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Einsatz auf den Hausdächern: Solche Bilder sah man in den Medien landauf und landab. Dabei war man meilenweit von einer Katastrophe entfernt. 

Winterbilanz der Alpenwelt Karwendel

Katastrophen-Alarm vermiest Januar

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Leichte Zugewinne verzeichnet die Alpenwelt Karwendel in der Wintersaison 2018/2019. Die Einbußen durch den Katastrophen-Alarm zum Jahresbeginn konnten kompensiert werden.

Oberes Isartal – Unzählige Dächer im Oberen Isartal wurden im Januar von den Schneemassen befreit – es war ja auch Katastrophenalarm ausgelöst worden. So gut dieser Kunstgriff des Landratsamts für die öffentliche Sicherheit war, so schlecht war er fürs touristische Geschäft. Reihenweise stornierten Urlauber ihr Quartier im vermeintlichen Schneechaos (wir berichteten). „Nicht so wahnsinnig gut“, urteilt Manuel Huber, der Stellvertretende Geschäftsführer der Tourismus-GmbH Alpenwelt Karwendel, bei der Präsentation der Gästezahlen für die Wintersaison 2018/2019 (November bis April).

Um im Bild zu bleiben: Die mediale Aufarbeitung der üppigen Schneefälle zum Jahresbeginn war für Vermieter mindestens genauso katastrophal wie der eigentliche Auslöser. „Wir haben versucht, über Soziale Medien und über die Homepage der negativen Berichterstattung entgegenzuwirken beziehungsweise diese zu relativieren“, schildert Huber. Doch die Lawine an Absagen war nicht mehr aufzuhalten. Der Schrecken währte allerdings nur kurz – nicht nur meteorologisch gesehen. „Die Einbußen des Januars konnten durch Zuwächse im Februar, März und April ausgeglichenen werden“, heißt es in der Presse-Mitteilung der Alpenwelt Karwendel. So bleibt unterm Strich festzuhalten: Trotz des Katastrophen-Januars liest sich die Bilanz der Wintersaison recht ordentlich: Mit 79 840 Gäste-Ankünften (plus 0,9 Prozent) und 368 910 Übernachtungen (plus 1,2 Prozent) hat man einen moderaten Zugewinn eingefahren. „Wir sind mit der Wintersaison zufrieden“, verdeutlicht Alpenwelt-Chefin Sabrina Blandau. „Wir sind auf einem stabilen Niveau geblieben“, ergänzt ihr Vize Huber.

Was in puncto Wintersaison inzwischen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel ist: Das kleine Krün hat das große Mittenwald wie schon 2016/2017 und 2017/2018 bei Ankünften und Übernachtungen deutlich überflügelt. Wie gesagt: nichts neues. „Das geht schon seit ein paar Jahren so“, bestätigt Blandau. In diesem Zusammenhang verweist die Expertin darauf, dass es in Mittenwald nur 355 Hotelbetten gibt. Das sind nur etwa zehn Prozent der Gesamtbettenzahl. Da kann man natürlich mit den Krüner Hotspots Elmau, Kranzbach und Tennsee nicht mithalten.

In puncto Auslastung hält die Statistik 47,82 Belegtage von 181 möglichen fest, was 26,4 Prozent entspricht. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass zwischen November und April typischerweise Betriebs- und Schließungszeiten liegen. Die höchste Auslastung wird in der Kategorie Hotel (52 Prozent) und die geringste bei Privatvermietern (20,1 Prozent) verzeichnet. Was im Oberen Isartal den Ruf nach weiteren Hotels – wenn möglich im gehobenen Preissegment – nicht unbedingt verstummen lässt. Ebenfalls sollte nicht vergessen werden, dass der Bettenschwund im Oberen Isartal weiter anhält. Gegenüber der Vorsaison hat die Alpenwelt Karwendel 134 Betten eingebüßt. Aktuell sind’s rund 7200.

88,6 Prozent der Winterurlauber kamen aus Deutschland, wobei die Bayern mit 20,8 Gästeankünften (14,8 der Übernachtungen) Platz eins einnehmen – gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 15,8 Prozent (23,7) und Baden-Württemberg mit 9,9 Prozent (9,3). 11,4 Prozent der Gäste stammen aus dem Ausland. Die drei Top-Positionen nehmen die Niederlande (13,9 Prozent der Ankünfte), die Schweiz (12,6) und die USA (11,0) ein. Was überraschend ist: Urlauber aus Arabien, die in Garmisch-Partenkirchen ortsbild-prägend sind, spielen in der Alpenwelt Karwendel noch keine Rolle.

Zahlen in Kürze:

Gäste-Ankünfte 2018/2019:

Alpenwelt Karwendel: 79 840 (2017/2018: 79 120) plus 0,9 Prozent – Mittenwald: 33 602 (34 207) minus 1,8 Prozent – Krün: 38 354 (37 308) plus 2,8 Prozent – Wallgau: 7884 (7605) plus 3,7 Prozent.

Übernachtungen 2018/2019:

Alpenwelt Karwendel: 368 910 (364 723) plus 1,2 Prozent – Mittenwald: 156 376 (156 441) minus 0,04 – Krün: 170 029 (167 476) plus 1,5 Prozent – Wallgau: 42 505 (40 806) plus 4,2 Prozent

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