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Wechsel in der Camp-Kirche: Norbert Sauer (r.) wünscht seinem Nachfolger Thomas Balzk alles Gute.

Neunter Auslandseinsatz endet

Militärpfarrer nimmt Abschied von Mali - sein Versprechen löste er noch ein

Anfang Februar ist Norbert Sauer, der katholische Militärpfarrer aus Mittenwald, zu seinem neunten Auslandseinsatz nach Mali aufgebrochen. Im Camp Castor bei Gao kümmert sich der Geistliche um das Wohl der Soldaten. Jetzt muss der Seelsorger Abschied nehmen.

Gao/MittenwaldIn wenigen Tagen ist es soweit. Dann endet für den katholischen Militärpfarrer Norbert Sauer aus Mittenwald sein Einsatz im Camp Castor in Gao in Mali nach fast viereinhalb Monaten. Seine Kisten hat er bereits gepackt. Sie kommen per Luftfrachttransport zurück nach Deutschland. Sauers Nachfolger ist bereits im Camp eingetroffen. Es ist der evangelische Militärseelsorger Thomas Balzk aus Koblenz.

Im Büro der Militärseelsorge muss Bundeswehrmaterial wie zum Beispiel Rechner, Bildschirme und Telefone an die Nachfolger übergeben werden. Viel umfangreicher ist das kirchliche Material. Die Übergabe der seelsorgerlichen Begleitung erfolgte eigens im Gottesdienst am Pfingstsonntag in der Martinskirche. In diesem letzten Gottesdienst, den Sauer mit den Soldaten feierte, ging er in seiner Predigt auf den Ungeist ein, den Menschen auch und gerade in Mali in sich tragen und von dem sie sich beherrschen lassen. Und er nannte dafür Beispiele, wie ethnische Konflikte, die nicht im Geist des Dialoges und friedlich gelöst werden, sondern im Ungeist von gewaltsamen Auseinandersetzungen. Oder den Ungeist von religiöser Intoleranz, der Menschen anderen Glaubens ausgrenzt und anfeindet. „Aber Gott sei Dank gibt es in Mali auch viele Menschen, die einen guten Geist in sich tragen und sich in ihrem Verhalten von ihm prägen lassen“, sagt Sauer. „Und das macht Mut, das gibt Hoffnung für die Zukunft.“

Sauer freut sich auf die Rückkehr nach Mittenwald

Vor dem Segen bedankte sich der 60-jährige Priester bei den Soldaten, vor allem bei einem bestimmten Soldaten. Dieser gestaltete mit seinem Gitarrenspiel und seinem Gesang alle Gottesdienste in und außerhalb der Martinskirche mit und berührte dadurch immer wieder die Herzen aller Mitfeiernden.

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Danach legte Sauer seinem Nachfolger die Stola um als Zeichen dafür, dass er die seelsorgerliche Begleitung aus seinen Händen gibt und ihm überträgt. Genauso war dies vor fast viereinhalb Monaten der Fall. Damals hatte sein Vorgänger ihm im Gottesdienst die Stola zu Beginn seines Einsatzes umgelegt. Nun freut sich Sauer auf die Rückkehr nach Hause ins Obere Isartal.

Sein Versprechen, der kleinen katholischen Gemeinde in Gao zwei neue Boxen und ein kleines Mischpult für ihre Kirche zu besorgen, löste er noch ein. „Versprochen ist versprochen“, findet der Geistliche. Am Pfingstmontag besuchte er mit Soldaten zum letzten Mal die katholische Gemeinde in Gao. „Die Freude vor Ort über dieses Geschenk war riesengroß“, berichtet Sauer.

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Auch brachte er noch einmal konsekrierte Hostien mit und legte sie in den Tabernakel, weil nur selten ein Priester kommt und die Eucharistie feiert. So können die Gläubigen in den sonntäglichen Gottesdiensten der kommenden Monate die Heilige Kommunion empfangen, die ihnen so sehr am Herzen liegt. Dann betete der Militärpfarrer mit den Gemeindevertretern das „Vaterunser“ und erbat Gottes Segen für die Christen vor Ort in ihrer schwierigen Situation. Sichtlich gerührt und mit der einen und anderen Träne in den Augen nahmen die Gemeindevertreter von Sauer Abschied. Sie gingen auseinander im festen Glauben, dass von nun an trotz der großen räumlichen Distanz das gegenseitige Gebet füreinander eine Brücke ist, über die sie auch zukünftig verbunden sind und bleiben.  

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