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Offizieller Spatenstich auf dem Kaffeefeld: (v. l.) Hotel-GmbH-Assistentin Sabine Gschwendtner, Bürgermeister Adolf Hornsteiner, Bauherr und Investor Ulrich Franzky sowie Projektleiter Cristian Botica. 

Hotelprojekt in Mittenwald

„Silva Mountain“: Hornsteiners letzter Triumph

Jetzt rührt sich was auf dem Kaffeefeld: Eine italienische Firma hat mit den Arbeiten zum künftigen Mittenwalder Nobelhotel Silva Mountain begonnen.

Mittenwald – Lange Zeit herrschte Ruhe auf dem Kaffeefeld. Als auf der Kieshalde, wo einst das Hotel Latscheneck gestanden hatte, gar nichts mehr passierte, sahen einige in Mittenwald schon die Zahlungsunfähigkeit bei Investor Ulrich Franzky heraufziehen (wir berichteten). Weit gefehlt. Am Dienstag fiel der offizielle Startschuss für das 15-Millionen-Euro-Projekt „Silva Mountain“.

Die italienische Firma Rizzani de Eccher aus Udine mit ihrem Projektleiter Cristian Botica hat zusammen mit lokalen Unternehmen auf dem 1,8-Hektar großen Filetgrundstück hoch über Mittenwald mit den Aushub-Arbeiten begonnen. Warum es seit dem ersten Spatenstich im Juli 2019 erst jetzt – neun Monate später – weitergeht, macht der Münchner IT-Berater Franzky, der die Luxusimmobilie im Sommer 2016 für einen Millionen-Beitrag erworben hatte, noch einmal deutlich. „Bei den ersten Bohrungen gab es Probleme“, räumt der Silva-Mountain-Schöpfer ein. „Wir hätten 80 Betonpfähle bis in 30 Meter Tiefe einsetzen müssen, um das Gelände zu verdichten.“ Nach einem Bodengutachten der heimischen Ingenieure-Schwind-GmbH und einer Neubewertung „haben wir uns für eine Verfestigung und Stabilisierung des Bodens entschieden“.

Dadurch ergibt sich ein berechneter Aushub von rund 50 000 Kubikmetern, weil auch zusätzliche Felssprengungen erforderlich sind. „Die nötigen Absprachen mit dem Landratsamt, der Unteren Naturschutzbehörde und den Anliegern wegen der Ausgleichsflächen und der zu bebauenden Zonen sind erfolgt“, versichert Franzky. Wegen der bis Juni geplanten Erdarbeiten ist die Zufahrtsstraße zum Baugelände für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

Dass es auf dem Kaffeefeld nun vorangeht, hebt natürlich beim scheidenden Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) die Abschiedsstimmung. Zumal der am 29. März abgewählte Rathauschef das Prestige-Projekt in exponierter Lage von Beginn an begleitet und sich dafür eingesetzt hat. Nun erhielt er von Franzky einen Spaten in die Hand gedrückt – sozusagen als Erinnerung und Einladung zur Eröffnungsfeier zugleich. „Es freut mich, dass die Baumaßnahmen noch vor dem Ende meiner Amtszeit beginnen, weil es ein großer Schritt für unsere Marktgemeinde ist“, betonte Hornsteiner. „Es hat lange Jahre von der Planung bis zum Baubeginn gedauert – und jetzt stehen noch weitere 18 Monate an.“ Hornsteiner stellte die schwierige, aber vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und der Hotel-GmbH mit Investor Franzky heraus. „Ich wünsche Ihnen und den ausführenden Firmen alles Gute, viel Glück und Gottes Segen und werde später gerne bei ihnen vorbeischauen.“

Entstehen soll ein modern-alpiner Komplex in vier Baukörpern – viel Glas und Holz. Darin finden sich 80 Zimmer, 150 Gästebetten, Wellness- und Gastroräume und eine Tiefgarage für 75 Pkw. 50 Vollzeit-Arbeitsplätze werden geschaffen. Zu Spitzenzeiten ziehen auf der Baustelle im Kaffeefeld bis zu 241 Arbeiter diese Nobelherberge nach oben. Die Eröffnung ist für Sommer 2021 geplant.

Wolfgang Kunz

Wegen eines Feuers in einem Chemielabor in Mittenwald ging kürzlich außerdem ein Notruf ein. Ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten rückte aus, um die Flammen zu löschen.

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