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„Bedeutender Migrationsanteil“: In der Mittenwalder Grundschule arbeitet deshalb künftig ein Experte in Sachen Jugendsozialarbeit.

Ja zu Jugend-Sozialarbeiter

Grundschule Mittenwald: Jedes fünfte Kind mit ausländischen Wurzeln

Die Grundschule Mittenwald bekommt einen Jugendsozialarbeiter. Er tritt seinen Posten im Januar 2020 an

Mittenwald – Kaum zu glauben: 20 Prozent der Kinder, die die Grundschule Mittenwald besuchen, haben einen Migrationshintergrund. Die Einrichtung vom Mauthweg hatte daher Ende Juli beim Landratsamt eine sogenannte JaS-Stelle (Jugendsozialarbeit an Schulen) beantragt. In der Sitzung des Jugendhilfe-Ausschusses des Kreistags in Garmisch-Partenkirchen wurde darüber gar nicht groß diskutiert – einstimmig entschied sich das Gremium für die Realisierung einer solchen Stelle mit einem wöchentlichen Umfang von 25 Stunden.

Stephan Märte, der Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, berichtete davon, „eine Notwendigkeit von JaS“ müsse er nicht begründen, so offensichtlich ist der Bedarf an Sozialarbeit an vielen Schulen. Doch er müsse die Notwendigkeit einer JaS-Stelle an einer Schule im Einzelfall gegenüber der Regierung von Oberbayern begründen. In Mittenwald, fuhr Märte fort, gebe es viele einkommensschwache Familien, darüber hinaus wenig bezahlbaren Wohnraum und „räumliche Enge“. Ferner steigt die Zahl Alleinerziehender. Zudem herrsche im Ort ein „bedeutender Migrationsanteil“. Die Kinder dieser Familien treffen in der Grundschule auf Mädchen und Buben, die aus dem Haus „traditioneller Strukturen“ stammen – das kann zu Konfliktsituationen führen.

„In der Jugendhilfeplanung ist der Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen als Dienst an benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine zentrale Säule der präventiven Arbeit“, berichtete Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Der Ausbau von staatlicher Seite werde jedoch nur an Schulen mit besonderen sozialen Belastungsfaktoren gefördert – in der Regel sind das Mittelschulen. In Ausnahmefällen werden aber auch Grundschulen bei einem Migrationsanteil von mindestens 20 Prozent unterstützt. Diesen Wert erfüllt die Mittenwalder Einrichtung.

Märte empfahl dem Ausschuss, das Schaffen einer JaS-Stelle im Rahmen der Förderrichtlinien zu befürworten. Nach Rücksprache mit der Schulleitung entspricht eine Teilzeitstelle im Rahmen von 25 Stunden in der Woche dem Bedarf. Die Anstellung soll frühestens zum 1. Januar 2020 erfolgen. Die Finanzierung der JaS-Stelle ist wie folgt geregelt: anerkannte freie Träger der Jugendhilfe (10 Prozent), kreisangehörige Gemeinde als Sachaufwandsträgerin (20 Prozent), Restkosten durch Landkreismittel (40 Prozent) und Fördermittel der Regierung von Oberbayern (30 Prozent).

Alexander Kraus

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