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Viel Verkehr herrscht am nördlichen Ende der Partenkirchner Straße. 

Innerörtlicher Verkehhr

Bürgerliche ausgebremst: Darum sagt Mittenwalder Bau-Ausschuss nein

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Die Bürgervereinigung will in Mittenwald ein Plus an Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Die Mehrheit des Bau- und Umweltausschusses sieht das im konkreten Fall anders. Die beantragten Fußgängerüberwege und Schutzstreifen auf größeren, innerörtlichen Straßen wurden mehrheitlich abgelehnt.

Mittenwald – Stefan Schmitz (Bürgervereinigung)versuchte sich als Hellseher. „Ich weiß, dass ich überstimmt werde. Das Signal der Gemeinde wird sein, dass es für den schwächsten Verkehrsteilnehmer keine sichere Überquerung geben wird.“ Schmitz, dessen Gruppierung seit jeher für dieses Klientel eintritt, sollte Recht behalten. Nach angeregter Debatte erteilte der Bau- und Umweltausschuss des Mittenwalder Marktgemeinderats sowohl der von der BV beantragten Fußgängerüberquerung am nördlichen Ende der Partenkirchner Straße (6:3) als auch dem geforderten Fahrradschutzstreifen entlang der Partenkirchner-, Mühlfeld-, Tiefkar- und Innsbrucker Straße (8:1) eine Absage.

Kein begründeter Ausnahmefall

Zuvor hatte die lebhafte Diskussion aufgezeigt, wie emotional und subjektiv beim Thema Verkehr argumentiert wird. Ordnungsamtschef Josef Stieglmeier versuchte deshalb, Fakten sprechen zu lassen. Bei Punkt eins (Überquerungshilfe auf der Partenkirchner Straße) teilte er mit, dass zwischen 1. Januar 2009 und 1. August 2019 „keine Unfälle mit Beteiligung mindestens eines Fußgängers und auch keine Vorfälle mit Gefährdung polizeilich bekannt geworden“ seien. Zudem berief er sich auf verdeckte Tempo-Messungen des Zweckverbands Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland vom 28. Mai bis 7. Juni 2018. Dabei hatte man bei rund 58 000 Fahrzeugen insgesamt 65 Verstöße – gleich 0,11 Prozent – registriert. Daher sieht die Verwaltung keine Grundlage für einen „begründeten Ausnahmefall“. In diesem Kontext erwähnte Stieglmeier, das Anbringen eines Zebrastreifens würde rund 10 000 Euro und die Instandhaltung pro Jahr zirka 2000 Euro kosten. „Aber der Unterhalt ist für uns kein Totschlag-Argument.“

Nur Fakten zählen

Mit nackten Zahlen allein wollte sich Antragsteller Schmitz nicht abspeisen lassen. „Es gibt auf der Partenkirchner Straße weit und breit keinen sicheren Verkehrsübergang.“ Zudem solle auch „das ignorante Verhalten der Autofahrer“ ausgebremst werden. Dem Bürgermeister erschien das wenig stichhaltig. „Wir sollten uns schon an Fakten halten“ empfahl Adolf Hornsteiner (CSU) dem Ausschuss.

Noch deutlicher wurden die von der BV geforderten Fahrradschutzstreifen abgeschmettert (8:1). Da stand Schmitz, den zuvor noch Peter Wimmer (CSU) und Enrico Corongiu (SPD) unterstützt hatten, allein auf weiter Flur. Im Vorfeld hatte Stieglmeier dargelegt, dass eine solche Markierung aufgrund der gegebenen Fahrbahnbreiten auf der Tiefkarstraße (überwiegend 6,30 Meter) gar nicht beziehungsweise auf der Partenkirchner- (überwiegend 7,10 Meter), Mühlfeld- (überwiegend 6,80) und Innsbrucker Straße (überwiegend 7,50) einseitig möglich sind. Im Falle der Realisierung müsste entlang des Schutzstreifens ein Parkverbot ausgesprochen werden, verdeutlichte der Ordnungsamtschef. Zudem sei auch hier mit einem „intensiven Unterhalt“ zu rechnen.

Antrag „Schwachsinn“

Was Christoph Wörnle (Freie Wähler) von diesem BV-Vorschlag hält, sagte er in aller Deutlichkeit. „Der Antrag ist doch Schwachsinn.“ Da sei der „Didl“ wohl wieder mit seinem Radl herumgefahren. Wobei Wörnle damit auf Gemeinderatskollegen Klaus Zwerger (BV) abzielt, einem bekanntermaßen leidenschaftlichen Radfahrer.

Weitaus sachlicher argumentierte Dieter Schermak (CSU), seit kurzem pensionierter Polizist. „Wenn Fahrzeuge nicht mehr parken können, dann kriegen wir die Geschwindigkeit“, sagte Schermak. Überdies sollten Fahrrad-Schutzstreifen beidseitig angebracht werden – nicht zuletzt um Pkw-Führer nicht zu irritieren.

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