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Dauerstreit um die Karwendelbahn: Landrat drückt seine „Sorge“ aus - und scheitert mit einem Vorstoß

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Von: Christof Schnürer

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Dauerthema in Mittenwald: Der Bürgermeister nimmt heute wieder Stellung zur Karwendelbahn. © Roland Lory

Das Zerwürfnis zwischen Gemeinde und Karwendelbahn AG wird am Mittwoch bei der Bürgerversammlung auf den Tisch kommen. Der Mittenwalder Rathauschef Adolf Hornsteiner will zu den jüngsten Entwicklungen bei der Aktiengesellschaft erneut Stellung beziehen.

Mittenwald – Die Reichgruppe aus Heidenheim lässt nicht locker: Vor der  Mittenwalder Bürgerversammlung stellen die Hauptaktionäre der Karwendelbahn elf Fragen an die verfeindete Gemeinde – sozusagen K-Fragen. Natürlich widmet sich dabei Aufsichtsratsmitglied Wolfgang W. Reich seinem Lieblingsthema: Wie viel Geld hat die Marktgemeinde Mittenwald auf Veranlassung des Bürgermeisters in den zurückliegenden Jahren im Kampf gegen die Karwendelbahn für Anwälte, Gerichte etc. bereits ausgegeben?

„Wir werden dieses Thema natürlich aufgreifen“, betont Adolf Hornsteiner (CSU), der Adressat dieses Fragenkatalogs. Das Verhältnis zwischen ihm und Reich scheint nicht mehr zu kitten zu sein. Ein für den Tourismus-Standort Mittenwald brenzliger Zustand. Aus diesem Grund versuchte nun auch Landrat Anton Speer (Freie Wähler), einen Runden Tisch einzuberufen. In seinem Schreiben an die Konsortium AG, der Hauptgesellschafterin der Karwendelbahn, drückt Speer wegen der „teils öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzung zwischen den beiden großen Aktionären“ seine „Sorge“ aus. „Die weitere Entwicklung der Bahn liegt mir als Landrat deshalb sehr am Herzen.“

Lesen Sie auch: Im ständigen Streit zwischen dem Vorstand der Mittenwalder Karwendelbahn und dem Bürgermeister Adolf Hornsteiner ist es zu einem Gerichtsprozess um das Hausverbot für Hornsteiner gekommen. Karwendelbahn-Vorstand Wolfgang Reich rastete vor Gericht völlig aus.

Die Antwort aus Heidenheim kam prompt – und zwar von Aniko Köpf. Das ehemalige Vorstandsphantom der Karwendelbahn AG führt nun offenbar die Geschäfte der Konsortium AG. „Bezugnehmend auf Ihr Schreiben möchte ich Ihnen nach Rücksprache mit Herrn Reich mitteilen, dass sich Herr Reich lediglich weigert, sich mit Herrn Hornsteiner und Herrn Schöner (Anm. d. Red.: Gerhard Schöner, Zweiter Bürgermeister) an einen Tisch zu setzen.“

Derweil ist die von den Heidenheimern durchgefochtene Kapitalerhöhung beschlossene Sache und laut Pressemitteilung der Karwendelbahn durch das Registergericht München im Handelsgericht eingetragen. „Nunmehr kann die Gesellschaft ein neues Tragseil erwerben und dieses im November 2019 neu auflegen lassen“, heißt es weiter in der Veröffentlichung der AG.

Der Anteil der Marktgemeinde liegt dabei bei 85 000 Euro. Durch eine sogenannte Gehörsrüge wollten die Rathaus-Verantwortlichen die Kapitalerhöhung verhindern – und scheiterten schließlich vor dem Oberlandesgericht München. Der anonyme Verfasser der Karwendelbahn-Pressemitteilung feiert diese „krachende Niederlage“ des Bürgermeisters, der in dem Pamphlet einmal mehr in übler und nicht abdruckbarer Form beschimpft wird.

Und die Schlammschlacht geht demnächst weiter: Am 10. Mai sitzen sich Reich und Hornsteiner ein weiteres Mal im Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen gegenüber – es geht um das Hausverbot des Bürgermeisters bei der Karwendelbahn.

Die Bürgerversammlung

findet am Mittwoch statt. Los geht’s um 20 Uhr im TSV-Veranstaltungssaal.

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