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Die Grund- und Mittelschule Mittenwald wird noch lange auf einen Jugendsozialarbeiter warten müssen.

Jugendamtleiter in Nöten

Kein Fördergeld mehr übrig: Jugendsozialarbeiter rückt in weite Ferne

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Die Grund- und Mittelschule Mittenwald wird noch lange auf einen Jugendsozialarbeiter warten müssen. Dem Freistaat ist das Fördergeld ausgegangen. Das stellt Jugendamtleiter Stephan Märte vor gewaltige Probleme.

Mittenwald – Sie zählt mittlerweile zu einer der wichtigsten Tätigkeiten an Bildungseinrichtungen: die Jugendsozialarbeit an Schulen, kurz JaS. An der Mittelschule Mittenwald ist die Stelle derzeit vakant, an der Grundschule sollte jetzt eine zusätzlich eingerichtet werden. Aber: Die Fördermittel der bayerischen Staatsregierung sind erschöpft. Das stellt Stephan Märte, Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, vor große Probleme. 

Bislang wurde die JaS durch ein Konglomerat verschiedener Träger finanziert. Eine der wichtigsten ist der Freistaat. Er fördert bis zu 30 Prozent, damit Kommunen einen Jugendsozialarbeiter beschäftigen können. Da jedoch die 1000 Förderstellen ausgeschöpft sind, drehen sie den Geldhahn zu – und bringen damit die Kommunen in Bedrängnis. Die Kosten müssten sie ab sofort selbst übernehmen. „Durch die Vielzahl der Stellen ist das aber schwierig zu stemmen“, sagt Märte. Und wenn doch, dann zieht das einen Rattenschwanz nach sich: „Verzichten wir einmal auf den Zuschuss und finanzieren die Stelle selbst, werden wir künftig keinen neuen Förderantrag mehr für betroffene Schule stellen können.“ 

Fördergeld-Stopp könnte auch andere Schulen im Landkreis treffen

Da in der Verwaltung zudem der Grundsatz der Gleichbehandlung gilt, müssten in Folge auch andere neue JaS-Stellen bei Ausbleiben der Förderung allein durch die Kommune finanziert werden. Für die Mittenwalder Schule eine Hiobsbotschaft. Unter anderem hat erst kürzlich der Gemeinderat dafür gestimmt, eine neue solche Stelle für die Grundschule zu schaffen. Zudem wird händeringend nach einem Ersatz für den ehemaligen Sozialarbeiter der Mittelschule, Franz Seimel, gesucht. 

Aus einer JaS-Stelle im Rahmen des Förderprogramms der bayerischen Staatsregierung wird vorerst wohl nichts, zumindest nicht in nächster Zeit. „Wenn, dann überhaupt erst 2021/22“, sagt Märte. Wer bis dahin die Sozialarbeit für Schüler übernimmt, ist unklar. Der Kreisausschuss wird sich in Kürze damit befassen.

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