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Wieder Zoff angesagt: Karwendelbahn baut illegal Freisitz - und der ragt auch noch auf Gemeindegrundstück

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Von: Peter Reinbold

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Der nicht genehmigte Freisitz der Karwendelbahn. © Josef Hornsteiner

Wieder ein Streit zwischen der Marktgemeinde Mittenwald und der Karwendelbahn. Diesmal geht es um einen Freisitz, den die Bahn illegal gebaut hatte und der auf ein Gemeindegrundstück ragt.

Garmisch-Partenkirchen – Wer das Übliche erwartet hatte, wenn sich die Marktgemeinde Mittenwald und die Karwendelbahn AG vor Gericht streiten, der wurde diesmal enttäuscht. Beide Seiten stehen sich zwar weiter unversöhnlich gegenüber, doch Mittenwalds Anwalt Jan-Ulf Suchomel und Wolfgang W. Reich, Aufsichtratsvorsitzender der Karwendelbahn, gingen halbwegs gesittet miteinander um, obwohl jeder im Gerichtssaal die tiefe Abneigung, die sie verbindet, spürte. Suchomel und Reich verließen nach knapp 20 Minuten unverrichteter Dinge das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen. Im Streit wegen eines nicht genehmigten Freisitzes an einem Nebengebäude der Karwendelbahn-Talstation, der teilweise auf ein Grundstück ragt, das der Gemeinde gehört, fällte Richter Jonas Jokisch (noch) kein Urteil. Das will er am Montag, 29. Oktober, um 12 Uhr verkünden.

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Reich, nur in Ansätzen auf Konfrontationskurs, brachte einen Vergleichsvorschlag ein. Nimmt der Markt die Klage zurück „und duldet dauerhaft die Terrasse, verpflichtet sich die Karwendelbahn zu einer Spende von 2500 Euro an örtliche Vereine.“ In den Genuss von jeweils 500 Euro sollten Reich zufolge die Bergwacht, das Kinderheim Mauganest, der Turn- und Sportverein, der Skiclub und die Sektion Mittenwald des Deutschen Alpenvereins kommen. Suchomel konterte mit einer Frage. „Wenn Ihr Auto angefahren wird und der Verursacher bietet 1500 Euro als Spende für einen gemeinnützigen Verein an, damit der Schaden getilgt ist. Würden Sie das akzeptieren?“ Der Richter meinte, im Rahmen eines Vergleichs sei „alles möglich – bei vernünftigen Menschen“.

Marktgemeinde beharrt auf ihr Recht

Jokisch bemühte sich redlich, aber vergeblich, beide Seiten zu befrieden und ihnen eine Goldene Brücke zu bauen. Vor allem Suchomel beharrte auf dem Standpunkt, die Karwendelbahn müsse die massive Holzkonstruktion entfernen. „Das ist unser Recht.“ Jokisch tadelte die Klägerseite deshalb als „uneinsichtig“.

Die harte Haltung des Anwalts der Marktgemeinde brachte Reichs Blut dann doch noch ein bisschen in Wallung. „Sie müssen sich doch freuen, ein Mandat zu haben, das so viel Geld einbringt.“ Im gleichen Atemzug rügte zum x-ten Mal die Verschwendung von Steuergeldern durch Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), weil dieser die Karwendelbahn mit Klagen überziehe. Reich zufolge sollen’s mittlerweile schon 500 000 Euro sein. „So kann man nicht mit öffentlichen Geldern umgehen.“ Die Quittung dafür habe die CSU bei den Landtagswahlen am 14. Oktober von den Bürgern bekommen. Seine Analyse: „Nirgendwo im Landkreis waren die Verluste höher als in Mittenwald. Dafür trägt der Bürgermeister die Verantwortung.“

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