am kommenden Samstag an die alte Wirkungsstätte zurück: in die Kuranlage Puit.

Seit Monaten arbeitet der nimmermüde Schauspieler Giefer („Dahoam is dahoam“, Forsthaus Falkenau) im Verbund mit Luitpold Wurmer (67) und dem ehemaligen Kurdirektor Klaus Ronge (69) auf diese Veranstaltung hin (wir berichteten). Warum er sich das trotz Dreh-Stress’ antut? „Meine Frau Sofie und ich wurden laufend auf den Kundschelamant angesprochen.“ Den wird es nach der Premiere 1994 und den beiden Fortsetzungen 1998 und 2004 definitiv nicht mehr geben – zumindest unter der Regie von Giefer. „Es wäre aber schön, wenn jemand wieder den Mut und den Arbeitswillen hätte, so etwas zu machen.“ Für Giefer, den gebürtigen Rheinland-Pfälzer, den es 1967 nach Mittenwald verschlug, dient die Nostalgie-Feier in der Puit nur einem Zweck. „Wir machen einen Deckel drauf, und dann ist Schluss!“

Was bleibt, sind die Erinnerungen an publikumsträchtige Inszenierungen, die Ortsgeschichte geschrieben haben. Kundschelamant – der Name stammt aus dem Mittelhochdeutschen, war Anfang des 15. Jahrhundert bereits bekannt und ein Ausdruck für einen schlitzohrigen Liebhaber – steht aber nicht nur für die drei Freiluft-Projekte in der Puit. Die Kundschelamanter, wie sie in der Folgezeit bei den Mittenwaldern hießen, verbindet man mit dem „Spectaculum“ (2000) in der Puit oder mit den Hans-Sachs-Aufführungen bei den Kaltenberger Ritterspielen oder beim Bozner Markt. Lokale Mimen wie Georg Sailer, Franz Schropp oder Werner Schuhmacher reiften in diesem kultigen Ensemble zu echten Bühnengrößen – inspiriert von Tausendsassa Giefer.

All das ist Geschichte. Es bleiben aber die lustigen, traurigen oder skurrilen Momente – Theaterleben eben. Ideengeber Giefer möchte sie in vier Tagen mit all seinen Wegbegleitern teilen – darunter sind auch prominente Kollegen wie Conny Glogger und Hansi Kraus, mit denen er 2004 bei „D’Liab gegen d‘Lumperei“ auf der Bühne stand, oder Sepp Schauer, der Mittelalter-Flair beim Bozner Markt versprühte. „Alle wollen sie kommen“, meint Giefer. „Nur von Fredl Fesl habe ich noch keine Antwort.“

Mitorganisator Ronge freut sich auf viele bekannte Gesichter. „Wir haben damals so viel Zeit miteinander verbracht“, plaudert der langjährige Tourismuschef aus dem Nähkästchen. „Da ist es schön, an den Kundschelamant anzuknüpfen.“ Eine, wie Ronge versichert, „wunderschöne Veranstaltungsreihe, sie war eine der Höhepunkte in meiner beruflichen Dienstzeit“.

Für zwei Tage verabschiedet sich Cheforganisator Giefer jetzt ins Kleine Walsertal zu Dreharbeiten. Nebenbei müssen noch letzte Vorbereitungen für die Feier in der Puit getroffen werden – unter anderem soll ein Bühnenwagen in die Kuranlage geschafft werden. Denn selbstverständlich darf am Samstag bei den Kundschelamantern improvisiert werden.

Die Kundschelamant-Feier

startet am Samstag, 29. Juni, um 16 Uhr in der Mittenwalder Kuranlage Puit. Die Veranstalter freuen sich auf viele – falls möglich historisch gewandete – Besucher. Ums leibliche Wohl kümmern sich Mitarbeiter des Gasthofs Alpenrose. Es erklingt spätmittelalterliche Musik. Zudem liefert die heimische Stelzengeher-Truppe De Hochhaxat‘n ihre Generalprobe für die Kaltenberger Ritterspiele ab. Interessierte Gäste sind bei freiem Eintritt jederzeit willkommen. Der komplette Erlös der Veranstaltung kommt dem Kinderheim „s’Mauganest“ zu Gute.

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